Raser in Bietigheim:Verwaltung plant Maßnahmen

Von Anja Groß

Bietigheim (as) – Es gilt Tempo 30, doch wenige halten sich dran: Rasern in der Rastatter Straße in Bietigheim sagt die Verwaltung jetzt mit einem Maßnahmenkatalog den Kampf an.

Raser in Bietigheim:Verwaltung plant Maßnahmen

Problemfall Rastatter Straße: Es gilt Tempo 30, und das soll jetzt mit diversen Maßnahmen auch durchgesetzt werden. Foto: Frank Vetter

Rasern auf der Rastatter Straße hat die Gemeinde Bietigheim nach massiven Beschwerden von Anwohnern (das BT berichtete) den Kampf angesagt. Nahezu täglich werde in der 30er-Zone, die laut Anwohnern immer noch als Durchgangsstraße genutzt werde, derzeit die Geschwindigkeit kontrolliert – „auch spätabends“, wie Bürgermeister Constantin Braun in der Ratssitzung am Dienstagabend informierte. Und er kündigte weitere Maßnahmen an.Die Gemeinde habe die Polizei und die zuständige Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt Rastatt um verstärkte Kontrollen in diesem Bereich gebeten, so Braun. Betroffene Anwohner, von denen übrigens kein einziger in die Ratssitzung gekommen war, bestätigen gegenüber dem Badischen Tagblatt die verstärkte Behördenpräsenz, beobachten allerdings auch, dass die Autoposer und Kradfahrer sich mit Smartphone-Nachrichten vorwarnen – und dann offenbar auf andere Straßen ausweichen.

Das bestätigt, was der Bürgermeister und andere Bietigheimer berichten: Raser, die mit quietschenden Reifen und aufheulenden Motoren auch viel Lärm machen, sind im ganzen Ort ein Problem, wo an vielen Stellen Tempo 30 gilt. Wie zur Bestätigung drang auch während der Ratssitzung eine entsprechende Geräuschkulisse in den „Alten Tabakschuppen“.

Die Gemeindeverwaltung setzt diesbezüglich auf einen Dialog – und lädt Anwohner und Verkehrsteilnehmer dazu am Dienstag, 22. September, um 18 Uhr in Halle A des Bürgerzentrums „Alter Tabakschuppen“ ein. Um Anmeldung wird gebeten unter der Telefonnummer (07245) 80812 oder per Mail an sina.becker@bietigheim.de. Ferner kündigte der Verwaltungschef eine interkommunale Aktion an, bei der mehrere Gemeinden nochmals auf die Bedeutung der Geschwindigkeitseinhaltung aufmerksam machen wollen – gerade zu Schuljahresbeginn. Die Aktion sei für Anfang/Mitte Oktober geplant, wollte er noch nicht mehr verraten. Außerdem will die Gemeinde zwei Geschwindigkeitsmesstafeln kaufen und fest an der Rastatter Straße installieren.

Bei einer Verkehrsschau im Spätjahr soll dann über den Antrag der Anwohner auf bauliche Veränderungen zur Temporeduzierung beraten werden, informierte Braun. Diese fordern mit einer Unterschriftenaktion an die Straßenverkehrsbehörde eine künstliche Verengung mit Pfosten oder Pflanzenkübeln, eine Ampelschaltung für den Schulweg sowie Zebrastreifen. Dass diese in 30er-Zonen nur bei einer besonderen Gefahrenlage zulässig sind, wie Vera Kramer, Leiterin der Straßenverkehrsbehörde, gegenüber dem BT ausgeführt hatte, wollen sie mit Verweis auf Karlsruhe, wo es viele Zebrastreifen in 30er-Zonen gebe, nicht gelten lassen.

„Jeder kennt das Problem, aber keiner kann oder möchte etwas unternehmen“, beklagen die Anwohner in ihrem Schreiben und rufen dazu auf, „endlich tätig zu werden, bevor es zu Unfällen oder Personenschäden kommt“.

Der Gemeinderat nahm die Informationen kommentarlos zur Kenntnis.

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