Rassismus-Vorwürfe: SV Bühlertal wehrt sich

Bühlertal (ket) – Während des Verbandsligaspiels zwischen dem SV Bühlertal und dem SC Lahr am Samstag soll es zu einem Rassismus-Vorfall gekommen sein. Ein SVB-Fan beleidigte einen SCL-Spieler.

Am vergangenen Samstag soll es auf dem Bühlertäler Mittelberg zu einem Rassismus-Vorfall gekommen sein. Der SVB wehrt sich gegen den Vorwurf. Foto: Frank Seiter

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Am vergangenen Samstag soll es auf dem Bühlertäler Mittelberg zu einem Rassismus-Vorfall gekommen sein. Der SVB wehrt sich gegen den Vorwurf. Foto: Frank Seiter

Der 4:3-Sieg des SV Bühlertal vergangenen Samstag gegen den SC Lahr wird wohl ein Nachspiel haben. Schuld daran trägt ein Vorfall in der 75. Minute. In dieser soll Gästespieler Ousman Bojang, zuvor zweifacher Torschütze für die Gäste, von einem Zuschauer aus dem Bühlertäler Fanlager rassistisch beleidigt worden sein, jedenfalls hat Schiedsrichter Mika Forster dies so in seinem Spielbericht vermerkt, der mittlerweile auch Jens Weimer, dem Vorsitzenden des Sportgerichts des Südbadischen Fußballverbandes (SBFV), vorliegt. Darin vermerkt ist auch, dass der Unparteiische besagten Zuschauer, seit Jahren Dauerkarteninhaber auf dem Mittelberg, identifizieren konnte und ihn in Folge dessen des Geländes verwies.

Dass ihr SV Bühlertal mit einem angeblich rassistischen Vorfall in Zusammenhang gebracht wird und sogar in den Schlagzeilen steht, schmerzt die Vereinsverantwortlichen. Dabei stellen weder Vorsitzender Norbert Welle noch Sportvorstand Thorsten Werner noch Trainer Johannes Hurle in Abrede, dass es Beleidigungen gegen den Lahrer Spieler gegeben hat. Auch der des Geländes verwiesene Zuschauer hat zugegeben, den 22-jährigen Gambier mit dem Wort „Dreckspatz“ beschimpft zu haben – und zwar drei Mal in Folge.

Welle: „Der SVB missbilligt jede Art von Rassismus“

Dies sei freilich in Zusammenhang mit dem üblen und rotwürdigen Foul, das Bojang kurz zuvor an Philip Keller – er musste mit Außenbandriss ausgewechselt werden – begangen hatte, geschehen. Dass der Lahrer Spieler den Zuschauern danach auch noch den verbotenen Finger gezeigt habe, habe die Stimmung noch weiter aufgeheizt.

Nur – und darauf legen alle drei SVB-Verantwortlichen höchsten Wert: Rassistische Beleidigungen seien dabei nicht gefallen. Nicht zuletzt eine ausführliche Befragung unter weiteren Zuschauern habe dies bestätigt, nicht ein einziger Zeuge habe sich für den Vorwurf gefunden.

Mehr sogar: Selbst der Schiedsrichter, so sagte es Sportvorstand Werner am Dienstagnachmittag gegenüber dem BT, habe laut seinem Bericht lediglich das Wort „schwarz“ aufschnappen können. Erst nach dem Spiel habe er sich nach der wortgetreuen Beleidigung, erkundigt – beim Beleidigten selbst.

In den nächsten Tagen wird SVB-Vorsitzender Welle eine Stellungnahme zu dem Vorfall abgeben. Schon gestern stellte er fest: „Der SVB missbilligt jede Art von Rassismus.“

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Erstellt:
27. Oktober 2020, 20:00 Uhr
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