Rastatt: Sorge um vorzeitiges Ende des Budenzaubers

Rastatt (sb) – Es ist soweit: Am heutigen Montag öffnet der Weihnachtsmarkt in Rastatt. Bei einigen Beschickern herrscht aber Unsicherheit, ober tatsächlich bis zum 23. Dezember dauern wird.

Patrick (rechts) und Bernd Kranjcina legen letzte Hand bei ihrer Schlemmerhütte an. Seit 30 Jahren stehen sie mit ihrer Familie auf dem Rastatter Weihnachtsmarkt. Foto: Stephan Friedrich

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Patrick (rechts) und Bernd Kranjcina legen letzte Hand bei ihrer Schlemmerhütte an. Seit 30 Jahren stehen sie mit ihrer Familie auf dem Rastatter Weihnachtsmarkt. Foto: Stephan Friedrich

Fast auf den Tag genau 23 Monate ist es her, dass sich die große Weihnachtspyramide das letzte Mal auf dem Rastatter Marktplatz gedreht hat. Ab diesem Montag ist es wieder so weit, wenn der Rastatter Weihnachtsmarkt ab 15 Uhr seine Tore öffnet. Ein Weihnachtsmarkt, der ein ganz besonderer werden wird und von dem alle hoffen, dass er auch tatsächlich bis zum 23. Dezember dauern wird. Sicher waren sich einige Beschicker da beim Aufbau am Wochenende nicht.

„Wir sehen den Weihnachtsmarkt mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, berichtet Hugo Levy, der unter anderem die Glühweinpyramide, aber auch andere Essensstände auf dem Markt betreibt. Zum einen ist er froh, dass nach fast zwei Jahren Lockdown eine solche Veranstaltung wieder möglich ist. Zum anderen bedauert er, dass ein fröhliches und ausgelassenes Feiern wie zuletzt 2019 auch in diesem Jahr nicht möglich sein wird. Mehr noch: Hugo Levy will nicht ausschließen, dass der Weihnachtsmarkt vorzeitig beendet wird: „2G ist für uns akzeptabel. Wenn aber eine Variante kommen sollte, bei der zusätzlich ein Test und dann vielleicht sogar ein PCR-Test vorgelegt werden muss, dann können wir die Buden schließen“, ist er sich sicher. Denn wohl kaum einer würde einen PCR-Test machen, um einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt zu trinken. „Schon ein einfacher Test würde bedeuten, dass deutlich weniger Besucher kommen“, meint Levy.

Das Sicherheitskonzept wird allseits begrüßt

Dass in diesem Jahr kein Bühnen- und Unterhaltungsprogramm stattfinden kann, ist für die Weihnachtsmarktbeschicker traurig, aber folgerichtig. Auch die Eingangskontrollen und die damit verbundene Absperrung des kompletten Geländes begrüßen Levy und seine Kollegen. So ist der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr deutlich kompakter als sonst. Die Kindereisenbahn ist um einiges kürzer und fährt jetzt dort, wo sonst die Bühne für das Unterhaltungsprogramm stand. Alles Kleinigkeiten, mit denen sich die Beschicker arrangieren können, sagen sie. Denn bei vielen ist die Angst auch am Wochenende vor der Eröffnung noch da, dass der Markt vielleicht nur wenige Tage dauern wird.

„Ich finde das Sicherheitskonzept gut und hoffe, dass es dazu beiträgt, dass wir bis zum 23. Dezember hier stehen dürfen“, berichtet der Rastatter Bernd Kranjcina, der mit seiner Familie seit 30 Jahren einen Stand auf dem Rastatter Weihnachtsmarkt betreibt. Die 2G-Regelung begrüßt er: „Wir sind ein reines Familienunternehmen. Alle sind geimpft, sodass es von der personellen Seite für uns zu keinen Problemen kommt“, so Kranjcina im BT-Gespräch.

Glasscheiben an Ständen und Desinfektionsspender

Er berichtet, dass die Zeit zur Planung in diesem Jahr extrem kurz gewesen sei: „Normalerweise bekommen wir die Zusagen für unseren Stand im Sommer. Dieses Jahr war es Oktober.“ Am Stand wurden jetzt Glasscheiben eingebaut, Schilder, die zum Tragen einer Maske auffordern, angebracht und Desinfektionsspender installiert. „Sonst ist eigentlich alles wie immer“, berichtet auch Patrick Kranjcina, als er am Samstag letzte Hand anlegt und den Stand aufbaut: „Wir haben lange gezittert und am Ende gebangt. Doch jetzt sind wir froh, dass alles steht und die Besucher kommen können“, sagt Kranjcina. Denn einen Advent im Lockdown, wie im vergangenen Jahr möchte er 2021 nicht noch einmal erleben. Da nehmen er und seine Kollegen Einschränkungen gerne in Kauf.

Auf eine offizielle Eröffnung des Weihnachtsmarkts wird in diesem Jahr verzichtet. Vielmehr öffnet dieser am heutigen Montag ab 15 Uhr seine Tore. Besucher sind dann täglich von 11 bis 20 Uhr, freitags und samstags bis 21 Uhr willkommen. Es gilt die 2G-Regel, die am Eingang kontrolliert wird.

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Erstellt:
22. November 2021, 11:30 Uhr
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