Rastatt auf Distanz zu Klinik-Standort Sandweier

Rastatt (ema) – Die Stadt Rastatt ist offenbar nicht gewillt, sich mit der Stadt Baden-Baden auf einen interkommunalen Standort für das künftige Zentralklinikum kurz vor dem Münchfeld zu verständigen.

Zwei Klinik-Standorte im Angebot: Das Areal am Münchfeldsee mit dem Sportgelände (links) und das Merzeau-Gelände auf der anderen Seite der Ruhrstraße. Eine erweiterte Perspektive ermöglicht der geplante Rückzug der Firma Link (gestrichelte Linie). Foto: Archiv/Willi Walter

© pr

Zwei Klinik-Standorte im Angebot: Das Areal am Münchfeldsee mit dem Sportgelände (links) und das Merzeau-Gelände auf der anderen Seite der Ruhrstraße. Eine erweiterte Perspektive ermöglicht der geplante Rückzug der Firma Link (gestrichelte Linie). Foto: Archiv/Willi Walter

Im Beschlussvorschlag für die Gemeinderatssitzung am Donnerstag (17.30 Uhr, Badner Halle) plädiert die Verwaltung dafür, sich mit den beiden bekannten Flächen Südlicher Stadteingang (Merzeau) und RSC/DJK (jetzt am „Am Münchfeldsee“ genannt) zu bewerben.
Eine klare Präferenz unter den beiden Rastatt-Alternativen lässt die Verwaltung nicht erkennen. Neu ist, dass man beim Münchfeldsee mit zwei Optionen ins Rennen gehen könnte. Denn aus den vom Büro Astoc ausgearbeiteten Bewerbungsunterlagen geht hervor, dass die Firma Link, ein Großhändler für Sanitärartikel sowie Heizungs-, Lüftungs- und Installationsbedarf, in den nächsten zwei Jahren ihren Standort aufgeben und offenbar in Teilen nach Karlsruhe verlagern will. Damit könnten zu den vorhandenen 7,9 Hektar auf dem Sportgelände noch weitere 2,1 Hektar hinzukommen. Eine Absichtserklärung zwischen dem Unternehmen und der Stadt sieht vor, dass gegebenenfalls eine 3.000 Quadratmeter große Teilfläche nicht verkauft wird, falls keine Alternative für Link im Stadtgebiet gefunden wird.

Die Hauptfläche beim Münchfeldsee befindet sich zum großen Teil in städtischem Eigentum; lediglich 1.000 Quadratmeter an der Ruhrstraße sind im Privatbesitz.

Beide Standorte optimal erreichbar

Bei einer Verlegung der RSC/DJK-Flächen wird in den Unterlagen von einer Zusammenlegung auf der Fläche des FC Rastatt 04 gesprochen, was aber zu einer Erhöhung „der schon maßgeblichen Sportlärmquelle des Müncheldstadions“ führen würde.

Astoc kommt zu dem Ergebnis, dass beide Standorte innerhalb des Versorgungsbereichs in Mittelbaden „verkehrlich optimal erreichbar“ seien, keine relevanten Eingriffe in Natur und Landschaft erforderlich wären und sich eine Integration ins Stadtumfeld ohne zusätzlichen Landschaftsverbrauch ergäbe.

Dem Standort am Münchfeldsee halten die Planer zugute, dass das Gelände bereits acht Meter tiefer als das umliegende Straßenniveau liegt und somit keine Baugrube erforderlich wäre. Das ehemalige Kasernengelände im Süden mit seinen 8,4 Hektar (gegebenenfalls plus Link-Areal), das komplett dem Bund gehört, sei aufgrund der ebenen Topografie leicht bebaubar und biete gute Gründungseigenschaften.

Distanziert äußert sich die Stadtverwaltung zu dem interkommunalen Standort „Weiher“ bei Sandweier, einer der insgesamt drei von Baden-Baden vorgeschlagenen Alternativen. Im Beschlussvorschlag steht, man nehme die Überlegungen dazu „zur Kenntnis“. Zu dem Areal würde eine derzeitige Streuobstwiese gehören, die im Eigentum der Stadt Rastatt steht.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.