Rastatt braucht noch einen Kindergarten

Rastatt (ema) – Die Stadt Rastatt erwägt, eine weitere Kindertagesstätte zu errichten. Trotz aktueller Baumaßnahmen verschärft sich der Mangel an Plätzen.

Vor allem im Dörfel – im Bild das Joffre-Areal – besteht laut Verwaltung „dringender Handlungsbedarf“. Foto: W. Walter

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Vor allem im Dörfel – im Bild das Joffre-Areal – besteht laut Verwaltung „dringender Handlungsbedarf“. Foto: W. Walter

Die Stadt Rastatt gerät bei der Versorgung mit Kita-Plätzen immer stärker unter Druck und fasst nun deshalb sogar den Bau eines weiteren Kindergartens ins Auge. Vor allem bei den Angeboten für Kinder über drei Jahren klemmt es.
Aus dem aktuellen Bedarfsplan geht hervor, dass selbst nach Abschluss der bereits laufenden Erweiterungen oder Neubauten für rund 130 Kinder kein Platz zur Verfügung stehen wird, obwohl sie einen Rechtsanspruch darauf haben. Ein Anbau der Einrichtung Stockhorn auf dem Röttererberg ist abgeschlossen. Derzeit werden die Einrichtungen in Ottersdorf und Friedrich-Oberlin im Dörfel erweitert. In Rheinau-Nord ist bereits der Bau einer zweiten Kindertagesstätte auf den Weg gebracht; in Plittersdorf ist ein Ersatzneubau vorgesehen. „Darüber hinaus ist es dringlich, eine geeignete Fläche für die Errichtung eines weiteren Kindergartens zu definieren“, bereitete die Verwaltung den Gemeinderat jetzt auf eine weitere Investition vor. Vor allem im Dörfel besteht laut Jugendamt wegen der neuen Quartiere am Leopoldplatz (ehemals Eislaufhalle) und Joffre „dringender Handlungsbedarf“.

Ursache der Entwicklung sind zum einen die Geburtenzahlen – im vergangenen Jahr wurde mit 486 Geburten ein neuer Spitzenwert erreicht – sowie der Zuzug von Familien; zum anderen die geänderten Stichtagsregelungen bei der Einschulung mit der Konsequenz, dass mehr Kinder später eingeschult werden und somit Plätze in den Kitas entsprechend länger belegt sein werden.

Größere Gruppen als Übergangslösung

Um den Druck etwas aus dem Kessel zu nehmen. beteiligt sich die Stadt an einer Initiative des Städte-, Gemeinde- und Landkreistags. Mit dem Kultusministerium will man eine Übereinkunft erzielen, dass übergangsweise, für die Zeit der Baumaßnahmen, Überbelegungen von Gruppen mit jeweils zusätzlich zwei bis drei Kindern vereinfacht genehmigt werden können. Außerdem werden die Stadtverwaltung und die anderen Träger darauf achten, dass die Belegung von Plätzen durch auswärtige Kinder weitestgehend auf die Einrichtungen mit besonderer pädagogischer Ausrichtung, die inklusiven Einrichtungen sowie die Krippe des Mercedes-Benz-Werks begrenzt bleibt. Im vergangenen Jahr wurden 129 Kinder aus auswärtigen Gemeinden in Rastatter Einrichtungen betreut.

Rastatt bietet derzeit 418 Plätze für Kinder unter drei Jahren sowie 1 610 Plätze für Kinder über drei Jahren. Allein für die Betriebskosten rechnet die Stadt in diesem Jahr mit Ausgaben von mehr als zwölf Millionen Euro.


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