Rastatt will Kasernenflächen gestalten

Rastatt (ema) – Jahrelang ist es ruhig geblieben um den Stadteingang im Rastatter Süden. Jetzt schickt sich die Stadt an, die ehemaligen Kasernenflächen der Franzosen sanft aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.

•Wohnungsbau und Natur: Die Stadt will jetzt langsam die Kasernenflächen am südlichen Stadteingang anpacken. Foto: Willi Walter/BT-Archiv

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•Wohnungsbau und Natur: Die Stadt will jetzt langsam die Kasernenflächen am südlichen Stadteingang anpacken. Foto: Willi Walter/BT-Archiv

Der Gemeinderat soll in seiner Sitzung am Montag in der Badner Halle (Beginn: 17.30 Uhr) beschließen, beim Bund als Eigentümer ein Erstzugriffsrecht auf große Teile der Areale wahrzunehmen.

Diese Chance billigt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) den Gemarkungsgemeinden mit Kasernenflächen zu. Unter bestimmten Voraussetzungen darf die Kommune dann sogar die Grundstücke mit Rabatt kaufen, wenn etwa Projekte folgen wie sozialer Wohnungsbau oder soziale und lokale Infrastruktureinrichtungen.

Schon vor zwei Jahren war im Gemeinderat darauf gedrängt worden, endlich im Schulterschluss mit der Bima aktiv zu werden. Als allerdings im Zuge der Erweiterungspläne von Daimler auch das Merzeau-Gelände als eine Option gehandelt wurde, blieb es vorerst weiter ruhig. Diese Variante ist mittlerweile vom Tisch. Ein neuer Impuls kam jetzt auch durch die Bewerbung Rastatts um die Landesgartenschau hinzu. Ein Bestandteil des Konzepts ist der Wille, für das Merzeau-Gelände bis in die 30er Jahre ein zukunftsweisendes Wohngebiet zu entwickeln. OB Hans Jürgen Pütsch hat nach eigenem Bekunden gelungene Beispiele bei der Bundesgartenschau in Heilbronn kennengelernt.

Teilweise soll ein durchmischtes Wohngebiet entstehen

Die jetzt mit der Bima abgestimmten Pläne sehen vor, im nördlichen Bereich der ehemaligen Kaserne Peré und Teilflächen von Merzeau auf 9,5 Hektar ein durchmischtes Wohngebiet (Mietwohnungen, sozialer Wohnungsbau und Eigentumswohnungen) sowie Einrichtungen für die Daseinsvorsorge zu schaffen. Vor der Presse wollte Pütsch jetzt nicht ausschließen, dass in dem Bereich auch eine Kindertagesstätte oder Schule errichtet wird.

Der südliche Bereich soll aufgeforstet werden

Der südliche Teil von Peré (4,1 Hektar) ist bislang für eine Aufforstung vorgesehen. Die ganze Westseite (Areal Türkenlouis) soll ebenfalls dem Grün vorbehalten bleiben, um dort gegebenenfalls ökologische Ausgleichsmaßnahmen umzusetzen, so Pütsch.

Grundlage für das weitere Vorgehen wird die Entwicklung eines städtebaulichen Rahmenplans sein. Die Bima selbst hat signalisiert, auf einer Teilfläche als Investor aktiv werden zu wollen. Im Gespräch sind mehrere Mehrfamilienhäuser für Mitarbeiter des Landes und des Bunds sowie Dienstgebäude.

Bei der Umsetzung der Konversion würde die Stadt vermutlich wie beim Canrobert-Gelände vorgehen, sagt Pütsch. Die Frage stelle sich aber, ob man sich nur einen Partner an die Seite hole oder die Fläche in einem Konsortium entwickle.

Ihr Autor

Egbert Mauderer

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Erstellt:
27. Juni 2020, 18:50 Uhr
Lesedauer:
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