Rastatter Erfinder und sein Orbitalrad

Rastatt (waa) – Branislav Zivkovic nennt es Orbitalrad. Mit seiner Erfindung will der Rastatter einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und hofft auf Unterstützer.

Erfinder Branislav Zivkovic auf dem neuesten Prototyp des Orbitalrads. Foto: Alena Wacker

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Erfinder Branislav Zivkovic auf dem neuesten Prototyp des Orbitalrads. Foto: Alena Wacker

Was in der Garage des Rastatters Branislav Zivkovic steht, sieht nicht nur ein wenig so aus, als könne es aus einem Science-Fiction-Film stammen – auch der Name klingt danach. Orbitalrad nennt sich die Konstruktion des gebürtigen Serben, mit der er nachhaltige Energie erzeugen will.
20.000 Euro habe er in seine Erfindung sicher schon gesteckt, erzählt Branislav Zivkovic im Gespräch mit dem BT, „natürlich ohne Arbeitsstunden“, fügt er hinzu. Das Ergebnis jahrelangen Tüftelns steht in der Garage des Rastatters. Bei seiner Konstruktion handelt es sich um eine Kombination aus einem Ergometer und einem Orbitalrad. Darunter versteht man laut Schreiben von Zivkovics Patentanwälten ein „nabenloses Rad, welches nicht wie üblicherweise über eine in der Mitte gelagerte Nabe, sondern am Radumkreis, dem Orbit, gehalten wird“.

Die Pedale des Orbitalrads sind mit mehreren Generatoreinheiten verbunden. Werden die Pedale getreten, so wird die Tretkraft auf die Generatoren übertragen und die mechanische Kraft in Strom umgewandelt. Auf einem Display soll dann abgelesen werden können, wie viel Strom beim Strampeln erzeugt wurde. Den ersten Prototyp hatte Zivkovic vor einigen Jahren noch aus Holz gebaut. Dieser befindet sich bis heute auf seinem Dachboden. Der zweite Prototyp entstand dann bereits aus Stahl und der neueste wurde aus Aluminium gefräst.

Urkunde vom Patentamt

Bei dem aktuellen Modell habe er nach eigenen Angaben eine Stromstärke von bis zu 381 Ampere und eine Spannung von maximal 141 Volt messen können – jedoch nicht durchgängig. Dafür sei die Konstruktion zu laienhaft gebaut, gesteht der Erfinder. Erfahrene Ingenieure, so ist sich Zivkovic sicher, könnten sicher ein besseres und vor allem konstantes Ergebnis erzielen.

Von der Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts, Cornelia Rudloff-Schäffer, ließ sich Zivkovic 2019 bereits eine Urkunde zu seiner Erfindung ausstellen. Außerdem bescheinigen ihm seine Patentanwälte, dass mit seiner Konstruktion Energie erzeugt werden kann.

Diese könne anschließend in ein Stromnetz oder einen Energiespeicher eingespeist werden, erklärt Zivkovic seine Idee. So würden sich etwa Handyakkus, Autobatterien oder sogar E-Bikes laden lassen. Im privaten Gebrauch sieht der Erfinder daher durchaus Potenzial für sein Gerät und würde sich im Fall einer Marktreife entsprechende Förderungsmaßnahmen der Regierung wünschen. Alternativ könne man die Konstruktion aber auch vor Lebensmittelgeschäften aufstellen. Dort hätten Kunden die Möglichkeit, ihren erstrampelten Strom zu verkaufen und mit dem erwirtschafteten Geld ihren Einkauf zu bezahlen, so die Idee des 66-Jährigen. Selbst an Flussufern sieht der ehemalige Rohrleitungsbauer in Verbindung mit Wasserkraft eine Nutzungsmöglichkeit für sein Orbitalrad.

Bau aus recyceltem Kunststoff denkbar

Auch zum Bau des Geräts hat sich der Rastatter Gedanken gemacht. Seiner Meinung nach könne es zu 90 Prozent aus recyceltem Kunststoff hergestellt werden. Plastikmüll könne gesammelt, geschnitten, gewaschen und zu Platten gepresst werden. „So lässt sich die Welt von Plastikmüll retten“, ist sich Zivkovic sicher.

Nach Kontaktaufnahmen zu Firmen wie Siemens und Porsche, die allerdings nicht den gewünschten Erfolg brachten, wandte sich der Rastatter in einem handschriftlichen Brief sogar an den Bundespräsidenten. Von diesem habe er allerdings noch keine Antwort erhalten, bedauert Zivkovic.

Noch hat der Tüftler die Hoffnung nicht aufgegeben, dass seine Erfindung doch noch Anklang findet. „Es geht nicht nur ums Geld, es geht um das Ganze“, sagt der ambitionierte Rastatter. Mit der Erzeugung nachhaltigen Stroms wolle er den Planeten für nachkommende Generationen retten. Gerne würde er auch Lizenzen verkaufen und mit dem Erlös eine Stiftung gründen, die bedürftigen Menschen hilft.

Ihr Autor

BT-Volontärin Alena Wacker

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Erstellt:
7. November 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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