Rastatter Firma versorgt Stadt mit Antigen-„Lolli“-Tests

Rastatt (kba) – Kindgerechte „Lolli“-Tests sind noch schwer zu kriegen. Die Stadtverwaltung wird versorgt – von einer Rastatter Firma.

Begehrt, aber in der Fläche noch nicht angekommen: Die Rastatter Unternehmerin Janine Karolus kann aber die Stadt mit den kindgerechten Lollipop-Tests ausstatten. Foto. pr

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Begehrt, aber in der Fläche noch nicht angekommen: Die Rastatter Unternehmerin Janine Karolus kann aber die Stadt mit den kindgerechten Lollipop-Tests ausstatten. Foto. pr

Nicht verfügbar für die Apotheken und doch bei einem Rastatter Zulieferer am Lager: Pünktlich zum erneuten Start in den Wechselunterricht hat die Firma K-FMS GmbH den Speichel-Selbsttest, auch bekannt als Lollipop-Test, nun auch in Rastatt ins Spiel gebracht. Anfang Mai ging bereits die zweite Lieferung an die Stadt.
In Zeiten, in denen selbst im Kindergarten regelmäßige Schnelltests Pflicht sind und zum Alltag gehören, sind komfortablere Selbsttest-Varianten heiß ersehnt. Allen voran der Speicheltest, bei dem das gefürchtete Stäbchen nun nicht mehr tief in Nase und Rachen eingeführt werden muss, sondern gleich einem abgelutschten Lolly-Stiel, nur noch locker für zehn Sekunden im Mundraum, jedoch unter der Zunge, gedreht wird. Das geht flugs und tut nicht weh, so das Versprechen.

Obgleich die Tests wie etwa der der Firma Watmind vom Ministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte bereits eine Sonderzulassung für den Laiengebrauch erhalten haben, sind sie im regionalen Einzelhandel bislang jedoch noch kaum in der Fläche angekommen. Laut Anfrage in Rastatter Apotheken sind sie aktuell auch nicht zu bestellen.

Die Rastatter Unternehmerin Janine Karolus, Geschäftsführerin der Firma K-FMS (Karolus-Facility Medical Services) hat sie für ihr Sortiment trotzdem klar machen können.

Rund ein Jahr widmet sich die umtriebige Unternehmerin, die seit 2013 bereits Dienstleistungen und Produkte für den medizinischen Bereich anbietet, bereits der Beschaffung von Hilfsmitteln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Erst waren es Kittel und Masken, auch für Kinder; seit Herbst 2020 kamen Tests zur professionellen und schließlich Laienanwendung hinzu, die sie vornehmlich über ihre Webseite vertreibt. Deutschlandweit und darüber hinaus.

Meist Großabnehmer

„Die meisten unserer Kunden sind Großabnehmer wie Kommunen, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen“, umreißt die Geschäftsführerin das Geschäftsfeld. Schnell und zuverlässig agieren zu können, sei gerade in der Pandemie-Zeit ihr Plus gewesen – Hand in Hand mit einem kleinen kompakten Team, kurzen Wegen, schnellen Absprachen. Tommy Schleh und Timo Krigo stehen Karolus dabei zur Seite. Schleh: „Wir waren uns von Anfang einig, dass schnell und sicher zu liefern jetzt das A und O ist.“

Was helfe es, den letzten Cent herauszuholen, wenn hinterher keine Ware fließe? Auf der Basis eines guten Netzwerks, teils weltweit, arbeite man als Team eng zusammen, um das Angebot tagtäglich für die Käufer zu optimieren, auf Zulassungsänderungen kurzfristig zu reagieren und neue Produkte schnellstmöglich zu akquirieren, pflichtet Krigo ihm bei.

Daher müssten die Preise bei ihnen tagesaktuell per Mail erfragt werden: „Nur so können wir einen guten Deal auch direkt weitergeben.“ Bestellung von privat seien möglich, so Karolus, jedoch an eine gewisse Mindestabnahmemenge gebunden.

Neue Produkte würden, wann immer möglich, erst von ihnen getestet, ehe man sie ins Sortiment aufnähme. Als Nebeneffekt hat sich Karolus, die nach eigener Aussage schon lange ein Interesse für Biologie und Chemie hat, in der Auseinandersetzung mit dem neu entstandenen Geschäftsfeld schnell einiges an Expertise aneignen können und nun auch einen eigenen SARS-CoV-2 Antigen-Spuk-Schnelltest mitoptimiert. Für den steht die Sonderzulassung zur Laienanwendung noch aus, in einigen Arztpraxen und Test-Centern komme er aber schon erfolgreich zum Einsatz.

Mehr Souveränität beim Bezug und Transparenz bezüglich der Verlässlichkeit des Tests, den sie nun selbst auf jede neue Mutationen überprüfen lassen könne, waren ihr bei „ihrem eigenen“ ein Anliegen. „Besser gründlich und zweimal checken“ und dabei gerne auch einen Schritt voraus sein, beschreibt Krigo die Vorgehensweise.

Gerade hat Karolus für K-FMS schon die neue Zertifizierung als Zulieferer für den medizinischen Bereich erwirkt. In wenigen Wochen wird sie zur Vorschrift werden. K-FMS bleibt dann im Spiel.


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