„Rastatter Freizeitparadies“ steht zum Verkauf

Rastatt (dm) – Die Familie Krieg will das 1990 eröffnete „Rastatter Freizeitparadies“ verkaufen und altersbedingt in jüngere Hände geben. Acht Millionen Euro werden als Kaufpreis aufgerufen.

Blick auf das „Rastatter Freizeitparadies“ bei Plittersdorf. Interessenten haben schon angeklopft. Foto: Willi Walter

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Blick auf das „Rastatter Freizeitparadies“ bei Plittersdorf. Interessenten haben schon angeklopft. Foto: Willi Walter

Zeit seines Bestehens ist das „Rastatter Freizeitparadies“ bei Plittersdorf mit dem Namen der Familie Krieg verbunden. Jetzt steht die 1990 eröffnete Camping- und Freizeitanlage zum Verkauf. Aus Altersgründen soll sie in neue Hände gegeben werden. Als Kaufpreis ruft das beauftragte Immobilienunternehmen acht Millionen Euro auf.
Die Brüder Wolfgang, Michael und Karlheinz Krieg hatten das Resort aufgebaut. 400 Dauercampingplätze, rund 70 Touristenplätze und einige Mobilheime, ein Badesee, Strand und Liegewiese, eine Gaststätte mit bis zu 300 Plätzen Kapazität und ein privates Tauchzentrum finden darin Platz; einen Teil des Geländes nutzt der Golfclub Altrhein.

Aktuell firmieren Isolde und Edelgard Krieg als Geschäftsführerinnen; als „Mädchen für alles“ ist Karlheinz Krieg – inzwischen 71 Jahre – nach wie vor an Bord.

Ein Familienunternehmen ist das Plittersdorfer „Freizeitparadies“ schon seit der Planung, und nichts, was dort genutzt wird, ist nicht von der Familie Krieg bezahlt worden, wie betont wird – von der 20kV-Stromleitung bis zum Wasser-/Abwasseranschluss. Öffentliche Förderung habe es nie gegeben. „Wir haben alles selbst erwirtschaftet.“

„Wollen einen verträglichen Übergang“

Zuletzt sei die Arbeit, die man mithilfe von Mini-Jobbern stemmt, „nicht gerade weniger geworden.“ Und nun gibt es offensichtlich niemanden in der nächsten Generation, der den Betrieb künftig wuppen will.

Man suche daher einen Käufer mit ähnlichen Interessen, jemand, der das mit vier Sternen zertifizierte „Freizeitparadies“ weiterführt. Dieses war auf 26 Hektar am 24. Mai 1990 eröffnet worden. Der Ursprungsgedanke reicht indes bis in die 70er Jahre zurück. Im Rahmen der Eingemeindung Plittersdorfs nach Rastatt 1972 war der Ausbau des Baggersees zu einem Freizeitzentrum vertraglich festgezurrt worden. Am 5. März 1988 fand der erste Spatenstich statt. Unter anderem wurde das Gelände als Schutz vor Hochwasser aufgeschüttet.

Interessenten seien schon vorstellig geworden, doch man habe keine Eile, wie Karlheinz Krieg betont. „Noch sind wir alle bei Gesundheit.“ Und: „Wir wollen einen verträglichen Übergang.“ Auch im Sinne der Dauercamper-Kunden, die nicht nur Herzblut, sondern ebenso Arbeit und Geld in „ihre“ Plätze investiert haben. Sie sind ein Kernstück des Betriebs: Die Dauerplätze im Paradies sind ausgebucht, „wir haben sogar eine Warteliste“, so Krieg – und eine sehr treue Dauercamper-Kundschaft, die auch in Corona-Zeiten nicht abgesprungen sei.

Eine gravierende Zäsur brachte die Pandemie jedoch bei den Tagesgästen. Im Zuge der Verpflichtung zur Datenerfassung jedes einzelnen Besuchers bei jedem einzelnen Zugang wird der Einlass aktuell weiterhin nur per Clubkarte geregelt (70 Euro für die Saison), die Tauchschule arbeite mit der Luca-App, und auch die Gastronomie hat geöffnet, aber durch den Wegfall der Laufkundschaft ebenfalls Einbußen. Auch die Touristencamper, von denen viele bereits für die Folgejahre buchen, waren rückläufig; aber: „Wir sind immer noch in den schwarzen Zahlen.“

Das Potenzial sei ungebrochen: Die Campingbranche boomt, wie Karlheinz Krieg betont. Für das „Rastatter Freizeitparadies“ liege eine Erschließungsgenehmigung für weitere rund 10.000 Quadratmeter vor.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
30. Juli 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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