Rastatter Freizeitpark geht an den Start

Rastatt (dm) – Schausteller aus der Region bieten auf dem Rastatter Festplatz Rummelvergnügen unter besonderen Vorzeichen. Die Veranstaltung ist seit Corona die erste ihrer Art in Baden-Württemberg.

Der Park ist aufgebaut, am Donnerstag, 20. August, wird er eröffnet. Die Schausteller hoffen auf das Rastatter Publikum.  Foto: Frank Vetter

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Der Park ist aufgebaut, am Donnerstag, 20. August, wird er eröffnet. Die Schausteller hoffen auf das Rastatter Publikum. Foto: Frank Vetter

Für die Schausteller ist es ein Licht am Ende des Tunnels, für die Menschen aus Rastatt und Umgebung „hoffentlich der Start in ein Vergnügen, das sie in den letzten acht Monaten vermisst haben“, wie es Hugo Levy formuliert. Am jetzigen Donnerstag, 20. August, wird der Familien-Pop-up-Freizeitpark auf dem Festplatz an der Friedrichsfeste eröffnet. In Zeiten, in denen klassische Jahrmärkte coronabedingt noch immer untersagt sind, ist dies der erste seiner Art in ganz Baden-Württemberg, wie am Mittwoch bei einem Presserundgang betont wurde.
Über den Straßen, die durch den Rummel führen, flattern bunte Fähnchen im Wind, unter anderem Fahrgeschäfte wie „Breakdance“, Berg- und Talbahn, Kinderkarussells und Autoscooter, das Spaßhaus „Rio“, Geschicklichkeitsspiele, Imbisse, Süßigkeiten, ein Biergarten mit Bühne stehen bereit: 34 Schausteller haben ihre Angebote auf dem Festplatz aufgeschlagen – und tatsächlich sieht es wie auf einem „richtigen“ Jahrmarkt aus.

Und doch ist einiges anders: Das Gelände ist eingezäunt, damit der Zugang kontrolliert werden kann – große Banner weisen darauf hin, wo sich Eingang und Ausgang befinden –, maximal 500 Menschen dürfen gleichzeitig aufs Gelände. Ein Gerät am Eingang misst die Körpertemperatur der Besucher – wenn sie zu hoch ist, darf der/die Betroffene nicht hinein, zugleich wird digital erfasst, wie viele Menschen drin sind. Auf der Website www.popup-freizeitpark.de kann man dann sehen, ob man spontan vorbeikommen kann, so Levy. Online kann man sich bereits den erforderlichen Kontaktdatenbogen rauslassen, damit es am Einlass nicht zu lange dauert; anmelden kann man sich im Internet indes nicht. Das geht direkt vor Ort, wo man einen Euro für den Zutritt bezahlt (Kinder bis sechs Jahre sowie Inhaber einer Kinder- und Familienkarte sind frei). In den Wartebereichen ist Mund-/Nasenschutz zu tragen, in den Gefährten jedoch nicht, wo Menschen eines Haushalts zusammen fahren dürfen oder ansonsten ein Platz freigehalten werden müsse. Zahlreiche Desinfektionsspender stehen bereit, die Wege durch den Freizeitpark sind „doppelt so breit wie sonst“, Hinweise auf die Verhaltensregeln sind nicht zu übersehen. Und natürlich ist wie beim Jahrmarkt auch ein Sicherheitsdienst vor Ort.

„Alles da, was das Herz begehrt“

Man geht auf Nummer sicher, doch das Vergnügen soll dies nicht schmälern. „Es ist alles da, was das Herz begehrt“, wirbt Levy. Und: „Wir hoffen, dass es funktioniert“. Die Schausteller, die seit Monaten keine Einnahmen verzeichnen und nun an den kommenden vier Wochenenden den Festplatz bespielen, kommen allesamt aus der Region, betreiben ihr Geschäft seit Generationen – und bauen auf die Rastatter. „Die haben uns noch nie im Stich gelassen.“

Man sei froh, dass die Stadt hier den Vorreiter gibt, sagt Schaustellerin Katja Fetscher, die Zusammenarbeit sei sehr gut, ebenso die Unterstützung durch die Sponsoren. „So ein Konzept zu schreiben, war für uns ja auch neu“, so Fetscher mit Blick auf Regelungen und Organisation. Man hofft, dass der Freizeitpark damit zur Blaupause auch für Märkte in anderen Gemeinden werden könne. Die direkte Nachfolgeveranstaltung steht bereits: Wenn man in Rastatt nach dem 13. September die „Zelte“ abbaut, schlägt man sie in Gaggenau wieder auf, wo dasselbe Konzept umgesetzt wird.

Lernen für die Zukunft

Auch für die Stadt Rastatt sei der Freizeitpark ein „wichtiges Ereignis“, so der städtische Eventmanager Markus Lang. Schließlich wurde das soziale Leben in den letzten Monaten zurückgefahren und es gibt derzeit nur wenige Freizeitaktivitäten. Man wolle daher lernen, wie man coronagerechte Veranstaltungen auch in Zukunft auf die Beine stellen kann. Wie berichtet, will man vom Freizeitpark auch Erkenntnisse für einen etwaigen Weihnachtsmarkt im Schlosshof gewinnen.

Der Pop-up-Freizeitpark erregt vor diesem Hintergrund überregional Interesse. Zur Eröffnung – heute um 18 Uhr ist Fassanstich mit OB Hans Jürgen Pütsch – hat sich auch ein Kamerateam des SWR angesagt. Treffpunkt ist der Biergarten, auf dessen Bühne Tag für Tag ein Musikprogramm geboten werden soll. An den ersten beiden Abenden sorgt der „DJ von der Alm“ Alexander Stetter für Stimmung.

Eröffnet wird der Pop-up-Markt (20. August bis 13. September) heute um 15 Uhr. Freitags und samstags ist ab 14 Uhr geöffnet, sonntags ab 12 Uhr, und zwar immer bis 21 Uhr.

www.popup-freizeitpark.de

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Erstellt:
20. August 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 08sec

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