Rastatter Pop-up-Feizeitpark steht vor dem Start

Rastatt (fuv) – Nach der Premiere im vergangenen Jahr gibt es nun an drei Wochenenden wieder einen Pop-up-Freizeitpark auf dem Festplatz. Die Schausteller sind „sehr froh, dass es wieder losgeht“.

Hoffen auf viele Besucher: Schausteller Hugo Levy (links) und der städtische Eventmanager Markus Lang im Kettenkarussell. Foto: Frank Vetter

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Hoffen auf viele Besucher: Schausteller Hugo Levy (links) und der städtische Eventmanager Markus Lang im Kettenkarussell. Foto: Frank Vetter

„Wir sind natürlich sehr froh, dass es wieder losgeht“, sagt Hugo Levy von der Interessengemeinschaft Rastatter Schausteller. Wie seine Kollegen durchlebt er pandemiebedingt schwere Zeiten. Nun öffnet an diesem Donnerstag der zweite Pop-up-Freizeitpark auf dem Rastatter Festplatz seine Pforten.
Ein Dreh- und Angelpunkt sind dabei die Vorkehrungen, um Covid-19-Infektionen zu verhindern, wie Levy und der städtische Eventmanager Markus Lang bei einem Presserundgang berichteten. Das Gelände ist wie bei der Premiere im vergangenen Jahr eingezäunt, es gibt nur einen Ein- und Ausgangsbereich. Das Hygienekonzept haben die Schausteller mit dem Ordnungsamt der Stadt abgestimmt. Da es sich bei dem etwas anderen Jahrmarkt um eine Open Air-Veranstaltung handle, gelte indes die 3-G-Regelung nicht, unterstreicht Levy.

Nicht mehr als 500 Personen gleichzeitig

Am Eingang in der Uhlandstraße müssen die Besucher einchecken. Das kann in diesem Jahr auch via Luca-App erfolgen; wer die App nicht nutzt, muss den Kontaktverfolgungsbogen ausfüllen. Obgleich nicht vorgeschrieben, wird bei den Besuchern die Körpertemperatur gemessen. Im vergangenen Jahr war das für viele eine Gaudi, die mit Selfies dokumentiert wurde. Für den Festplatz gibt es keine Zuschauerbegrenzung. Dennoch wollen die Schausteller nicht mehr als 500 Personen gleichzeitig in den Freizeitpark lassen. Eine Einbahnstraßenregelung gibt es nicht. Ein- und Ausgang müssen lediglich getrennt sein. Auch das kennen die Kirmesfans vom vergangenen Jahr. Eine Maskenpflicht gibt es nur beim Anstehen zum Ticketkauf für die Fahrgeschäfte und bei den Verpflegungsständen. Ansonsten gilt die Abstandsregel. 2020 habe das Hygienekonzept sehr gut funktioniert, die Besucher seien verständnisvoll gewesen, betonen Hugo Levy und Markus Lang.

Mit sechs Fahrgeschäften für Erwachsene, vier Kinderkarussells, sieben Essensständen, Los- und Schießbuden lockt der Freizeitpark. Statt Festzelt bietet der Biergarten rund 200 Sitzplätze. Mit einem Kettenkarussell kehrt ein Jahrmarktklassiker nach Rastatt zurück, der mit einem Alter von 70 Jahren schon historisch zu nennen ist. Auf viele Jahrzehnte blickt auch eine Kinderschiffschaukel zurück. Alles überragend ist das sogenannte Lachhaus, in dem die Besucher jede Mange Spaß haben sollen: 28 Meter Lang, sechs Meter tief und 15 Meter hoch. Eine Berg- und Talbahn sowie der Autoscooter dürfen in Rastatt nicht fehlen.

Einnahmen und Lebensgefühl haben gefehlt

Lange durfte kein Rummel stattfinden; es gebe kleine Kinder, die noch nie einen Jahrmarkt gesehen haben, so Hugo Levy. Es seien schon einige Schausteller Pleite gegangen, sagt er, auf die staatlichen Hilfen würden viele Kollegen noch warten. Umso mehr Hoffnung setzen sie auf die drei Wochenenden in der Barockstadt. Wie Manuela Roos aus Saarlouis. Sie hat ihre funkelnagelneue „Marvel Station“ aufgebaut. Ein sogenannter Scheibenwischer, bei dem die Fahrgäste in einer Reihe sitzen und ordentlich durchgeschüttelt werden. „Im Herbst 2018 haben wir das Geschäft bestellt, ein Jahr später wurde es geliefert, dann kam Corona. Nun feiern wir Premiere auf einer Kirmes“, beschreibt sie die Situation. Trotz Corona-Hilfen und Entgegenkommen der Versicherungen für den Fuhrpark habe Ehemann Alexander als Lkw-Fahrer arbeiten müssen. Es hätten indes nicht nur die Einnahmen gefehlt, sie habe das Lebensgefühl des Jahrmarkts vermisst, die verschiedenen Menschen, beschreibt sie die Gefühlslage der Schausteller.

Los geht es mit dem Pop-up-Freizeitpark am Donnerstag um 15 Uhr. Offiziell eröffnet OB Hans Jürgen Pütsch im Beisein der baden-württembergischen Bierkönigin Irina Hansmann mit einem Fassanstich um 18 Uhr den Rummel. Bis 12. September geht das bunte Treiben, donnerstags und freitags ab 15 Uhr, samstags ab 14 Uhr, sonntags ab 12 Uhr (immer bis 23 Uhr). Für den 4. und 5. September hofft Markus Lang, dass auch ein Krämermarkt stattfinden kann. Ob das klappt, ist noch nicht sicher.


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