Rastatter Schlösser bleiben vorerst zu

Rastatt (mak) – Die Landesregierung hat zwar eine Öffnung der Museen ab dem heutigen Mittwoch erlaubt, gleichwohl liegen noch keine entsprechenden Verordnungen aus Stuttgart vor. Dennoch sind die Einrichtungen auch in der Barockstadt am Start, um nach der Zwangspause wieder ihre Pforten für Besucher öffnen zu können. Allein die Schlösser und die städtische Galerie Fruchthalle bleiben bis auf Weiteres geschlossen.

Bis auf Weiteres bleibt es noch still im Rastatter Residenzschloss. Foto: Staatliche Schlösser

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Bis auf Weiteres bleibt es noch still im Rastatter Residenzschloss. Foto: Staatliche Schlösser

„Wir warten alle gespannt darauf, bis die Ankündigungen von Herrn Kretschmann in Richtlinien gegossen und uns mitgeteilt werden“, erläutert die städtische Pressesprecherin Heike Dießelberg auf BT-Anfrage. Derzeit treffe man in den Häusern „intensive Vorbereitungen“, um die coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln erfüllen zu können.

Heute werden noch weitere Lieferungen erwartet, unter anderem Plexiglas-Scheiben für den Kassenbereich. Sollten diese wie geplant eintreffen, dann könnte das Stadtmuseum bereits morgen und das Riedmuseum in Ottersdorf am Freitag wieder regulär öffnen, führt Dießelberg aus. Auch die Historische Bibliothek könne nach Terminvereinbarung wieder besucht werden.

Hohe Einnahmeverluste

Ganz anders hingegen sieht es beim Residenzschloss und bei Schloss Favorite aus: „Wir haben uns das intensiv überlegt, aber ein freier Rundgang ist nicht möglich und ein Führungsbetrieb ist wirtschaftlich nicht darstellbar, da aufgrund der Corona-Verordnung nur fünf Personen erlaubt sind“, erläutert Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG), im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt. Die Staatlichen Schlösser betreuen 62 Objekte im Land und sind laut Hörrmann bislang mit Einnahmeverlusten in Höhe von vier Millionen Euro konfrontiert. Die Mehrzahl der Schlösser im Land werde ab Dienstag, 12. Mai, wieder öffnen. Doch dann gibt es ein weiteres Problem: Der vorgeschriebene Mindestabstand zwischen den Besuchern ist einzuhalten und an den Kassen dürfen sich keine Menschen ansammeln. Um die Einhaltung dieser Schutzvorkehrungen zu kontrollieren, sind mehr Aufsichten erforderlich. Diese sind jedoch nicht ohne Weiteres zu bekommen, außerdem sind unter ihnen laut Hörrmann „viele ältere Semester“, deren Schutz vor einer möglichen Ansteckung ebenfalls zu beachten sei. Trotz der Auflagen hinsichtlich der Hygienebestimmungen freue er sich sehr auf die Öffnung: „Das ist ein Quantensprung gegenüber letzter Woche.“

Noch kein Termin in Sicht

In der Barockstadt bleiben die Schlösser hingegen noch bis auf Weiteres geschlossen: „Ich habe keine Blaupausen-Lösung, die für alle Einrichtungen passt, ich muss für jede ein individuelles Konzept vorlegen“, verdeutlicht Hörrmann. In Bruchsal beispielsweise könne man mit vier Aufsichten die Prunkappartements in freiem Rundgang zeigen, was in Rastatt aufgrund der Diebstahlsgefahr nicht möglich sei.

Im Rastatter Schlosskomplex ist auch die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte, kurz Freiheitsmuseum, untergebracht. Wann es wieder öffnet, konnte Dr. Tobias Herrmann von der zentralen Pressestelle des Bundesarchivs in Koblenz gestern nicht sagen: „Das ist abhängig von den entsprechenden Verordnungen des Landes. Zum Ende der Woche wissen wir voraussichtlich mehr, wir haben die Wiedereröffnung und die entsprechenden Hygienevorkehrungen im Blick.“

Ebenso bereitet sich das Wehrgeschichtliche Museum auf ein Ende der Corona-Zwangspause vor: „Im Moment kann ich leider noch keine konkreten Details mitteilen, der Abstimmungsvorgang läuft noch. Diese Woche werden wir sicher noch nicht öffnen können“, berichtet Direktor Dr. Alexander Jordan.


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