Rastatter Schulen erwarten mehr Einschränkungen

Rastatt (kos) – Mit den weiter steigenden Infektionszahlen häufen sich zunehmend die Sorgen um das undurchsichtige Pandemiegeschehen in den Schulen. Das ist auch in Rastatt so.

An den Rastatter Schulen rechnet man schon bald mit einer Verschärfung der Auflagen. Symbolfoto: Pavlieek Lubos/CTK/dpa

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An den Rastatter Schulen rechnet man schon bald mit einer Verschärfung der Auflagen. Symbolfoto: Pavlieek Lubos/CTK/dpa

Auch der Deutsche Lehrerverband warnte jüngst vor einem möglichen Kontrollverlust. Schulen in Rastatt erwarten die Ausrufung der Alarmstufe im Laufe der Woche, wie ein Stimmungsfang bei den Schulen zeigt.

„Die Gefahr ist immens, dass wir die Kontrolle über das Pandemiegeschehen an Schulen verlieren“, äußerte Hans-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, am vergangenen Wochenende seine Bedenken zu besonders hohen Infektionszahlen in Schulen. In diesem Zuge werden Forderungen nach der Rückkehr einer generellen Maskenpflicht auch im Unterricht und nach deutlich mehr Corona-Testungen lauter.

Verantwortliche geben sich relativ gelassen

Dafür bedarf es allerdings der offiziellen Direktive vom Land: Aktuell gilt nämlich noch die sogenannte Warnstufe. Für strengere Regeln brauche es aber die sogenannte Alarmstufe, erklärt Elisabeth Ströhler, Geschäftsführende Schulleiterin Rastatts und Rektorin der Hans-Thoma-Schule. In Rastatt geben sich Schulleiter wie auch das Staatliche Schulamt verhältnismäßig gelassen. Karl Hemmel, stellvertretender Schulamtsleiter, betont, von einem „Kontrollverlust“ sei man in der Barockstadt und im zugehörigen Landkreis weit entfernt. Durch ein engmaschiges Schutzkonzept aus Masken- und Testpflicht sei nur ein „geringfügigster Teil der Infektionen“ auf die Schulen zurückzuführen, erklärt er. Dass eine schärfere Maskenpflicht zurückkehren wird, bezweifelt er indes nicht: Diesbezüglich sei nur noch nicht absehbar, wann genau sie kommt, sagte er.

Strengere Regeln erst in nächster Warnstufe

Die aktuelle Warnstufe und die Corona-Schulverordnung sehen vor, mindestens dreimal pro Woche mit Antigenschnelltests Schüler auf Infektionen zu testen, sagt Stefan Funk, Schulleiter der August-Renner- Realschule. Neben der Maskenpflicht auf dem Schulgelände – außer im Unterricht – sei unter derzeitigen Umständen auch bei den derzeit hohen Inzidenzen aber nicht mehr möglich: „Wir führen die Direktiven des Kultusministeriums aus“, erklärt er. Für strengere Schutzmaßnahmen müsse das Land erst die nächsthöhere Warnstufe aussprechen. Bis dahin gelte es, bestehende Regeln umzusetzen und auf neue zu warten, so Funk. Größere Sorgen bereiten ihm allerdings die relativ hohe Fehleranfälligkeit der Schnelltests: Es gebe einen deutlich höheren Verwaltungsaufwand „durch die falschpositiven“ Schnelltests als durch positive Infektionen, befand er. Ein weiteres Problem sei, dass die Schulleitung keinen Einfluss darauf hat, was die Schüler außerhalb der Schulzeit tun.

Schulen dürfen nicht selbst entscheiden

Mehr Testungen und eine eigenmächtige Maskenpflicht im Unterricht dürften Schulen für sich nicht beschließen, selbst wenn Schulleitungen das zum Schutz von Lehrkräften und Schülern umsetzen wollten, erklärt Elisabeth Ströhler. Daher würde ihr zufolge in Rastatt keine Schule strenger durchgreifen. Gleiches berichtet Sven Scheid, geschäftsführender Schulleiter unter anderem der Gemeinden Durmersheim, Au am Rhein und Elchesheim-Illingen.

Strengere Regeln seien nur mit der Ausrufung der Alarmstufe durch die Landesregierung erlaubt, fügt die Schulleiterin hinzu. Diese könnte laut einer Mitteilung des Kultusministeriums, die die Schulen erhalten haben, angesichts der weiter stark steigenden Inzidenzen bereits in der laufenden Woche ausgerufen werden, das bestätigte am Montag auch Karl Hemmel.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

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Erstellt:
10. November 2021, 07:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 26sec

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