Rastatter Tafel hält Notbetrieb aufrecht

Rastatt (dm) – Die Rastatter Tafel ist auch in Zeiten der Corona-Krise weiter geöffnet – allerdings im Notbetrieb. Aktuell können Bedürftige dort an drei Tagen die Woche einkaufen. Dabei gelten spezielle Sicherheitsregeln, es kommt zu längeren Wartezeiten vor dem Tafelladen.

Geschützt hinter Folie: eine Mitarbeiterin an der Kasse der Rastatter Tafel. F. Vetter

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Geschützt hinter Folie: eine Mitarbeiterin an der Kasse der Rastatter Tafel. F. Vetter

Ein Großteil der Tafeln im Land ist aufgrund der Corona-Krise vorübergehend geschlossen; zu den Supermärkten für Bedürftige, die durchhalten können, zählt die Rastatter Tafel, die zudem als Logistik- und Verteilerdrehscheibe für andere Tafeln fungiert. Mit rund 30 Mitarbeitern beziehungsweise Helfern hält sie derzeit einen Notbetrieb aufrecht. Normalerweise kann Geschäftsführer Torsten Weber auf knapp 100 zurückgreifen.
Doch viele davon sind über 65 Jahre und sollen daher zu Hause bleiben.

Immerhin: Es reicht aus, um zurzeit drei Öffnungstage in der Woche zu planen, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 15 Uhr (normalerweise: jeden Werktagvormittag und drei Nachmittage). Dabei gelten spezielle Regeln. Oberste Priorität habe der Gesundheitsschutz aller Kunden und Mitarbeiter. So dürfen zum Beispiel offensichtlich kranke Personen derzeit nicht einkaufen, und maximal vier Kunden erhalten gleichzeitig Einlass in den Tafel-Laden (mit Zeitversatz). Aufgrund der angespannten Lage ist es aktuell zudem nicht möglich, neue Kunden aufzunehmen.

Pro Öffnungstag schaffe man es damit, rund 100 Kunden beziehungsweise Haushalte zu versorgen, so Weber im BT-Gespräch. Das bedeute, dass man bei einem Schnitt von drei bis vier Personen pro Haushalt in der Woche etwa 1000 Menschen erreiche – knapp die Hälfte der „normalen“ Kapazität. Dennoch: Auf Hilfsangebote beispielsweise von Schülern, wie sie aktuell reinkommen, die aber auf die Dauer der Schulschließungen bis 19. April begrenzt sind, könne man nicht zurückgreifen. Würde man dies tun, um die Öffnungszeiten zu verlängern, müsste man zwei Schichten einführen – und das würde den Kräftebedarf gleich immens erhöhen und für eine recht kurze Zeitspanne eine aufwendige Neuausrichtung der gesamten Abläufe erfordern. Anders, wenn sich ehrenamtliche Helfer anbieten, die sich ohne dieses Zeitlimit fest engagieren wollen – diese seien für die Tafel immer interessant.

Wetterschutz für Wartende auf Parkplatz gesucht

Draußen auf dem Parkplatz kommt es aufgrund der Begrenzung im Laden derweil zu längeren Wartezeiten. Bisher hatte man Glück mit dem Wetter. Hier würde sich Weber freuen, wenn ein Getränkehändler oder Zeltverleiher bis zur Normalisierung der Lage ein, zwei kleinere Zelte zur Verfügung stellen könnte, damit die Wartenden im Falle eines Falles nicht im Regen stehen.

Wer reinkommt, erhält Desinfektionsmittel und Handschuhe und muss die geforderten Abstände einhalten. Bereiche wie die Kasse beispielsweise sind abgesperrt; zwar nicht mit Plexiglas, aber mit festeren Klarsichttischdecken und Latten hat man eine zweckmäßige Lösung gefunden.

Auch die Verteilung von Waren an andere Tafeln läuft in diesen Tagen weiter, zumal die eine oder andere Sonderspende angekündigt ist, wie Weber berichtet. Viele Tafeln liefen im Notbetrieb, und selbst für die derzeit geschlossenen Einrichtungen seien Lieferungen interessant, die länger haltbar sind. Per E-Mail werden sie über die Warenanlieferungen informiert. Die Adressaten geben ihre gewünschten Mengen durch, dann wird die Ware auf den Weg geschickt. Der Rastatter Marktleiter geht außerdem davon aus, dass viele Tafeln nun nach und nach wieder öffnen.

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Erstellt:
2. April 2020, 05:30 Uhr
Lesedauer:
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