Rastatter Touristinfo ist auch für Einheimische da

Rastatt (sl) – Nicht nur Urlauber werden in der Anlaufstelle in der Herrenstraße fündig, und das Angebot wird in jüngster Zeit immer vielfältiger.

Allerhand Leckeres und Informatives gibt es in der Touristinfo Rastatt, die auch mit ihrem variantenreichen Programm an Führungen durch die Barockstadt und in die umgebende Natur erfolgreich ist: Citymanagerin Wiebke Freund mit Melina Ullrich und Sieglinde Axtmann (von links). Foto: Sebastian Linkenheil

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Allerhand Leckeres und Informatives gibt es in der Touristinfo Rastatt, die auch mit ihrem variantenreichen Programm an Führungen durch die Barockstadt und in die umgebende Natur erfolgreich ist: Citymanagerin Wiebke Freund mit Melina Ullrich und Sieglinde Axtmann (von links). Foto: Sebastian Linkenheil

Fast müsste die Rastatter Touristinfo vor den Toren des Schlosshofs ihren Namen ändern, denn Touristen sind längst nicht mehr die einzige Zielgruppe, die die Barock- und Revolutionsstadt mit der Anlaufstelle in der Herrenstraße ansprechen will. Sowohl das Warenangebot als auch das vielfältige Führungsprogramm werden inzwischen mehr noch als von Urlaubern von Einheimischen genutzt. Eine Entwicklung, die nicht nur mit Corona zu tun hat.

Schon vor der Pandemie kamen viele Mittelbadener

Nur teilweise führen die beiden Mitarbeiterinnen der Touristinfo, Sieglinde Axtmann und Melina Ullrich, diesen Wandel auf die Pandemie zurück. Denn schon vor Covid sei das Angebot der Touristinfo zu einem Drittel von Mittelbadenern in Anspruch genommen worden. Jetzt sind es allerdings zwei Drittel. Auch insgesamt ist kein schwindendes Interesse am Angebot festzustellen, im Gegenteil: Nahmen 2019 an insgesamt 50 offenen Führungsterminen 519 Personen teil, waren es dieses Jahr bei 55 offenen Terminen sogar 579 Teilnehmer. Nur im ersten Corona-Jahr 2020 zählte man bloß 197 Besucher, allerdings gab es damals wegen des Lockdowns auch nur 31 Termine. Hinzu kommen noch die Privatführungen, die man für geschlossene Gesellschaften buchen kann, etwa anlässlich eines Geburtstags oder eines Klassentreffens.

Grund für die positive Entwicklung sind neben einer Besinnung aufs Heimatliche sicher auch der frische Wind und die Ideen, die ins Programm einflossen. Schließlich hatte am 1. Mai Wiebke Freund als neue City-Managerin in der Rastatter Stadtverwaltung ihren Dienst aufgenommen, die zuvor bei der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH tätig war.

Ungeahnte Winkel der Heimat entdecken

Freund berichtet, dass das Augenmerk in Sachen Stadtführungen bisher vor allem auf der Stadthistorie gelegen habe. Das ist weiter der Fall, aber hinzugekommen ist nun auch eine ganze Palette von Ausflügen in die umgebende Natur, mit der man einen Nerv getroffen habe. Beliebt sind etwa Kanutouren in den badischen Dschungel der Rastatter Rheinauen oder Radtouren durch den Pamina-Rheinpark. Aber auch Führungen zu den versteckten Innenhöfen Rastatts oder auf den Spuren der Badischen Revolution etwa in Niederbühl stoßen auf großes Interesse, gerade bei den Einheimischen, die auf diese Weise ungeahnte Winkel ihrer Heimatstadt entdecken könnten. Wer zudem ein bisschen Spannung liebt, kann dem nie geklärten Mordfall an den französischen Gesandten des Rastatter Kongresses von 1799 nachspüren oder sich auf einer Geocaching-Route auf moderne Schnitzeljagd begeben.

Bekannt ist Rastatt für seine historischen Denkmäler, man kann sich aber auf einer geführten Tour auch mit zeitgenössischer Kunst beschäftigen, an der man am Alltag oft achtlos vorübergeht. Oder wie wäre es mit einem süffigen Rundgang durch Rastatts alte Wirtschaften mit Bierprobe? Ein Programm fürs kommende Jahr ist in Arbeit und wird mit weiteren Neuerungen aufwarten, kündigt Freund an.

Manches Mitbringsel oder Weihnachtsgeschenk zu entdecken

Derweil kann man in der Touristinfo auch so manches Mitbringsel oder kleine Weihnachtsgeschenk mit Rastatt-Bezug entdecken. Da wären zum Beispiel Honigspezialitäten aus Ottersdorf, teils sogar mit Zimt oder Beeren verfeinert. Oder ebenfalls in Ottersdorf schonend hergestellter Ingwersaft der Ginger Juice Company. Auch Liköre aus heimischem Streuobst sind vorrätig. Außerdem Schokolade aus der Produktion des Schlosscafés Favorite mit einer verspielten Verpackung, die das Rastatter Markgrafenpaar Sibylla Augusta und Ludwig Wilhelm auf humorvolle Weise würdigt. Das passt dann auch zum Schloss, in dem die Touristinfo quasi zur Miete wohnt. Seit dem Auszug der staatlichen Schlosskasse aus den gemeinsam genutzten Räumlichkeiten hat sich die städtische Touristinfo ausbreiten können. Auch ein Anlass für das erweiterte Angebot.

Ihr Autor

BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

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Erstellt:
14. Dezember 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 46sec

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