Rastatter Tunnel: Arbeiten verschoben

Rastatt (dm) - Die Weströhre des Rastatter Bahntunnels wird später fertiggestellt als zunächst geplant. Erst im November dieses Jahres – ursprünglich war das Frühjahr anvisiert – sollen die Vortriebsarbeiten im letzten Abschnitt des Bauwerks fortgesetzt werden.

Die Weströhre wird später fertiggestellt als zunächst geplant. Die Rheintalbahn soll von April bis Ende Oktober von Baumaßnahmen freigehalten werden.Foto: Melcher

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Die Weströhre wird später fertiggestellt als zunächst geplant. Die Rheintalbahn soll von April bis Ende Oktober von Baumaßnahmen freigehalten werden.Foto: Melcher

Die Weströhre des Rastatter Bahntunnels wird später fertiggestellt als zunächst geplant. Erst im November dieses Jahres – ursprünglich war das Frühjahr anvisiert – sollen die Vortriebsarbeiten im letzten Abschnitt des Bauwerks fortgesetzt werden, teilte die Bahn gestern mit.
Die Tunnelvortriebsmaschine, die noch rund 200 Meter vor sich hat, wird damit erst ab diesem Zeitpunkt die Gleise der Rheintalbahn unterqueren.

Auf den Zeitplan für die Fertigstellung des gesamten Tunnels samt havarierter Oströhre soll diese Verschiebung indes keine Auswirkungen haben, wie betont wird. Im August vergangenen Jahres hatte man verkündet, dass der Tunnel Ende 2025 – und damit drei Jahre später, als man einst vor der Havarie geplant hatte – in Betrieb gehe. Dabei soll es bleiben. Die Arbeiten an der Oströhre sind ohnehin erst fürs kommende Jahr angesetzt.

Rheintalbahn als Ausweichstrecke

Als Grund für die Verschiebung der Arbeiten an der Weströhre nennt die Bahn die Bauarbeiten auf der Strecke Mannheim – Stuttgart. Für den davon betroffenen Personen- und Güterverkehr solle die Rheintalbahn nämlich vom 10. April bis Ende Oktober als Ausweichstrecke von jeglichen Baumaßnahmen freigehalten werden. Dieses Vorgehen entspreche der Vereinbarung für das Notfallmanagement, das die Bahn gemeinsam mit den Infrastrukturbetreibern in den benachbarten Ländern getroffen hat. „Wir haben aus der Vergangenheit gelernt“, wie es ein Bahnsprecher auf Nachfrage des BT formuliert.

Die Unterquerung der Rheintalbahn für die zweite Röhre findet unter gänzlich anderen Voraussetzungen statt als diejenige, die im August 2017 kurz vor dem Durchstich aus noch immer nicht offiziell geklärter Ursache zur Havarie führte. Der „Bohrer“ für die Weströhre kann seinen letzten Weg unter der Stahlbetonplatte zurücklegen, die nach dem Unglück in der Oströhre zur Sicherung des gesamten Bereichs verlegt worden war. Nach Abschluss des Tunnelvortriebs wird die Maschine unter Tage demontiert und durch den bereits in offener Bauweise erstellten Tunnelabschnitt nach Süden abtransportiert, so die Bahn weiter.

Gleisverlegung im kommenden Jahr

Wie berichtet, ist die fertige Weströhre Voraussetzung für die Sanierung des Havariebereichs und die anschließende Fertigstellung der Oströhre in offener Bauweise. Die Rheintalbahn wird dafür auf rund 750 Metern Länge in Richtung Sporthalle verlegt und verläuft in dieser Zeit auf dem fertigen Rohbau der Weströhre. Die Gleisverlegung soll gegen Ostern 2021 vonstattengehen; dazu sind dann nächtlichen Sperrpausen auf der Rheintalbahnstrecke vorgesehen. Ebenfalls ab 2021 sollen die bereits fertiggestellten Tunnelabschnitte mit Gleisen und Bahntechnik ausgestattet werden.

Für den Weiterbau der Oströhre – hier muss zunächst die einbetonierte Vortriebsmaschine aufgesägt und abmontiert werden – ist derweil ein Planänderungsverfahren erforderlich. Noch bis 17. Februar können in diesem Zuge die Unterlagen im Rastatter Rathaus eingesehen werden. Der Beschluss wird Ende 2020 erwartet.

Aktuell laufen Arbeiten im Rohbau des Tunnels. Unter anderem werden die beiden Tunnelröhren alle 500 Meter mit sogenannten Querschlägen verbunden, informiert die Bahn. Diese acht Verbindungen dienen im späteren Eisenbahnbetrieb als Rettungswege.

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Erstellt:
13. Februar 2020, 10:30 Uhr
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