Rastatter Vogelretter wollen Verein gründen

Rastatt (dm) – Aufhören ist keine Option: Mit der Gründung eines Vereins soll die Arbeit der Wildvogelretter Pierre und Kevin Fingermann auf neue Beine gestellt werden.

Der Einsatz von Kevin Fingermann könnte durch den Verein langfristig unterstützt werden. Großvater Pierre soll den Vorsitz übernehmen. Archivfoto: Frank Vetter

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Der Einsatz von Kevin Fingermann könnte durch den Verein langfristig unterstützt werden. Großvater Pierre soll den Vorsitz übernehmen. Archivfoto: Frank Vetter

Auch nach dem Bruch mit dem Rastatter Landratsamt sind Pierre und Kevin Fingermann weiter in Sachen Wildvogelrettung unterwegs. Um ihre Arbeit auf neue Beine zu stellen, ist nun die Gründung eines Vereins auf den Weg gebracht: „Wildvogelstation Fingermann“ soll er heißen und nicht zuletzt die weitere Finanzierung regeln. Ein Datum gibt es bereits: Am 26. September soll der Verein aus der Taufe gehoben werden.
Und nicht nur das: Auch ein künftiger Vorstand stehe schon in den Startlöchern. Den Vorsitz soll Pierre Fingermann übernehmen. Ein Rastatter Rechtsanwalt habe sich bereit erklärt, als Schriftführer zu amtieren, einen Kassierer hätte man bereits, ein Stadtrat sei mit an Bord, ebenfalls der Storchenexperte Stefan Eisenbarth – und Kooperationen mit Tierärzten seien vereinbart, wie Kevin Fingermann berichtet.

Nachdem das Ansinnen einer Festanstellung des jungen Vogelretters bei Landratsamt oder Stadt gescheitert war (wir berichteten), habe man nach einer Möglichkeit gesucht, die Vogelrettung langfristig weiterzuführen und sei so auf die Vereinsidee gekommen.

An der Resonanz einer Online-Petition gemessen – rund 2.300 Unterstützer schlossen sich dort der Forderung an, dass „Kevin Fingermann weiter seine Berufung, den Tierschutz, weiter machen kann (...)“ – hofft dieser auf 200 bis 300 Mitglieder; der reguläre Jahresbetrag soll 50 Euro kosten (auch eine Familienmitgliedschaft ist geplant).

Zudem hätten bereits Firmen ihre Unterstützung durch Spenden zugesagt. Auch für diese wäre die Vereinsgründung ein Vorteil, so Fingermann, weil die Wildvogelstation entsprechende Spendenquittungen ausstellen könne. Bestenfalls könnte er selbst, so der junge Vogelretter, vom Verein letztlich angestellt werden.

Mit Herzblut dabei

Weitere Anliegen sollen der Artenschutz sowie die Nachwuchsförderung sein. Will heißen: Aktionen mit Kindern, wie Nistkästen bauen und reinigen oder Wissensvermittlung um die Vogelpflege, sollen weiter auf dem Programm stehen.

Wirklich aufzuhören, war für die Fingermanns offenbar nie eine Option. Er sei mit „Herzblut“ dabei, betont Kevin, der mit der Vogelrettung quasi aufgewachsen ist, die sein Großvater Pierre rund 27 Jahre lang als Vogelschutzbeauftragter des Landkreises ehrenamtlich in der Region betrieben hat. „Wir tun das für die Tiere“, wie Pierre Fingermann betont. Nun plant der Enkel eine Weiterbildung als Tierpfleger, um die Arbeit auch künftig dauerhaft auszuführen, wie er im BT-Gespräch sagt.

Auch wenn das Landratsamt vorübergehend den beim Kreisforstamt angesiedelten Wildtierbeauftragten Martin Hauser als Ansprechpartner benannt hatte – in den vergangenen Wochen seien immer wieder Anrufe bei ihnen reingekommen, sagt Pierre Fingermann.

Gerade Schwäne zu betreuen, das mache sonst niemand, ergänzt sein Enkel Kevin. Das habe man daher auch aufrechterhalten. „Da war viel zu tun in letzter Zeit.“ Sogar aus Karlsruhe drang neulich ein Hilferuf bis nach Rastatt.

Klar: Der Name Fingermann ist seit Jahren der Inbegriff der Vogelrettung nicht nur in der Barockstadt, sondern in der ganzen Region. Es bestehe weiterhin ein guter Draht zu den Feuerwehren und der Polizei im Landkreis, so Pierre Fingermann. „Man kennt sich halt.“

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Erstellt:
1. September 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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