Ratsuchende freuen sich über Unterstützung

Gaggenau (ans) – Das Internetcafé des Gaggenauer Seniorenrats hat nach einer coronabedingten Pause seine Pforten wieder für Besucher geöffnet.

Individuelle Unterstützung am Smartphone: Hildegard Stahlberger und Maria Kaminski (von links) werden von Alfred Müller beraten. Foto: Anna Strobel

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Individuelle Unterstützung am Smartphone: Hildegard Stahlberger und Maria Kaminski (von links) werden von Alfred Müller beraten. Foto: Anna Strobel

Tippgeräusche, piepende Handys und Stimmengemurmeln erklingen in der Alten Schule in Ottenau. Um kurz nach 14 Uhr ist das Internetcafé für Senioren in der Marxstraße bereits gut besucht. Es ist der erste Tag nach einer längeren Corona-Pause, an dem wieder Beratungen vor Ort stattfinden. Organisiert wird das Angebot vom Seniorenrat Gaggenau.

Jeden Donnerstag von 14 bis 17 Uhr beraten die Vereinsmitglieder Hilfesuchende in technischen Fragen. Rita Förderer aus Bad Rotenfels ist heute das erste Mal dabei. „Ich bin noch ein Neuling und sehr froh, dass es so was hier gibt“, zeigt sie sich über die Hilfe im Internetcafé begeistert. Förderer möchte sich näher mit ihrem neuen Smartphone beschäftigen.

Angelika Bleich vom Seniorenrat erklärt ihr, wie sie das Guthaben auf dem Handy aufladen kann. Die Beraterin freut sich, dass das Angebot Anklang findet: „Die Leute warten schon die ganze Zeit darauf, dass es wieder losgeht, und es sind auch einige neue Gesichter dabei.“

Individuelle Beratung als Besonderheit

Das Vereinsmitglied fasst das Konzept des Internetcafés so zusammen: „Das besondere ist die individuelle Beratung.“ Jeder Besucher bekommt einen Berater zur Seite gestellt. Die Beratung umfasst eine knappe Stunde, dann kommt der nächste Besucher an die Reihe. Einen netten Plausch gibt es während der Wartezeit obendrein: „Wir arbeiten ohne Termine, deswegen gibt es eine Kaffeecke, wo sich die Leute austauschen können, während sie warten“, erläutert Bleicher.

Die ehrenamtliche Erklärerin findet es schade, dass sie die einzige Frau im Beraterteam ist. „Viele Frauen in meinem Alter haben nicht das Selbstverständnis und denken, die Männer können es besser. Dabei probieren die es einfach eher aus, auch wenn sie nicht wissen, wie es funktioniert.“ Generell sei der Seniorenrat noch auf der Suche nach Ehrenamtlichen, die Senioren beraten möchten.

Zum ersten Mal dabei: Angelika Bleich zeigt Rita Förderer (links), wie man das Handyguthaben auflädt. Foto: Anna Strobel

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Zum ersten Mal dabei: Angelika Bleich zeigt Rita Förderer (links), wie man das Handyguthaben auflädt. Foto: Anna Strobel

Die Ratsuchenden sind sehr wissbegierig. Wie legt man einen Ordner an? Wie kann ich Dokumente speichern? Wie schreibe ich Nachrichten? Sind nur einige der vielfältigen Fragen, welche die Senioren mit ins Internetcafé bringen.

Im Laufe der Zeit haben sich die Probleme, mit denen die Ratsuchenden kommen geändert. „Vor zwölf Jahren hatten wir hier noch einige große Computer stehen, die haben wir inzwischen abgeschafft“, berichtet der Vorsitzende des Seniorenrats, Gerrit Große. „Inzwischen beziehen sich Zweidrittel der Beratungsgespräche auf Smartphones. Tablets sind nicht mehr so häufig. Ab und zu kommt jemand mit einem Laptop“, ergänzt Große, der schon seit der Gründung dabei ist.

Acht bis zwölf Besucher im Durchschnitt

An einem durchschnittlichen Donnerstag kommen zwischen acht und zwölf Besucher in die Techniksprechstunde, schätzt der Vorsitzende. Eine von ihnen ist Marianne Baldes. Die Michelbacherin kommt seit vier Jahren regelmäßig ins Internetcafé. „Heute geht es bei mir darum, meinen neuen Laptop einzurichten“, erzählt sie. Ursprünglich haben sie jedoch ihre Hobbys Fotografieren und Filmen ins Internetcafé geführt, denen sie seit ihrer Rente nachgeht. „Dann muss ich nicht mehr so viele Fotoalben machen“, sagt Baldes schmunzelnd.

Das Internetcafé ist nicht das einzige Projekt des Seniorenrats. Vorsitzender Gerrit Große kündigt an, in vier bis sechs Wochen ein Reparaturcafé eröffnen zu wollen. Die geplante Einrichtung habe coronabedingt immer wieder verschoben werden müssen: „Die Idee hatten wir schon vor zwei Jahren.“ Auch hierfür sucht der Verein noch nach Mitstreitern, die sich beteiligen wollen.

Ihr Autor

BT-Volontärin Anna Strobel

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Erstellt:
18. März 2022, 16:09 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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