Gaggenau investiert viel in Luftreiniger für Schulen

Gaggenau (uj) – Die Stadt Gaggenau investiert mehr als 8,4 Millionen Euro in ihre Schulen und Kindergärten. Angeschafft werden stationäre raumlufttechnische Anlagen.

Der Einbau von Lüftungsanlagen in ältere Gebäude wie die Hans-Thoma-Schule gestaltet sich nicht so einfach. Auch der Denkmalschutz spielt eine Rolle. Foto: Ulrich Jahn

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Der Einbau von Lüftungsanlagen in ältere Gebäude wie die Hans-Thoma-Schule gestaltet sich nicht so einfach. Auch der Denkmalschutz spielt eine Rolle. Foto: Ulrich Jahn

„Wir sind hier ganz vorne dabei“, hob der städtische Kämmerer Andreas Merkel hervor. Zuvor hatte Jürgen Lauten (Hochbauamt) dem Gaggenauer Gemeinderat einen Sachstandsbericht präsentiert. In diesem ging es um die Installation stationärer raumlufttechnischer (RLT) Anlagen in Schulen und Kindergärten. Heinz Adolph (FWG) wollte wissen, warum die Stadt relativ spät an dieses Thema herangegangen sei. Oberbürgermeister Christof Florus verwies auf das Investitionsvolumen von mehr als 8,4 Millionen Euro. Und die entsprechenden Förderanträge seien relativ schnell bewilligt worden, auch weil Gaggenau eine der ersten Kommunen gewesen sei, die diese Gelder beantragt habe. Der Gesamtzuschuss beläuft sich auf fast 5,3 Millionen Euro, sodass bei der Stadt ein Eigenanteil von etwas mehr als 3,1 Millionen Euro verbleibe. Lauten betonte, dass man für die Umsetzung dieses Projekts Fachbüros benötige.

Kohlendioxid-Melder als Sofortmaßnahme

Als Sofortmaßnahmen waren nach seinen Worten für alle Schulen sowie Kindergärten und Kindertagesstätten Kohlendioxid-Melder bestellt und in allen Aufenthaltsräumen von den Hausmeistern in den Sommerferien fest an den Wänden montiert worden. Dazu seien insgesamt 35.000 Euro investiert worden. Bezüglich der Förderanträge seien für alle Schulen und Kindergärten Anträge gestellt worden. Dabei gab es folgenden Zeitplan:

5. Juli: Erster Förderantrag für Merkurschule, Hans-Thoma-Schule, Eichelbergschule und Grundschule Hörden.
12. Juli: Förderzusage Antrag I in Höhe von fast 2,3 Millionen Euro.
14. Juli: Zweiter Förderantrag für alle Schulen sowie städtische Kindergärten.
19. Juli: Förderzusage Antrag II in Höhe von fast drei Millionen Euro.

Bezuschusst werden 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, maximal 500.000 Euro je Standort. Das hat zur Folge, dass zum Beispiel für das Goethe-Gymnasium (Hauptgebäude) 500.000 Euro bewilligt werden, die Kosten aber 1,47 Millionen Euro betragen. Hinzu kommt dort der Pavillon I. Insgesamt sind zwölf Schulen und drei städtische Kindergärten sowie das Kinderhaus Spielwiese in der Liste enthalten.

Als Grundlagenermittlung für RLT-Anlagen fanden im Juli, August und September Fachplanergespräche statt. Es gibt verschiedene Lüftungsgeräte, die jeweils Vor- und Nachteile haben. Aufgelistet ist der Einbau von dezentralen Lüftungsgeräten, Brüstungsgeräten, Schrankgeräten, Fassaden- und Deckengeräten. In der nächsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses sollen Fachingenieurleistungen für die Eichelbergschule sowie die Grundschulen Hörden und Selbach vergeben werden. Ausschreibungen sollen Ende des Monats für die Eichelbergschule und Ende November für die Grundschulen Hörden und Selbach veröffentlicht werden.

Grundschulen und Kindergärten ganz oben

Vorbereitungen für weitere Ausschreibungen sind Ende Oktober für die Hebelschule, Anfang November für den Kindergarten Hörden und Ende November für die Grundschulen Sulzbach und Michelbach geplant. An erster Stelle der Priorisierung stehen Grundschulen und Kindergärten, weil es für deren Kinder aktuell keine Impfmöglichkeiten gibt. Verzögerungen kann es je nach Planungsschwierigkeit geben. Dies sei unter anderem abhängig von Gebäudestruktur (Altbau) oder Denkmalschutz. Darunter fallen zum Beispiel die größte Grundschule in Gaggenau, die Hans-Thoma-Schule, und die Grundschule Oberweier. Auch mittelfristig anstehende Generalsanierungen (Realschule) spielen eine Rolle.

Aktuell mit RLT-Anlagen ist seit November 2020 die Kindertagesstätte der Hebelschule ausgestattet. Im Pavillon II des Goethe-Gymnasiums sollen solche Anlagen im November eingebaut werden. Die Lieferzeiten für Lüftungsgeräte betragen aktuell 14 bis 20 Kalenderwochen. Insgesamt müssen 268 Räume an Schulen und Kindergärten ausgestattet werden. Lauten führte zum zeitlichen Ablauf ein Beispiel an: Die Vergabe für die Eichelbergschule erfolgt möglicherweise am 25. Oktober im Bau- und Umweltausschuss oder im Gemeinderat. Bei einer Lieferzeit von etwa 18 Wochen könnte die Montage Anfang März 2022 erfolgen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Ulrich Jahn

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Erstellt:
22. September 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

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