Regio-Fußball: Eine historische Saison!

Baden-Baden (rap) – In die Fußballsaison 2019/20 in Mittelbaden wird aufgrund der Corona-Zwangspause und dem vorzeitigen Abbruch der Runde in die Geschichte eingehen.

Das Coronavirus wirbelte den regionalen Fußball dieses Jahr ganz schön durch. Foto: Frank Seiter/Archiv

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Das Coronavirus wirbelte den regionalen Fußball dieses Jahr ganz schön durch. Foto: Frank Seiter/Archiv

Die Fußballsaison 2019/20 wird zweifelsohne in die Geschichte eingehen. Nicht aufgrund unvergesslicher Spiele oder sehenswerter Tore – die es sicherlich gab, ob in der Oberliga oder in der Kreisliga B –, sondern aufgrund eines Gegners, gegen den der SV Oberachern mit Taktgeber Gabriel Gallus, der SV 08 Kuppenheim mit der flinken Flügelzange Herbote/Götz oder Gaggenaus erfahrener Spielertrainer Armin Karamehmedovic schlicht machtlos waren. Anfang des Jahres brach das Coronavirus über die Welt herein. Mitte März dann, als der regionale Fußball eigentlich aus dem Winterschlaf erwachen sollte und die Amateurkicker ihre überzähligen Pfunde wieder mit 90-minütigen Einheiten purzeln lassen wollten, stoppte die Corona-Pandemie den Spielbetrieb. Der Ball ruhte. Mehrere Monate. Bis am 20. Juni auf einem außerordentlichen Verbandstag die Delegierten des Südbadischen Fußballverbands (SBFV) schließlich für einen vorzeitigen Abbruch der Runde votierten. Mithilfe der Quotientenregelung wurden die jeweiligen Meister der Ligen ermittelt, Absteiger gibt es keine. Eine historische Entscheidung, bisher einmalig in der Geschichte des Amateurfußballs.

Mittelbadens Aushängeschilder überzeugen

Doch trotz Corona hatte die (verkürzte) Saison auch sportlich Einiges zu bieten. Die Aushängeschilder Mittelbadens wussten größtenteils zu überzeugen. In der Oberliga darf sich der SV Oberachern über einen bärenstarken sechsten Platz freuen. Nach einem holprigen Start klopfte die Lerandy-Truppe gar sachte an die Aufstiegstür zur Regionalliga. Auch der SV Linx stabilisierte sich nach einem schwachen Start immer mehr und kombinierte sich aus dem Tabellenkeller – bis eben Corona auf der Landkarte erschien. Der SVL darf sich über eine dritte Oberligasaison in Serie freuen. In der Verbandsliga, Südbadens Oberhaus, setzte der SV 08 Kuppenheim seine fußballerische Entwicklung fort und wurde erneut Sechster, Aufsteiger SV Bühlertal akklimatisierte sich nach Anfangsproblemen und landete auf dem zehnten Rang. Eine Horrorrunde erlebte dagegen der 1. SV Mörsch, der abgeschlagen am Tabellenende kauerte – und nun freiwillig in die Landesliga zurückkehren möchte.

In dieser schnupperte der VfB Bühl an der Meisterschaft, letztlich war der SC Durbachtal einen Tick zu stark für die Elf von Coach Alexander Hassenstein. Eine gute Runde spielten auch der SV Sinzheim (8.) und der FV Würmersheim (10.). Mittendrin im Abstiegskampf waren RW Elchesheim (12.), der FV Ottersweier (14.) und der TSV Loffenau (16.), die vom Saisonabbruch aber profitieren und dadurch für ein weiteres Jahr Landesliga planen können. Der SV Ulm steigt, nachdem man in der vergangenen Saison in den Relegationsspielen gegen den SC Offenburg den Kürzeren gezogen hatte, mit einem Jahr Verspätung in die Landesliga auf. Die Bezirksliga werden künftig der VFB Gaggenau (Meister A Nord) und die Sinzheimer Reserve (A Süd) bereichern. Über den Aufstieg in die Kreisliga A dürfen sich der FV Würmersheim II, FV Baden-Oos II und SV Scherzheim freuen.

Wann die neue Runde wirklich beginnt – angepeilt ist Anfang September –, ist noch ungewiss. Gewiss ist allerdings: Ertönt der Anpfiff, haben der Doppelpass, die Grätsche und der Befreiungsschlag wieder Hochkonjunktur. Ach, welch‘ schöner Gedanke!

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Erstellt:
28. Juni 2020, 20:00 Uhr
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