Regiobus zum Ruhestein in Warteposition

Baden-Baden/Murgtal/Ruhestein (nof) – Bis der geplante Regiobus, der zum Nationalparkzentrum Ruhestein führen soll, an den Start geht, müssen noch einige Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt werden.

•Mit dem (schnelleren) Regiobus nach Bad Herrenalb ist noch Zukunftsmusik. Bislang wird die Verbindung mittels der Linie 244 ermöglicht.  Foto: Gareus-Kugel

© vgk

•Mit dem (schnelleren) Regiobus nach Bad Herrenalb ist noch Zukunftsmusik. Bislang wird die Verbindung mittels der Linie 244 ermöglicht. Foto: Gareus-Kugel

Die Realisierung einer Regio-Buslinie zum Nationalparkzentrum Ruhestein liegt vorerst auf Eis. Darüber hat Stefan Güldner, Leiter der Verkehrsbetriebe, den Betriebsausschuss in seiner jüngsten Sitzung in Kenntnis gesetzt. „Es gibt noch erheblichen Klärungsbedarf“, hieß es zur Begründung.
Eigentlich hätte das überregionale Projekt zum 1. Oktober starten sollen, so Güldner. Doch nun gebe es einige Unstimmigkeiten, denn der Nationalpark wolle mit der Bewirtschaftung seiner Parkplätze nicht vor Mai 2021 beginnen. „Damit wird dem Konzept des Regiobusses eine Grundlage entzogen“, so Güldner. „Wer soll mit dem Bus da hochfahren, wenn man bequem und kostenlos parken kann.“ Deshalb hätten die beteiligten vier Kreise ein Schreiben an die Landesregierung aufgesetzt und um Klärung gebeten.

Stadtrat Werner Schmoll (SPD) hinterfragte das ökologische Konzept. „Da oben stehen 500 Parkplätze zur Verfügung.“ Er sei mal bei einem Fest am Ruhestein gewesen, „da standen die Autos auch noch kilometerweit am Straßenrand“. Dem ÖPNV sei das nicht dienlich.

Planungen waren schon weit gediehen

Die Planungen für die Regiobuslinien zum Ruhestein – für die auch ein Förderantrag beim Land gestellt wurde – waren schon weit gediehen: Der Bus soll von Mai bis Oktober täglich im Stundentakt fahren. Erste Ankunft am Ruhestein soll jeweils um 8 Uhr, die letzte Abfahrt dort um 20 Uhr sein. Von November bis April ist die Betriebszeit dieser Linie einige Stunden kürzer, außerdem gibt es dann von Montag bis Freitag nur noch einen Zwei-Stunden-Takt. Diese Planungen waren dem Betriebsausschuss im Juli 2019 vorgestellt worden.

Weitere „Äste“ dieser Regiobusverbindung sind von Achern, von Freudenstadt und von Baiersbronn zum Nationalparkzentrum vorgesehen. Das Land fördert dieses neue Nahverkehrsangebot mit 60 Prozent der Kosten, dafür müssen die Fahrzeuge auf den Außenflächen allerdings „im Landesdesign“ gestaltet werden. Der Baden-Badener Anteil an den Betriebskosten würde sich bei entsprechender Förderung im Bereich von 85.000 bis 107.000 Euro bewegen. Die Betriebsaufnahme der Regiobusverbindungen war spätestens zur Eröffnung des neuen Nationalparkzentrums vorgesehen. Nun heißt es, die Antworten aus Stuttgart abzuwarten.

Zentrum soll im Herbst öffnen, Parkplätze aber erst später

Wie berichtet, soll das neue Nationalparkzentrum samt Aussichtsplattform „Skywalk“ im Herbst eröffnet werden. An der Infrastruktur des Besucherzentrums wird derzeit noch intensiv gearbeitet. Zufahrt und Besucherparkplätze werden seit Anfang April neu gestaltet. Auch die Bushaltestellen werden dort neu geordnet. Doch erst im Frühjahr 2021 soll der neue Parkplatz des Besucherzentrums mit rund 500 Stellplätzen fertiggestellt werden.

Zum Artikel

Erstellt:
19. Juli 2020, 11:06 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 14sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Themen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.