„Reit- und Fahrverein ist ein Werbeträger für Bühl“

Von Christina Nickweiler

Bühl (cn) – Auf dem spektakulären Geländeparcours staubt es und das Wasser spritzt: Beim internationalen Fahrturnier haben Fahrer „Weltklasseniveau“ gezeigt.

„Reit- und Fahrverein ist ein Werbeträger für Bühl“

Die Fahrer sausen mit einem hohen Tempo durch die Hindernisse. Foto: Christina Nickweiler

Behutsam zäumt Rolf Saar sein Pferd „Enzo“ auf. Nachdem das Halfter und das übrige Geschirr tadellos sitzen, spannt er den Warmblüter vor einen Wagen. Am dritten Tag des internationalen Fahrturniers steht für die mehr als 80 Gespanne ein Geländeparcours an. Als Rolf Saar an den Start geht, wird er über den Lautsprecher dem Publikum als Lokalmatador vorgestellt. Er wohnt schon Jahrzehnte in Weitenung, fährt im Landeskader mit und gehört zur Elite des deutschen Fahrsports, die beim Turnier in Bühl um die besten Plätze wetteifert.

Karin Saar steht als Beifahrerin am Ende der Eisenkutsche. Zunächst muss der Einspänner eine Strecke von sechs Kilometer im Trab nordwestlich von Bühl zurücklegen. Es folgen weitere vier Kilometer, dann ein Halt, bei dem ein Tierarzt den Zustand des Pferdes überprüft. Ist alles in Ordnung, steht der schwierigste Part des Geländeparcours bevor. Denn nun muss das Gespann verschiedene Stationen in einer bestimmten Zeit überwinden. Der Elitefahrer weiß, wie viel Zeit er für ein bestimmtes Hindernis brauchen darf.

Hochkonzentriert um eng geschnittene Kurven

Die Ankunft des Gespanns kündigt eine Trillerpfeife der vielen eingesetzten Hilfsrichter an. In vollem Karacho saust das Gespann an der Lichtschranke vorbei in einen Abschnitt, der sich für den Betrachter von außen wie ein Labyrinth darstellt. Aufgewirbelter Staub verdeckt zunächst einige Sekunden die klare Sicht. Doch dann ist deutlich der Schweiß auf „Enzos“ schwarzem Fell zu sehen.

Hochkonzentriert lenkt Rolf Saar die Kutsche um die eng geschnittenen Kurven. Er ruft seinem Pferd immer wieder Kommandos zu. Die Beifahrerin steuert die Kutsche, indem sie ihr Gewicht auf die eine oder andere Seite verlagert. Hier im Parcours beweist sich das jahrelange Training und das gute Zusammenspiel von Pferd und Fahrer. Nach jedem Hindernis weicht die Anspannung bei Mensch und Tier. Als Anerkennung applaudieren die Zuschauer, die sich die besten Aussichtsplätze auf einem Hügel ergattert haben.

Dass die Kurven in den Hindernissen durchaus ihre Tücken haben, zeigt sich einige Minuten später bei einer benachbarten Station. Helfer eilen zwischen den eng angeordneten Wegen herbei, dort ist eine Geländekutsche umgekippt. Das Pferd muss zunächst beruhigt werden, weil es abrupt stoppen musste und nicht weiterkommt. Mit vereinten Kräften drehen die Helfer die schier unverwüstliche Eisenkutsche wieder auf die Räder. Dank der Sicherheitsausrüstung bleiben die Fahrer unversehrt. Doch für den heutigen Wettkampftag wird das Gespann aus Österreich disqualifiziert. Es fällt in der Gesamtwertung zurück.

„Hier in Bühl haben wir Weltklasseniveau“

Die Anforderungen beim Geländeparcours und in den anderen Disziplinen entsprechen der höchsten Klasse. Deswegen sind auch die Favoriten aus der Schweiz bei den Zweispännern sehr stark in der Zwetschgenstadt vertreten. „Hier in Bühl haben wir Weltklasseniveau“, sagt Fritz Otto-Erley aus Nordrhein-Westfalen. Er ist Koordinator der Deutschen Reiterlichen Vereinigung und spricht davon, dass durch die internationalen Fahrveranstaltungen im Pferdesport in den vergangenen Jahren Bühl mittlerweile bekannt sei. Einige Prominente geben sich beim internationalen Fahrturnier die Klinke in die Hand, Bundestrainer, Weltmeister, Europameister und Deutsche Meister.

Darüber freut sich auch Jörg Woytal, Vorsitzender des Bühler Sportausschusses, der unter den Gästen weilt: „Mit dieser internationalen Veranstaltung haben wir ein Ass im Ärmel. Der Reit- und Fahrverein St. Leonhard ist ein Werbeträger für Bühl. Das tut dem Verein, aber auch der Stadt gut.“