Reiterhof in Moosbronn stellt sich neu auf

Gaggenau (sazo) – Das Islandpferde-Gestüt Moosbronn wird umstrukturiert. „Wir arbeiten derzeit konzentriert an einem neuen Konzept“, berichtet Eigentümer Steffen Hecker.

Familienbetrieb: Steffen Hecker führt das Islandpferd-Gestüt mit seiner Tochter Stefanie Bischof. Ebenfalls auf dem Foto ist Stute Buma. Foto: Sabine Zoller

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Familienbetrieb: Steffen Hecker führt das Islandpferd-Gestüt mit seiner Tochter Stefanie Bischof. Ebenfalls auf dem Foto ist Stute Buma. Foto: Sabine Zoller

Hecker hatte 2014 das Gestüt von Gründer Jens Füchtenschnieder übernommen. Noch Ende des Jahres kursierten Gerüchte zum Verkauf des beliebten Pferdehofes, doch mittlerweile gibt es Entwarnung für alle Pferdefreunde.

Der Unternehmer, der mit seiner Tochter Stefanie Bischof die Geschicke des Gestüts leitet, kümmert sich als kleiner Familienbetrieb um mehr als 80 Isländer-Pferde und bewirtschaftet über 120 Hektar Grünland. „Die eigene Zucht haben wir schon in den vergangenen Jahren immer weiter heruntergefahren, da es unserer Meinung mittlerweile mehr als ausreichend Islandpferde am Markt gibt“, erläutert Hecker. Sein Fokus gelte bereits seit Längerem dem Beritt von Jungpferden, die teilweise direkt aus Island importiert werden.

„In Zukunft werden wir unser Hauptaugenmerk allerdings mehr auf den regionalen Tourismus setzen“, lautet das Credo des Unternehmers, der Moosbronn nicht nur als Mekka für Tagesausflügler, Wanderer und Spaziergänger betrachtet: „Hier ist so einiges in Planung und das werden wir in den kommenden Wochen konkret kommunizieren.“

Damit beschreibt der gebürtige Baden-Badener seine neue Vision vom Reiterhof in Moosbronn, den er erst vor sieben Jahren gekauft hat. „Eigentlich hatten wir damals lediglich einen Pferdestall für unsere drei eigenen Pferde gesucht“, erinnert sich Hecker. Doch die Region und der Reiterhof hatten ihm auf Anhieb gefallen. Probleme gab es erst mit Corona. „Durch den ersten Lockdown mussten wir die Reitschule zeitweise komplett schließen. Einzelunterricht war unter sehr schwierigen Bedingungen zwar möglich, aber kaum realisierbar und somit war das Ganze nicht wirtschaftlich“, berichtet Hecker. Ende 2021 habe er den Entschluss gefasst, die Reitschule, wie sie seit Jahrzehnten existiert, nicht mehr weiterzuführen: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine große Reitschule viel, viel Geld verschlingt. Und daher formuliere ich es einmal vorsichtig und sage, dass wir vorerst mit einer großen Reitschule pausieren, denn bis jetzt konnten wir uns auf mehrere Standbeine verlassen und kamen mit einem wirtschaftlich blauen Auge davon.“ Er nennt Grünlandpflege, Beritt, Pensionspferdebetrieb und Einzelreitunterricht als Standbeine.

Künftig nur noch Einzelunterricht

Bei Letztgenanntem gibt es allerdings einschneidende Veränderungen für viele Pferdefreunde aus der ganzen Region, zumal teilweise bereits in zweiter und dritter Generation die Sprösslinge zum Reiten nach Mossbronn geschickt wurden. Immerhin nutzten bislang 300 Reitschüler den Gruppenunterricht und die Schulpferde und kamen gerne zu den Reiterferien. „Unsere Reitlehrerinnen sind ausgebildete Pferdewirte mit entsprechenden Zusatzqualifikationen, aber ohne Reitschüler gab es für uns immense Geldeinbußen, die wir zu verkraften hatten“, bilanziert Hecker, der nun ab 2022 ausschließlich Einzelunterricht anbietet. „Damit können wir uns voll und ganz auf die Reitschüler jeglichen Alters konzentrieren.“ Mittlerweile gebe es bereits Wartelisten für Reitanfänger.

Ihr Autor

Sabine Zoller

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Erstellt:
21. Januar 2022, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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