Reitverein sagt Pfingstturnier ab

Ötigheim (as) – Das Coronavirus macht nun auch dem Reitverein Ötigheim einen gewaltigen Strich durch die Rechnung: Das überregional beliebte Reit- und Springturnier des Vereins an Pfingsten (30. Mai bis 1. Juni) wurde jetzt abgesagt. „Nach reiflicher Überlegung und schweren Herzens“ habe man sich zu diesem Schritt entschlossen, heißt es auf der Homepage des Vereins.

Dieses Jahr nicht: Das Reit- und Springturnier am Pfingstwochenende in Ötigheim ist abgesagt. Foto: Archiv/Friedrich

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Dieses Jahr nicht: Das Reit- und Springturnier am Pfingstwochenende in Ötigheim ist abgesagt. Foto: Archiv/Friedrich

Obwohl Pfingsten erst in sieben Wochen ist, sehen die Verantwortlichen zu viele Widrigkeiten, erklärt Vorstandsmitglied Marc Kölmel auf BT-Anfrage die Entscheidung. Seit Dezember laufen die Planungen für die Veranstaltung, zu der sich durchschnittlich 400 bis 500 Personen aus ganz Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und auch Frankreich anmelden.

Das sportliche Wochenende mit Prüfungen in Springen und Dressur bis zur schweren Klasse S, aber auch vielen Jugendprüfungen ist stets ein Event, zu dem viele Reiter und Reiterfamilien seit Jahren anreisen. Die Altersspanne der Sportler reicht dabei von sechs bis an die 80 Jahre.

Im Februar erfolgte die offizielle Turnier-Ausschreibung, aktuell standen Sponsorensuche und Verpflichtung von Lieferanten für das Pfingstturnier, das das 49. in der Vereinsgeschichte werden sollte, auf der Agenda. Doch zum einen hätten viele potenzielle Sponsoren, zu denen traditionell auch kleine örtliche Betriebe gehören, abgewinkt, weil sie „coronabedingt gerade viele Probleme hätten und deshalb kein Sponsoring zusagen könnten“. Zum anderen „hätten wir jetzt Verpflichtungen mit Lieferanten eingehen müssen, ohne zu wissen, ob die Bestimmungen bis Pfingsten gelockert werden“, so Kölmel weiter. Das Risiko eines dann kostenpflichtigen Ausfalls habe der Verein nicht eingehen wollen.

Da zudem derzeit auch der Reitsport nur sehr eingeschränkt möglich ist, und infolgedessen auch die sportliche Vorbereitungszeit sehr knapp bemessen wäre, habe man sich für die frühe Absage entschieden, erläutert Kölmel. Damit folgt man dem Beispiel anderer Reitvereine. Dass dem Verein dadurch Einnahmen wegbrechen, nehme man in Kauf.

„Das finanzielle Risiko wäre größer gewesen, wenn man die Veranstaltung geplant und dann kurzfristig hätte absagen müssen“, erläutert er die Überlegungen des Vereinsvorstands. Nichtsdestotrotz hofft man noch, dass dieses Jahr kein Totalausfall wird: Der Reitverein wünscht sich, das Reit- und Springturnier Ende September/Anfang Oktober nachholen zu können. „Wir bitten um Ihr Verständnis und hoffen auf ein Wiedersehen auf einem unserer kommenden Turniere“, schreibt der Verein auf seiner Homepage.

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Erstellt:
13. April 2020, 14:00 Uhr
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