Rektor als Corona-Tester

Au am Rhein/Muggensturm (as) – Wie viele Kommunen in Mittelbaden, haben Au am Rhein und Muggensturm die freiwilligen Abstriche zweimal wöchentlich für Lehrkräfte und Erzieherinnen selbst organisiert.

„Nicht so unangenehm wie von manchen befürchtet“: Im Kinderhaus Pestalozzi Au am Rhein führen zwei Erzieherinnen mit medizinischen Vorkenntnissen die Antigen-Schnelltests durch. Foto: Frank Vetter

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„Nicht so unangenehm wie von manchen befürchtet“: Im Kinderhaus Pestalozzi Au am Rhein führen zwei Erzieherinnen mit medizinischen Vorkenntnissen die Antigen-Schnelltests durch. Foto: Frank Vetter

Mit Tests kennt sich Tim Jonatzke als Rektor der Rheinauschule Au am Rhein berufsbedingt aus. Seit vergangener Woche auch mit Antigen-Schnelltests zum Nachweis von Coronaviren. Denn ebenso wie in vielen Kindergärten und Schulen des Landes wird das Personal zweimal wöchentlich auf freiwilliger Basis getestet – und Jonatzke ist einer der sechs vom DRK ausgebildeten Tester.

Niederschwelliges Testangebot


Um ein niederschwelliges Testangebot machen zu können, wird in Au am Rhein und Muggensturm nämlich in den Einrichtungen selbst getestet. Dort ist man dankbar für die Initiative der beiden Gemeindeverwaltungen, die das mit Unterstützung der DRK-Ortsvereine organisiert haben. Die wiederum hoffen damit auf eine hohe Test-Akzeptanz, wenn nicht erst ein Termin beim Arzt oder in der Apotheke vereinbart werden muss. Und wollen damit ein Stück Sicherheit bieten, denn was ein Corona-Ausbruch im Kindergarten bewirken kann, sieht man gerade im benachbarten Bietigheim (wir berichteten).

670 Tests hat Au am Rhein aus der Notreserve des Landes erhalten, berichtet Bürgermeisterin Veronika Laukart. Damit könnten alle 54 betreffenden Mitarbeiter in den beiden Kindergärten und der Schule bis Ende März zweimal wöchentlich getestet werden. Mit Unterstützung des DRK-Ortsvereins organisierte die Gemeinde kurzfristig am Freitag vergangener Woche eine Test-Schulung für je zwei Personen aus den drei Einrichtungen.

Kolleginnen machen Nasenabstrich


Immer montags und donnerstags, idealerweise vor Arbeitsbeginn, sollen die Tests erfolgen, erläutert Laukart die kommunale Teststrategie. Montags, weil es am Wochenende eventuell Kontakte zu anderen Personen gab, und donnerstags, damit man vor dem Wochenende noch rechtzeitig reagieren kann, falls es ein positives Testergebnis gibt.

In der Praxis müsse sich das noch einspielen, sagt Christina Baricham, Leiterin des kommunalen Kinderhauses Pestalozzi. Dort testen zwei Mitarbeiterinnen mit medizinischer Ausbildung die Kolleginnen. Der Nasenabstrich mit den dünnen, biegsamen Wattestäbchen sei nicht so unangenehm wie von einigen befürchtet, erzählen die beiden, die nicht namentlich genannt werden möchten. Laut Herstellerangaben hat der Antigen-Schnelltest eine 96-prozentige Zuverlässigkeit. Um im Schichtbetrieb alle zu erfassen und mit der 15-minütigen Wartezeit den Ablauf nicht zu sehr zu stören, wird morgens vor Arbeitsbeginn und mittags während der Essens- oder Schlafenszeit der Kinder getestet. Die Akzeptanz sei groß, berichten die „Testerinnen“, denn keiner wolle das Virus unwissentlich übertragen.

Muggensturm: Zwölf Lehrkräfte kurzfristig geimpft


Das stellt auch Johannes Hermann fest, Rektor der Albert-Schweitzer-Schule Muggensturm. Dort führen zwei DRK-Helfer mittwochs und freitags die Tests bei Lehrkräften, aber auch Kernzeitbetreuung und Hausmeister durch. Besonders froh ist der Schulleiter darüber, dass am Mittwoch bereits zwölf der 24 Lehrkräfte im Kreisimpfzentrum Bühl geimpft worden sind. „Wir kamen ganz kurzfristig zum Zug“, erzählt er. Den seiner Meinung nach zu Unrecht in die Kritik geratenen Astrazeneca-Impfstoff hätten die meisten gut vertragen. Bis Pfingsten dürfte das gesamte Kollegium auch die zweite Impfung erhalten haben, schätzt Hermann. Dann habe man „einen richtigen Schutz“ für die Lehrkräfte und damit eine Sorge weniger.


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