Rektorenstellen kaum begehrt

Rastatt (ema) – Für sieben Schulen im nördlichen Landkreis werden Rektoren gesucht. Die Bewerberlage ist übersichtlich.

Obwohl zum Teil die Besoldung von Rektoren angehoben wurde, bleibt die Bewerberlage weiter sehr übersichtlich. Foto: av

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Obwohl zum Teil die Besoldung von Rektoren angehoben wurde, bleibt die Bewerberlage weiter sehr übersichtlich. Foto: av

So viele Schulleiter auf einen Schlag musste das staatliche Schulamt Rastatt im nördlichen Landkreis wohl schon lange nicht mehr suchen. Zwischen Hügelsheim und Durmersheim sind in den nächsten Monaten gleich sieben Rektorenstellen zu besetzen. Und durch Corona wird das Besetzungsverfahren nicht leichter.

Die aktuelle Liste bei Wolfgang Held ist gerade ziemlich lang. Was dem Rastatter Schulamtsdirektor auffällt: Viele der ausscheidenden Schulleiter würden jetzt vorzeitig in den Ruhestand treten. Held weiß, dass der Rektorenposten ohnehin ein „fordernder Beruf“ ist, den die Kollegen „mit viel Engagement“ ausüben würden. Möglicherweise habe den einen oder die andere nun auch die Belastungen der Corona-Krise dazu bewogen, sich vor der Altersgrenze des gesetzlichen Ruhestands aus dem Schulleben zurückzuziehen.

Gudrun Wilke-Droll, Rektorin der Nikolaus-Kopernikus-Schule Hügelsheim, wählt einen anderen Weg. Sie hatte im Jahr 2015 die Nachfolge von Werner Bartenbach in der Grund- und Werkrealschule angetreten und werde das Amt nun auf eigenen Wunsch niederlegen, erklärt Held. Die jetzige Rektorin werde dann an einer anderen Schule unterrichten.

Wenige Bewerbungen

Nachfolger für in den Ruhestand wechselnde Schulleiter werden für folgende Schulen gesucht: Grundschule Ötigheim (Peter Zopf ist seit 2005 Leiter), Favoriteschule Muggensturm-Kuppenheim (Wera Lang-Nold hatte 2010 den Chefposten der neu gebildeten Grund- und Werkrealschule übernommen), Carl-Schurz-Schule Rastatt (Ingrid Schmall ist seit 2011 die Grundschulrektorin im Münchfeld), Karlschule Rastatt (Nina-Barbara Lauckner leitet seit 2007 die jetzige Gemeinschaftsschule) und Grundschule Niederbühl (Kai Bunge hatte die Rektorenstelle 2006 übernommen). Zu besetzen ist auch die Leitungsstelle der Realschule Durmersheim, nachdem Tatjana Rosenau aus nicht öffentlich benannten Gründen die Schule verlassen hatte.

Die bisherige Bewerberlage bestätigt, dass der Chefposten in den Schulen nach wie vor nicht gerade attraktiv ist. Laut Schulamt liegt bislang für die Realschule Durmersheim, die Grundschule Ötigheim, die Nikolaus-Kopernikus-Schule Hügelsheim und die Karlschule Rastatt jeweils nur eine Bewerbung vor. Behördenleiter Held räumt ein, dass jüngste Schritte des Kultusministeriums zur Aufwertung der Chefposten offenbar nicht den erwünschten Effekt erzielen. Das gilt vor allem für die bessere Bezahlung von Rektoren an kleineren Schulen. Auch dass an mittelgroßen Schulen die Stelle eines Konrektors geschaffen wurde, scheint bislang zu verpuffen. Abschreckend könnte nach Einschätzung des Schulamtsdirektors wirken, dass bislang die angekündigte Erhöhung der Leitungsstunden und damit eine Entlastung der Rektoren beim Unterrichten noch nicht umgesetzt wurde.

Bei den anstehenden Besetzungsverfahren muss sich das Schulamt im Zeichen von Corona umorientieren. Normalerweise müssen sich Bewerber an der Schule mit Unterrichtsanalyse, einer Präsentation, in einem Interview sowie mit einer Fallanalyse bewähren. Wegen der Pandemie hatte das Schulamt diese Termine im Januar und Februar auf Eis gelegt. Jetzt, so Amtsleiter Held, werde man wieder auf ein Videoformat umsteigen, wie man es teilweise im vergangenen Jahr praktiziert habe – um die Stellenbesetzungen nicht zu verzögern.


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