Relikt aus vergangenen Zeiten auf Gaggenauer Straßen

Gaggenau (joko) – Was bedeuten grüne, aufgemalte Striche auf den Straßen in Gaggenau? Unser Mitarbeiter Joachim Kocher ist dieser Frage nachgegangen.

Nach Sinn und Zweck dieser Markierungen sucht man in der Straßenverkehrsordnung vergebens: Sie sind vermutlich nur auf einigen Gaggenauer Straßen aufgebracht worden. Foto: Joachim Kocher

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Nach Sinn und Zweck dieser Markierungen sucht man in der Straßenverkehrsordnung vergebens: Sie sind vermutlich nur auf einigen Gaggenauer Straßen aufgebracht worden. Foto: Joachim Kocher

„I hätt do mol a frog.“ Mit diesen Worten kam jüngst Sonja Schmidt-Ockert aus dem Gaggenauer Stadtteil Bad Rotenfels auf unsere Zeitung zu. Es ging um grüne, abgewinkelte Bodenmarkierungen, die im Doppelpack mit ein paar Metern Abstand vor längerer Zeit auf Straßen in der Benzstadt aufgemalt wurden. In erster Linie findet man die grün-abgewinkelten Streifen vorwiegend in Gaggenau links der Murg, so auch im Bereich der Einfahrt zum Lebensmittelmarkt Aldi in der Rindeschwenderstraße. Schon viele Autolenker, wie Sonja Schmidt-Ockert, werden sich mit Sicherheit gefragt haben, was die Bodenmarkierungen überhaupt bedeuten.

Wer nach Sinn und Zweck der aufgemalten Markierungen in der Straßenverkehrsordnung sucht, hat Pech, denn dieses Relikt aus vergangenen Zeiten findet man dort nicht, da es vermutlich nur auf einigen Gaggenauer Straßen angebracht worden war. Wie der Leiter des städtischen Ordnungsamts, Dieter Spannagel, auf Anfrage mitteilt, wurde noch vor seiner Zeit im Ordnungsamt mit dem Aufmalen des besonderen Hinweises an besonders dominanten Kreuzungen und Einmündungsbereichen im 30 km/h-Bereich begonnen.

Zusätzliche Sicherheit im Straßenverkehr?

Wann dies genau war, konnte er nicht sagen. Es war auf jeden Fall die Zeit, in der auch in Gaggenau, zumindest in Teilbereichen, Tempo 30 km/h eingeführt wurde. Vermutlich wollten die Verantwortlichen des städtischen Ordnungsamts damals für eine zusätzliche Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. Durch die doppelten Bodenmarkierungen wollte man die Verkehrsteilnehmer auf die 30 km/h und die in diesem Bereich vorhandene „Rechts-vor-Links-Regelung“ besonders aufmerksam machen, meint Spannagel. Außerdem sollten die Autolenker immer wieder an die durchgeführten Verkehrsänderungen erinnert werden, um somit auch Unfälle zu vermeiden. Heute werden nur noch in absoluten Ausnahmefällen entsprechende Bodenmarkierungen auf die Straße aufgemalt, sagt Spannagel.

Auch weitere befragte Passanten hatten im Übrigen keine Ahnung, was die grünen, abgewinkelten, rund 20 Zentimeter breiten Markierungen bedeuten. Lediglich CDU-Stadtrat Rudi Drützler hatte umgehend die passende Antwort parat.


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