Renner aus der Region

Bühl (hol) – Die Mediathek zieht Bilanz: 2019 sind vor allem Bücher mit regionalem Bezug und Bestseller gefragt. Außerdem gewöhnen sich die Nutzer noch an die Selbstverbuchungsanlage.

Hell und luftig: Die Mediathek wird nicht zuletzt wegen ihrer offenen Atmosphäre von vielen Besuchern geschätzt.Foto: Holzmann

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Hell und luftig: Die Mediathek wird nicht zuletzt wegen ihrer offenen Atmosphäre von vielen Besuchern geschätzt.Foto: Holzmann

Mit „Badischer Totentanz“ hat es ein Krimi mit regionalem Bezug auf Platz zwei der Ausleihrenner 2019 geschafft. Ansonsten war im vergangenen Jahr in der Mediathek das gefragt, was auch auf den Bestsellerlisten aufgetaucht ist. 4800 „aktive“ Kunden hatte die Bücherei 2019 – als „aktiv“ zählen diejenigen, die jeweils mindestens einen Ausleihvorgang hatten. Insgesamt etwa 160000 Medien wurden von diesen im vergangenen Jahr ausgeliehen.

Etwa doppelt so viele „passive“ Nutzer gibt es, die zwar eine Ausleihkarte besitzen, das Angebot aber 2019 nicht genutzt haben. Einige von ihnen dürften wohl dennoch in der Mediathek gewesen sein, denn insgesamt haben im vergangenen Jahr rund 69300 Menschen die Mediathek besucht. „Und dabei sind die Besucher der diversen Veranstaltungen gar nicht mitgezählt“, sagt die kommissarische Leiterin der Mediathek, Sarah Lorenz. Sie ist zufrieden mit den Zahlen, die sich seit zwei bis drei Jahren auf dem gleichen Niveau bewegen.

Digitale Angebote beliebt

Und was ist sonst noch gefragt bei den Kunden der Bibliothek im Herzen der Zwetschgenstadt? Bei den Sachbüchern sind die „52 kleinen und großen Eskapaden im Schwarzwald“ auf Platz drei im Ranking gelandet. Der Nachwuchs zeigte sich unter anderem begeistert vom mittlerweile 13. Teil von „Gregs Tagebuch“ (Platz eins) und dem Bilderbuchklassiker „Mama Muh spielt Sommer“ (Platz drei). Auch die digitalen Angebote wie „Tip Toi“ oder die „Tonies“ – elektronische Hörspiel-Figuren, für die man ein ebenfalls ausleihbares Abspielgerät braucht – sind echte Renner. Bei den Filmen liegt der Klassiker „Jim Knopf“ vor dem 2019er-Kinohit „Avengers – Infinity War“. „Und Gesellschaftsspiele sind unglaublich beliebt“, sagt Lorenz, die auch selber gerne zum Brettspiel greift. „Wir haben ausgerechnet, dass jedes unserer Spiele im Durchschnitt zehnmal ausgeliehen war im vergangenen Jahr.“

Größte Umstellung für die Nutzer im vergangenen Jahr war die Einführung der Selbstverbuchungsanlage, die es den Kunden ermöglicht, Medien auszuleihen und zurückzugeben, ohne das Personal damit zu beschäftigen. Das ist kinderleicht. „Zurzeit investieren wir noch viel Zeit, um den Leuten das System zu erklären“, sagt Lorenz. Aber sie ist optimistisch, dass die Gewöhnungsphase bald vorbei ist. Und dann könne sich das Personal mehr auf fachliche Arbeit konzentrieren – Beratungsgespräche, Medienpädagogik, inhaltliche Schwerpunktsetzung.

Berufbild hat sich gewandelt

Das Berufsbild der Bibliothekarin habe sich stark gewandelt, schildert Lorenz. Nicht mehr das Bewahren und Ausgeben von Büchern alleine steht im Mittelpunkt der Arbeit. Es geht um mehr: Die Mitarbeiter der Mediathek sind Medienpädagogen, digitale Techniker, manchmal auch Sozialarbeiter und Entertainer. Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten steht ebenso auf dem Plan wie die Organisation von Veranstaltungen und die ständige Auseinandersetzung mit der neuen Technik. „Das antiquierte Bild, das manche von unserer Arbeit haben, hat nichts mehr mit der Realität zu tun“, meint die kommissarische Leiterin der Bibliothek. Sie hat ihre Ausbildung 2006 begonnen und arbeitet seit 2012 in der Bühler Mediathek als stellvertretende Leiterin. Seit Februar hat sie für ein Jahr die Leitung der Einrichtung übernommen.

Unter der Überschrift „Grünes Leben“ will die Mediathek in diesem Jahr passend zum Bühler Klimanotstand einen Schwerpunkt setzen und ein Regal zusammenstellen mit Filmen, Ratgebern und Romanen zum Thema – „und auch eine Veranstaltung ist geplant“, sagt die zuständige Abteilungsleiterin Julia Huber. Und der Schwerpunkt im kommenden Jahr steht wohl auch schon fest. Da wird die Mediathek schließlich 20 Jahre alt.

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Erstellt:
2. März 2020, 22:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 43sec

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