Repair-Café Rastatt: Reparieren statt wegwerfen

Rastatt (sb) – Die Große Kreisstadt nimmt Anlauf für die Einrichtung eines Repair-Cafés. Reparieren statt wegwerfen, lautet das Motto.

Lässt sich dieser Funkwecker noch reparieren? Fragen wie diese sollen künftig im Repair-Café Rastatt geklärt werden. Martin Schursch, Jutta Eckert-Schirmer und Kevin Schad (von rechts) freuen sich darauf. Foto: Stephan Friedrich

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Lässt sich dieser Funkwecker noch reparieren? Fragen wie diese sollen künftig im Repair-Café Rastatt geklärt werden. Martin Schursch, Jutta Eckert-Schirmer und Kevin Schad (von rechts) freuen sich darauf. Foto: Stephan Friedrich

Wer sich darauf gefreut hatte, dass bei der Auftaktveranstaltung zum ersten Repair-Café in Rastatt gleich gebastelt und geschraubt werden kann, der wurde am Donnerstagabend im Naturfreundehaus enttäuscht. Denn bei der ersten vom Rastatter Klimaschutzmanager Martin Schursch organisierten Veranstaltung ging es erst einmal um die Grundlagen einer solchen Einrichtung.
Da musste der passende Name (deutsch: Reparaturcafé oder lieber englisch: Repair Café) gesucht werden. Nach einer munteren Diskussion einigen sich die rund 30 Interessierten auf die englische Version und auch darauf, dass ab Dezember an jedem ersten Donnerstag im Monat von 17.30 bis 20.30 Uhr repariert werden soll. Mit im Boot sind die Naturfreunde Rastatt, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. „Die Idee, Waren zu reparieren statt sie wegzuwerfen und etwas Neues zu kaufen, passt wunderbar zu unseren Naturschutzgedanken“, sagt Jutta Eckert-Schirmer aus dem Leitungsteam der Naturfreunde. Vor dem Regeltermin wird es am Donnerstag, 19. November, eine Auftaktveranstaltung geben. Hier werden die Stadt durch ihren Klimaschutzmanager und auch die Energieagentur Mittelbaden das neue Repair-Café unterstützen. „Beispielsweise durch benötigtes Werkzeug aber auch durch Flyer und in organisatorischen Fragen“, berichtet Kevin Schad von der Energieagentur Mittelbaden.

Drei Kooperationspartner

Alle drei Kooperationspartner freuten sich am Donnerstag über eine sehr gute Resonanz. Gekommen waren auch Mitstreiter, die bereits in anderen Repair-Cafés aktiv sind und so aus der Praxis berichten konnten. Herausgestellt wurde, dass es sich nicht um einen kostenlosen Reparaturservice handelt, sondern vielmehr Hilfe zur Selbsthilfe geboten wird. Engagierte Ehrenamtliche, die gerne basteln und werkeln, helfen anderen, deren Geräte nicht mehr so funktionieren wie gewünscht. Dabei geht es, so die Erfahrung aus Bühl oder Heidelberg, meist um kleine Elektrogeräte, aber auch mal um einen Rasenmäher oder ein Fahrrad.

Vielleicht aber findet sich auch ein Ehrenamtlicher, der sich auf Kleidung oder Holz spezialisiert hat und entsprechende Schäden reparieren kann. Wichtig ist, so die Erfahrung aus anderen Städten, dass bereits bei der Anmeldung klar ist, wo der Fehler liegt. Denn so können beispielsweise Schaltpläne von den Reparateuren im Vorfeld angeschaut werden. Ersatzteile müssen die Besitzer der entsprechenden Geräte selbst organisieren.

Um den Reparateuren den Rücken freizuhalten, soll es ein Organisationsteam und Helfer vor Ort geben, die unter anderem für Kaffee und Kuchen verantwortlich sind. Auch für diese Jobs wurden am Donnerstagabend Ehrenamtliche gefunden.

Martin Schursch berichtete dabei von seinen Erfahrungen aus einer früheren Position und erörterte Haftungs- und Versicherungsfragen: „Da hier alles auf ehrenamtlicher Basis funktioniert, kann nicht jeder Schaden behoben werden“, so der städtische Klimaschutzmanager. Vielmehr sieht er das Repair Café als einen Ort des Wissensaustauschs und der Begegnung. Dass dies bei steigenden Corona-Zahlen vielleicht nicht möglich ist, wissen die Verantwortlichen. Deshalb behält man sich vor, die ersten Veranstaltungen notfalls auch kurzfristig abzusagen. Sicher ist, dass vor Ort, ebenso wie bei der Auftaktveranstaltung, die aktuell geltenden Hygieneregeln samt dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes eingehalten werden müssen.

Wer sich ehrenamtlich als Reparateur, in der Organisation oder als Helfer vor Ort engagieren möchte, kann sich ebenso bei Martin Schursch (martin.schursch@rastatt.de) melden wie Menschen, die bei der Reparatur eines Geräts Hilfe benötigen. Hier sind detaillierte Angaben zum Schaden sehr hilfreich.


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