Rettungshubschrauber soll in die Ortenau statt an den Airpark

Stuttgart/Rheinmünster (fk) – Ein Gutachten empfiehlt nach BT-Informationen den Betrieb von weiteren Rettungshelikoptern im Land. Am Baden-Airpark soll keiner stationiert werden, aber in der Ortenau.

570 Einsätze absolvierte der interimsmäßig am Baden-Airpark stationierte „Christoph 43“ im ersten Halbjahr. Bernhard Margull

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570 Einsätze absolvierte der interimsmäßig am Baden-Airpark stationierte „Christoph 43“ im ersten Halbjahr. Bernhard Margull

Tobias Wald will die Hoffnung nicht aufgeben, dass es doch noch eines Tages einen eigenen Rettungshelikopter für die Region am Baden-Airpark gibt. Schon lange hatte sich der mittelbadische CDU-Abgeordnete dafür eingesetzt. Doch momentan sieht es eher schlecht aus. Ein vom Land in Auftrag gegebenes Strukturgutachten, das am Montag vorgestellt werden soll, empfiehlt nach BT-Informationen zwar die Anschaffung von zwei bis drei zusätzlichen Rettungshubschraubern in Baden-Württemberg. Doch am Baden-Airpark soll keiner stationiert werden, stattdessen in der Ortenau.

Stationierung in Ortenau bringt ganz Mittelbaden Vorteile

Auf das Strukturgutachten angesprochen, gab Wald sich kämpferisch. Zunächst einmal müsse man sehen, so Wald gegenüber dem BT, dass eine mögliche Stationierung in der Ortenau auch für den Landkreis Rastatt und den Stadtkreis Baden-Baden ein Erfolg sei, da sich durch die neue Maschine – und den aktuell übergangsweise am Airpark stationierten Karlsruher Helikopter – auch in der Region die Rettungsfristen deutlich verkürzten. Zum anderen sei noch nicht aller Tage Abend, denn der Betrieb der Rettungshelikopter werde ausgeschrieben und es sei davon auszugehen, dass sich auch die DRF dafür bewerbe. Die wiederum betreibt eine Wartungswerft am Baden-Airpark – die nötige Infrastruktur sei daher dort bereits vorhanden, weswegen Wald es durchaus für möglich hält, dass die DRF und die Politik das bei der Standortfrage mit berücksichtigen werden. Er wolle, so Wald, jedenfalls darauf hinwirken. Das Strukturgutachten sei nicht bindend, es gebe lediglich Empfehlungen.

Für die Stationierung in der Ortenau spricht unterdessen wohl, dass Offenburg – der wahrscheinlichste Standort für einen Helikopter in der Ortenau, genau in der Mitte zwischen den bereits vorhandenen Luftrettungsstationen in Karlsruhe und Freiburg liegt. Die größtmögliche Verbesserung der Hilfsfristen wäre daher wohl eher aus der Ortenau zu erreichen. Sie ist maßgebend für die Standortwahl der Helikopter.

Kürzere Hilfsfristen

Politik und hiesige Rettungsdienste waren sich zuletzt einig, dass ein neuer Rettungshubschrauber in der Region die Hilfsfristen gerade in den Höhen- oder hinteren Tallagen wie Forbach oder Bühlertal deutlich verbessern würde. Das habe die Stationierung des Karlsruher Helikopters „Christoph 43“ am Airpark gezeigt. Die Maschine aus der Fächerstadt war für die Dauer des Um- und Neubaus an den St. Vincentius-Kliniken übergangsweise nach Mittelbaden verlegt worden. Da sich die Arbeiten dort immer wieder verzögerten, war zuletzt eine Rückverlegung für den Beginn des kommenden Jahres geplant.

In einem Antwortschreiben des Innenministeriums an Tobias Wald, der zusammen mit dem medizinischen Direktor des Klinikums Mittelbaden, Dr. Thomas Iber, zuvor schriftlich für eine Maschine am Airpark plädiert hatte, heißt es diplomatisch, dass nach der Rückverlegung von „Christoph 43“ hernach selbstverständlich „auch die sich für die Rheinschiene ergebenden Konsequenzen beleuchtet“ würden.

Das Strukturgutachten wurde vom Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement am Universitätsklinikum München erstellt. Im Fokus stand neben Hilfsfristen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten unter anderem die bestmögliche Verzahnung von luft- und bodengebundenen Rettungsmitteln.

Der Einsatz eines Rettungshubschraubers kostet der DRF zufolge pro Minute 50 bis 75 Euro, rechnet man den Notarzt hinzu 80 bis 90 Euro. Ein Rettungswagen verursacht pro Fahrt laut AOK Mittlerer Oberrhein Kosten von 420 Euro – ohne Einbeziehung des Entgelts für den Notarzt.


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