Rheinfähre fährt wieder: Wartung auf September verschoben

Rheinmünster (ar) – Seit Montag ist die Fähre Drusus wieder zwischen Drusenheim und Rheinmünster unterwegs. Die Corona-Pandemie hat die eigentlich geplante Sanierung vorerst gestoppt.

Grenzgänger dürfen sich freuen: Seit Montag legt die Fähre Drusus wieder regelmäßig ab.  Foto: A.Gangl

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Grenzgänger dürfen sich freuen: Seit Montag legt die Fähre Drusus wieder regelmäßig ab. Foto: A.Gangl

Zwei Monate war die Überquerung des Rheins und damit die deutsch-französische Grenze zwischen den befreundeten Gemeinden Drusenheim und Rheinmünster geschlossen. Seit Montag pendelt die Fähre Drusus wieder regelmäßig über den Grenzfluss. Geöffnet ist sie jedoch vorerst nur für Grenzgänger unter bestimmten Voraussetzungen aufgrund der Corona-Pandemie.
Am 26. August 1961 – zwei Jahre bevor Konrad Adenauer den deutsch-französischen Vertrag unterschrieb – wurde die Fähre zwischen der elsässischen Gemeinde Drusenheim und der badischen Gemeinde Greffern offiziell eingeweiht. Dieses Jubiläum wurde vor neun Jahren in großem Rahmen gefeiert, denn die Fähre ist nicht nur ein Fahrzeug, vielmehr steht sie als Symbol für die Verbindung von Generationen von Menschen, die sich als Freunde über die Grenze hinweg begegnen. Bis zu seiner Schließung am 16. März 2020 aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen querte Drusus täglich 60 bis 100 Mal den Rhein und beförderte jährlich rund 800000 Passagiere.

Auch wenn Corona die Fähre nicht zum Stopp gezwungen hätte, wäre sie vom 20. März bis 15. Juni in der Freistetter Werft gewartet worden. Doch auch hierbei schob das weltweite Virus einen Riegel vor, denn die Fähre durfte aufgrund der Grenzschließung den Rhein nicht zur Werft auf deutscher Seite überqueren. Die routinemäßigen Wartungsarbeiten sind nun für September vorgesehen.

Kein Fährbetrieb an Wochenenden und Feiertagen

Hierbei soll das über 20 Jahre alte, analoge Steuerungssystem durch ein digitales ersetzt werden. Ebenso sollen Motor und Wechselrichter ausgetauscht, der Rumpf und die Triebwerke neu angepasst werden. Geplant ist auch, die Anlegestellen auf beiden Seiten zu ertüchtigen. Die Kosten werden rund eine Million Euro betragen, an denen sich das Land Baden-Württemberg mit rund 406000 Euro beteiligen wird. Auch wenn die Wartungsarbeiten noch nicht haben stattfinden können, erfüllt die Fähre alle Voraussetzungen, um die Sicherheit der Benutzer zu gewährleisten, betont Sylvie Mertz vom Generalrat des Departement Bas-Rhin.

Insbesondere die Grenzgänger dürfen sich freuen, denn ab sofort verkehrt die Fähre montags bis freitags von sechs bis elf sowie von 13 bis 18 Uhr. An Wochenenden und Feiertagen ist noch kein Fährbetrieb. Benutzt werden kann die Fähre von Autos sowie maximal zehn Fußgängern oder Radfahrern, mit Schutzmasken. Schutz- und Hygienemaßnahmen werden auf zweisprachigen Schildern erklärt. Auf der Fähre selbst stehen Desinfektionsmittel zur Verfügung. Fahrzeiten und aktuelle Informationen in französischer Sprache gibt es hier.


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