Rheinpromenade soll attraktiver werden

Rastatt (ema) – Die Rheinpromenaden bei Plittersdorf und Seltz sollen mit Hilfe von EU-Mitteln in den kommenden drei Jahren aufgewertet werden. Beide Kommunen haben ein Konzept erarbeitet.

Das Areal bei der Fähranlegestelle wollen die Planer umkrempeln und neu gestalten. Foto: Walter

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Das Areal bei der Fähranlegestelle wollen die Planer umkrempeln und neu gestalten. Foto: Walter

Mit einem millionenschweren Investitionsprogramm wollen die Stadt Rastatt und die Gemeinde Seltz die jeweiligen Rheinpromenaden auf französischer und deutscher Seite deutlich aufwerten. Allein auf Plittersdorfer Seite will man 2,8 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Ob das Projekt tatsächlich so umgesetzt wird, hängt jedoch nicht allein von den beiden Kommunen ab. Die Partner setzen auf eine Förderung durch die EU. Der zuständige Interreg-Begleitausschuss soll Mitte dieses Jahres seine Entscheidung treffen.

Voraussetzung dafür ist die Einreichung des Förderantrags, über den der technische Ausschuss des Rastatter Gemeinderats am Montag (Beginn: 17.30 Uhr) berät. Auf dem Tisch liegt ein Bewerbungskonzept, das Maßnahmen zum Schutz der Natur, zur Renaturierung sowie Angebote für Besucher beinhaltet, mit dem für das Schutzgebiet sensibilisiert werden soll.

Altes Amtsgebäude soll abgerissen werden

Das EU-Projekt könnte nun auch einen Weg weisen, wie das als Schandfleck vor sich hingammelnde ehemalige Domizil des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) beseitigt werden könnte. Das Konzept sieht einen Abriss der Immobilie und eine Renaturierung mit Pappeln und Weiden vor. Dafür müsste die Stadt Rastatt jedoch das 5 820 Quadratmeter große Grundstück mit Haus und Garagen zunächst von einem Privateigentümer kaufen. Als das WSA das Domizil wegen einer Verlagerung nach Iffezheim aufgab und vor fünf Jahren auf dem Markt für 270 000 Euro anbot, rührte sich die Stadt Rastatt nicht. Stattdessen griff damals ein Käufer aus Koblenz zu, der die Immobilie jetzt für 750 000 anbietet (wir berichteten).

Der Weg zu dem ehemaligen WSA-Domizil – analog auch in die andere Richtung – soll künftig für Autos gesperrt werden. Den angrenzenden, beliebten Spielplatz will man um naturnahe Elemente mit Wasserbezug erweitern.

Im direkten Umfeld bei der Fähranlegestelle sind eine Aufenthaltswiese, eine Plattform und Sanitäranlagen vorgesehen; die Promenade soll saniert werden. Das bedeutet, dass der Parkplatz für Autos und Busse verlegt werden muss. Diese Kosten sind noch unbekannt. Weitere Maßnahmen auf Plittersdorfer Seite: Wegbegleitende Sitzgelegenheiten mit Picknickbereichen, ein neun Kilometer langer, grenzüberschreitender Lehrpfad, ein Aussichtspunkt an der Nordspitze der Promenade für die Beobachtung von Vögeln, Bau einer Sitztreppe an einem naturnahen Ufer, Vertiefung von drei Schluten für den Erhalt der Feuchtgebiete, Bau von Holzstegen durch den Auwald, Herstellung von Brutflößen auf dem Kiessee für die Flussseeschwalbe. Für Seltz sind ähnliche Umgestaltungen im Gespräch. Diverse Wünsche aus dem Ortschaftsrat Plittersdorf (Fitnessparcours, fest installierter Kiosk, Wohnmobilstellplätze) tauchen in dem Konzept nicht explizit auf.

Sollten Rastatt und Seltz mit einem Netzwerk von Partnern mit ihrer Bewerbung zum Zuge kommen, müsste das Projekt bis zum Jahr 2023 durchgezogen werden. Der städtische Anteil der Kosten läge bei rund 1,3 Millionen Euro.


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