Rheintalhalle bleibt länger blockiert

Baden-Baden (sga) – Weil die Arbeiten in der Rheintalhalle lieferbedingt länger andauern, bleibt sie auf unbestimmte Zeit geschlossen. Auch in der Festhalle Oos lässt das Baumaterial auf sich warten.

Viel Arbeit und wenig Material: Weil einige Baufirmen aktuell nicht wie geplant ausliefern können, wird die Rheintalhalle auch im September gesperrt bleiben. Foto: Sarah Gallenberger

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Viel Arbeit und wenig Material: Weil einige Baufirmen aktuell nicht wie geplant ausliefern können, wird die Rheintalhalle auch im September gesperrt bleiben. Foto: Sarah Gallenberger

Schlechte Nachrichten für so manchen Sportler aus Sandweier: Nächsten Monat können die Handballer des Turnvereins (TV) zwar in die neue Spielzeit starten, allerdings nicht in ihrem gewohnten Umfeld. Denn dann wird die Rheintalhalle immer noch von Bauarbeitern belegt sein.

Und das, obwohl der Plan ursprünglich ein ganz anderer war. Seit April wird die Halle in Sandweier saniert, „bis September wollten wir pünktlich fertig sein“, ärgert sich Markus Ernst vom Fachgebiet Gebäudemanagement. Doch wie so oft in den vergangenen zwei Jahren machte das Coronavirus dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung: „Es gibt Lieferschwierigkeiten“, erklärt Ernst. Immer wieder habe er bei den entsprechenden Firmen angerufen und nachgehakt, ob es nicht doch noch eine andere Möglichkeit gebe. „Keine Chance.“

Bauende verschiebt sich deutlich nach hinten

Dabei laufen die Bauarbeiten „ansonsten gut“. Weil bei Wartungsarbeiten aufgefallen sei, so Ernst, dass sich die Halle unter anderem in Sachen Brandschutz nicht auf dem nötigen Stand befindet, hat sich die Stadt die Sanierung der kompletten Decke inklusive der Unterkonstruktion auf die Fahnen geschrieben.

Ernst klärte während der Besichtigung der Baustelle am Dienstag auf: „Aktuell erneuern wir 1.700 Quadratmeter im Decken- und Wandbereich.“ Für einen besseren Schallschutz werde mit Mineralwolle gedämmt. Insgesamt kostet die Hallendeckensanierung 385.000 Euro, hinzu kommen weitere 70.000 Euro für den Einbau einer LED-Beleuchtung. Vom Bund gibt es 25.296 Euro Förderung – auch, wenn so manches Material auf sich warten lässt. Aktuell scheitert es an der Lieferung von Vorschaltgeräten.

Wann die Rheintalhalle wieder genutzt und vom TV Sandweier bezogen werden kann, weiß Ernst Stand jetzt noch nicht. Stattdessen bekomme er von den Lieferanten „noch nicht mal eine Prognose“ darüber, wann das Material auf der Baustelle ankommen könnte. Sicher sei allerdings, dass das Bauende sich „deutlich nach hinten“ verschiebe. Währenddessen muss der TV Sandweier aber nicht komplett auf den Sport verzichten. Ausweichort ist die alte Halle im Schulzentrum West.

Im Zuge der Sanierung wird die komplette Dachkonstruktion in der Ooser Festhalle erneuert. Foto: Henning Zorn

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Im Zuge der Sanierung wird die komplette Dachkonstruktion in der Ooser Festhalle erneuert. Foto: Henning Zorn

Schwierigkeiten bei der Lieferung gibt es allerdings nicht nur in Sandweier. Auch die Arbeiten in der Ooser Festhalle werden von fehlendem Material (Beleuchtung und Holz) blockiert. Zwar kann Ernst an dieser Stelle von einem Markt sprechen, der sich „langsam beruhigt“. Aber gewisse Dinge gebe es immer noch nicht. Aber Björn Käckell vom Fachgebiet Gebäudemanagement weist auf die zwei schon abgeschlossenen Bauabschnitten hin. Immerhin werde die Festhalle in Oos seit mehreren Jahren saniert. Gestartet wurde, wie mehrfach berichtet, 2019 mit der Sanierung des Festplatzes, wo unter anderem aus dem früheren Schotterparkplatz insgesamt 72 Abstellmöglichkeiten für Autos entstanden sind (vier davon mit Elektroladesäulen).

Belüftungs- und Photovoltaikanlage

2020 folgte dann der zweite Bauabschnitt. Hinzu kam reichlich Platz für die Bewirtung bei Festen sowie ein neu gestalteter Eingangsbereich und ein barrierefreier Zugang. Damit die Ooser Festhalle voraussichtlich Ende 2021 fertiggestellt werden kann, wird aktuell das Dach energetisch saniert und die dazugehörige Konstruktion erneuert. Oben drauf kommt noch eine Photovoltaikanlage, „und weil wir energetisch sanieren“, können laut Käckell künftig rund 42 Prozent des heutigen Energiebedarfs eingespart werden.

Für das ganze Vorhaben müssen knapp zwei Millionen Euro hingelegt werden, von denen insgesamt 724.000 Euro gefördert werden. Für das Geld gibt es übrigens nicht nur zusätzlich eine neue Belüftungsanlage, sondern auch noch eine neue Beleuchtung – direkt aus Italien angeliefert.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
11. August 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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