„Riverside Loft“ an der Murg in Gaggenau

Gaggenau (tom) – Nach über einem Jahrzehnt weitestgehenden Leerstands ist nun das Ziel in Sicht: Spätestens Ende 2022 sollen im Eisenhöfer-Gebäude insgesamt 21 neue Wohnungen bezugsfertig sein.

Bürgermeister Michael Pfeiffer (rechts) übergibt symbolisch die Baugenehmigung an Thomas Zehnder von der Riverside Immobilien GmbH. Links Architekt Cristian Kopp, daneben Projektentwickler Christian Heck. Foto: Thomas Senger

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Bürgermeister Michael Pfeiffer (rechts) übergibt symbolisch die Baugenehmigung an Thomas Zehnder von der Riverside Immobilien GmbH. Links Architekt Cristian Kopp, daneben Projektentwickler Christian Heck. Foto: Thomas Senger

Die Baugenehmigung wurde am Freitag übergeben; doch für Planer, Investoren und Entwickler warten noch einige Herausforderungen.

Bis zum Sommer, so hofft Projektentwickler Christian Heck, werde der Beginn der Arbeiten erfolgt sein. Zunächst aber gilt es, das Ergebnis der statischen und geologischen Untersuchungen abzuwarten. Denn das Gebäude birgt einige Geheimnisse: Aussagekräftige Unterlagen über die Statik liegen nicht vor. Bohrkerne im Beton sollen Aufschluss geben über die Tragfähigkeit des Betongerippes.

Da werde man wohl noch einige Aussteifungen vornehmen müssen, „aber es wird machbar sein“, versichert Architekt Cristian Kopp, „Bauen im Bestand ist immer eine Herausforderung.“ Auch er setzt auf den Erfolg des Projekts: Nicht von ungefähr habe er bereits den Sitz seines Büros von Baden-Baden unmittelbar neben das geplante Großprojekt verlegt – ins Obergeschoss der Lokalität Fumo (ehemals Glasshouse), um so stets in der Nähe der künftigen Großbaustelle für die „Riverside Lofts“ zu sein.

Aufwertung in der Innenstadt

So soll der Eisenhöfer künftig heißen. Der Name verspricht Wohnen in interessantem Ambiente – und diesem Anspruch wolle man auch gerecht werden, betont Thomas Zehnder von der Investorin, der RI Riverside Immobilien GmbH aus Ehingen.

Im Idealfall werden alle 21 Wohnungen zur Eigennutzung gekauft, betonen Heck und Zehnder. Dafür wolle man die Voraussetzungen schaffen. Was der Quadratmeter denn so kosten wird, das wollen sie erst dann sagen, wenn alle Kosten vorliegen – Stichwort Statik – und somit eine verlässliche Kalkulation möglich sei. Wer bereits jetzt schon sein Kaufinteresse kundtun will, dürfe sich aber gerne melden.

Der Umbau des Eisenhöfer-Gebäudes markiert einen Meilenstein in der Sanierung und damit Entwicklung der nördlichen Innenstadt. Daran erinnerte Bürgermeister Michael Pfeiffer und verwies auf den städtebaulichen Vertrag, der eigens abgeschlossen wurde. In Stadtverwaltung und Gemeinderat hat man sich mit dem „Eisenhöfer“ nicht leicht getan, auch deshalb ist Pfeiffer „froh, dass nach so vielen Jahren“ nun eine Aufwertung dieses ortsbildprägenden Betonklotzes gesichert sei – und auch der „Einstieg in eine neue Mobilität“. Quasi als Pilotprojekt hat der Investor einen Stellplatz samt Ladesäule und E-Pkw für die Hausgemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Insgesamt gibt es für die Bewohner 20 Stellplätze. Ganz zu Beginn war ein fünftes Obergeschoss angedacht, davon hat man sich verabschiedet. Gleichwohl sind aus den einmal 18 geplanten Wohnungen nun 21 geworden.

Oben Wohnen, unten Kik

Es ist einiges zu tun, bis aus dem „Eisenhöfer“ die Riverside Lofts werden. Zunächst wird nur das tragende Gerippe bleiben. Es wird um eine Penthouse-Etage mit drei Wohnungen zwischen 80 und 120 Quadratmetern, also ein viertes Obergeschoss, aufgestockt. Künftig wird es also vier Wohngeschosse geben. Im Erdgeschoss wird die Kik-Filiale als Ankermieter bleiben.

In Bau und Gestaltung der Gebäudehülle soll viel Holz zum Einsatz kommen – dies wird auch aus statischen Gründen als vorteilhaft erachtet.

Mit einer Wohnraumhöhe von bis zu drei Metern soll der „Loft-Charakter“, des Gebäudes aufgegriffen werden. „Loft“ steht für eine aus einer Fabrik-Etage entstandene Wohnung, gerne wird damit großzügiges Wohnen assoziiert.

Das Eisenhöfer-Gebäude an der Ecke Theodor-Bergmann-/Hauptstraße gehört seit rund sechs Jahrzehnten zum Ortsbild der Innenstadt. Früher beherbergte es die Kaufstätte (mit Café im Obergeschoss), später das Möbelhaus Eisenhöfer, dann stand es jahrelang leer. Durch den langen Stillstand auf dem Areal des Murgtal-Centers direkt gegenüber gestaltete sich der Verkauf schwierig. In der Planungsphase des Murgtal-Centers (früher „Magnet“ genannt) wurde auch darüber nachgedacht, den Eisenhöfer-Komplex mit dem neuen Einkaufszentrum zu verbinden. Dies war einmal sogar ausdrücklicher Wunsch des Gemeinderats an den „Magnet“-Investor Sepa.

Im Erdgeschoss befindet sich als Mieter seit Februar 2010 eine Filiale der KiK Textilien und Non-Food GmbH auf rund 500 Quadratmetern. Die anderen Stockwerke sind derzeit ungenutzt.

Ein viertes Obergeschoss wird als zurückgesetztes Penthouse oben aufgebaut. Grafik: Kopp Ingenieurgesellschaft mbH

© red

Ein viertes Obergeschoss wird als zurückgesetztes Penthouse oben aufgebaut. Grafik: Kopp Ingenieurgesellschaft mbH


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