Robert Stiebler in „Ärmel-Hochkrempel-Stimmung“

Forbach (BNN) – Die Nacht war kurz für den künftigen Forbacher Bürgermeister Robert Stiebler. Noch immer kann er kaum glauben, dass er in bald Rathauschef sein wird. Die Freude sei aber riesig.

Baum zur Wahl: Noch am Sonntagabend stellte die Feuerwehr dem künftigen Rathauschef Robert Stiebler einen Bürgermeisterbaum. Im Hintergrund ist Amtsinhaberin Katrin Buhrke zu sehen. Foto: Swantje Huse

Baum zur Wahl: Noch am Sonntagabend stellte die Feuerwehr dem künftigen Rathauschef Robert Stiebler einen Bürgermeisterbaum. Im Hintergrund ist Amtsinhaberin Katrin Buhrke zu sehen. Foto: Swantje Huse

Wirklich glauben kann er es noch immer nicht, der Forbacher Bürgermeister in spe. Und trotzdem ist Robert Stiebler beim morgendlichen Telefonat mit der Redaktion das breite Grinsen im Gesicht anzuhören. „Wenn ich mich jetzt nicht freuen könnte, wann denn dann?“

Spät sei es geworden, am Sonntagabend. „Ich bin unglaublich herzlich in Herrenwies empfangen worden“, erzählt Stiebler. Es habe keine „große Sause“ gegeben, sondern ein gemeinsames Schwelgen in Erinnerungen . „Viele kennen mich hier noch als kleinen Bub.“ Und dass der mal als Bürgermeister enden könnte, hätten damals die wenigsten erwartet. Selbst auf dem Lebensplan des künftigen Rathauschefs stand diese Station lange Zeit nicht, wie er offen zugibt: „Das hätte ich nie gedacht, dass ich mal Bürgermeister werde.“

Wahlergebnis beflügelt Robert Stiebler

Ordentlich Rückenwind hat der 38-Jährige von den Forbachern jedenfalls erhalten: 1.441 Wähler gaben dem Parteilosen ihre Stimme. Womit er am Ende sogar eine absolute Mehrheit von 64,7 Prozent erreicht hat. Bereits früh war das fulminante Ergebnis abzusehen – glauben wollte Stiebler es aber lange noch nicht, wie er selbst sagt. „Ab einem gewissen Punkt wusste ich, es kann kommen. Aber bis ich das realisiert habe, wird es noch dauern.“

Und doch hat Stiebler bereits am Wahlabend gezeigt, dass er vorbereitet ist: Während sich sein aussichtsreichster Mitbewerber Kilian Krumm mit Familie und seinen Unterstützern aus den Fraktionen von SPD, Freien Wählern und Grünen am Rand der Halle positionierte, stand Stiebler mit seiner Frau in der Mitte und verfolgte den Eingang der Ergebnisse. Und nahm hier später auch die Gratulationen der zahlreich angereisten künftigen Bürgermeisterkollegen aus dem Landkreis entgegen.

Unter ihnen war auch Rastatts Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch (CDU), der sich an seine erste Wahl als 28-Jähriger in Dornstetten erinnert fühlte, bei der er ebenfalls mit einem ordentlichen Stimmenvorsprung ins Amt eingezogen war. „Das ist eine Superbasis“, freute sich Pütsch. „Da kann man gut drauf aufsetzen.“

Gaggenaus Oberbürgermeister Christof Florus (parteilos) ist gespannt auf die Zusammenarbeit mit dem Neuen im Rathaus. „Auf Tourismus-Ebene verbindet uns viel mit Forbach.“ Für Gaggenau sei es deshalb wichtig, starke Kommunen um sich herum zu haben. Er freue sich auf den neuen Kollegen, dem er Mut zusprach. „Was Schöneres gibt es nicht. Man macht das für seine Stadt, seine Kommune.“ Und Weisenbachs Bürgermeister Daniel Retsch (CDU), der für die Gemeinden des Oberen Murgtals sprach, riet Stiebler, sich in den nächsten Wochen Kraft zurückzuholen, bevor es ins Amt gehe.

Amtseinführung am 1. Juni

Genau das hat der auch vor, auch wenn Stiebler am Montagmorgen bereits wieder zurückgekehrt ist in sein altes Leben in einer Rheinauer Eventagentur. Ein paar Tage Auszeit mit Frau und Sohn sind geplant, ansonsten war schon vor der Entscheidung zur Kandidatur Ende Mai ein gemeinsamer Urlaub mit Freunden vorgesehen. „Da werde ich den Akku aufladen. Der Wahlkampf war schon anstrengend.“ Er sei aber definitiv in einer „Ärmel-Hochkrempel-Stimmung“.

Die Amtszeit von Katrin Buhrke (parteilos) endet am 31. Mai, am 1. Juni wird dann Robert Stiebler ins Amt eingeführt. Ob es vorher eine kurze Einarbeitung oder Übergabe gibt, sei bisher noch nicht geklärt. „Aber wir hatten auch vor der Wahl Kontakt und sie war sehr hilfsbereit. Das wird schon ordentlich klappen“, ist sich Stiebler sicher.

„Da muss ich erst reinwachsen“

Auch am Wahlabend hat ihm die Amtsinhaberin, die ihrem Nachfolger von der Bühne aus „alles Gute mit diesem Ergebnis“ wünschte, ein wenig unter die Arme gegriffen. Sonst wäre Stiebler der aufspielende Musikverein wieder entschwunden, bevor er ihm hatte danken können. „Das war sehr nett von ihr“, sagt Stiebler, der sich zu Hause die Filmaufnahmen seiner Frau anschauen musste, um sich an seine eigene Rede zu erinnern. „Da muss ich erst reinwachsen.“

Genauso wie Stieblers Familie. Bei seiner Frau Nikola ist er sich sicher, dass „sie bereits einen Schritt weiter ist als ich“, wenn es darum geht, die neue Situation zu realisieren. Der kleine Sohn dagegen müsse noch begreifen, was es bedeutet, dass Papa bald Bürgermeister ist. Sie hätten das durchaus im Vorfeld versucht zu erklären, aber das sei gar nicht so leicht, berichtet Stiebler lachend. In den meisten Kinder-Hörspielen seien die Bürgermeister ziemlich grenzwertig. „Also hat er mich erst einmal gefragt, ob ich ein guter oder ein böser Bürgermeister werde.“

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Ihr Autor

BNN-Redakteurin Swantje Huse

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Erstellt:
4. April 2022, 14:57 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 25sec

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