Roboter-Invasion in Rastatter Stadtbibliothek

Rastatt (sl) – Die städtische Bücherei Rastatt erhält insgesamt 27.000 Euro aus dem Förderprogramm „Wissenswandel“ der Bundesregierung. Das Geld soll in die Digitalisierung fließen.

Niedlichkeitsoffensive aus dem Weltall? Nein: Bei einem Workshop haben die Bibliotheksmitarbeitenden die kleinen Lernroboter schon mal getestet. Foto: Mareike Speidel/Stadt Rastatt

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Niedlichkeitsoffensive aus dem Weltall? Nein: Bei einem Workshop haben die Bibliotheksmitarbeitenden die kleinen Lernroboter schon mal getestet. Foto: Mareike Speidel/Stadt Rastatt

Sie sind gut faustgroß, sehen aus wie niedliche Käfer und sie machen genau das, was man ihnen vorgibt. Selber denken können sie aber nicht. Demnächst werden in der Rastatter Stadtbibliothek kleine Lernroboter mit Bluetooth-Steuerung auf dem Boden herumflitzen. Der Sinn des Ganzen: Schon Vorschulkinder sollen spielerisch in die Roboterprogrammierung eingeführt werden. Für die Größeren wird es altersgemäß anspruchsvollere Robotik-Angebote geben. Und auch der Kauf eines 3-D-Druckers ist geplant.

Teilhabe an wichtigen Kulturtechniken

Geld aus Berlin hilft der kommunalen Bücherei dabei, dass die Digitalisierung weiter voranschreitet. Aus dem Förderprogramm „Wissenswandel“ der Bundesregierung erhält die Stadtbibliothek ab April 13.600 Euro für die Umsetzung eines neuen niederschwelligen Vermittlungsangebots von digitaler Bildung für Kinder und Jugendliche.

Regine Burger, stellvertretende Bibliotheksleiterin, weiß mehr, denn sie hat die Förderanträge bearbeitet: „Im Zentrum des Angebots steht der Gedanke, allen Kindern und Jugendlichen in Rastatt unabhängig vom familiären Hintergrund durch Kooperation mit Bildungspartnern sowie vor Ort in der Bibliothek die Möglichkeit der aktiven Mitgestaltung und Teilhabe an wichtigen Kulturtechniken wie Coding und Programmieren zu ermöglichen“, erklärt sie. Beim sogenannten Coding wird eine Computersprache angewendet, um zum Beispiel Webseiten, Software oder Apps zu programmieren.

Möglichst viele Kinder sollen profitieren

Damit möglichst viele Kinder profitieren können, sollen die einzelnen Sets in Gruppenstärke angeschafft werden. Ausleihen können sie dann Rastatter Kindergärten, Schulen und weitere Institutionen der Kinder- und Jugendförderung, kündigt Burger an. Außerdem soll bei Bedarf auch ein Satz Tablets entleihbar sein, weil sie zur Steuerung zum Teil benötigt werden, aber nur in den Schulen, und nicht in den meisten anderen Einrichtungen vorhanden sind.

In der Regel sollen die Geräte aber in der Bibliothek selbst genutzt werden: Die Einrichtung möchte regelmäßige „Makerdays“ als offenes Angebot anbieten, an denen Rastatter Familien die neuen Angebote ausprobieren und selbst kreativ werden können. Für die „Makerdays“ will die Bücherei zusätzlich einen 3-D-Drucker anschaffen. „Workshops, durchgeführt von Honorarkräften, für Kinder und Jugendliche sowie Infoveranstaltungen für pädagogische Fachkräfte runden das Angebot ab“, macht Burger neugierig. Auch die Honorare hierfür werden aus dem Fördertopf bezahlt.

Digitale Angebote „sichtbarer“ machen

Wie die Leiterin der Stadtbibliothek, Birgit Stellmach, informiert, läuft derzeit überdies noch die Umsetzung des ersten Förderantrags zum „Wissenswandel“ mit einer Fördersumme von weiteren 13.400 Euro. Mit diesem Geld will man das schon bestehende digitale Angebot der Stadtbibliothek besser sichtbar machen, insbesondere die Onleihe und den Film-Streamingdienst „Filmfriend“.

Im Eingangsbereich soll ein moderner e-Circle den kompletten Medienbestand der Onleihe präsentieren. Es handelt sich um ein Möbel mit Touchscreen, bei dem das Angebot der Onleihe übersichtlich präsentiert. Im Lesecafé im ersten Stock soll demnächst zudem ein großer Bildschirm mit Internetverbindung auf die verschiedenen analogen und digitalen Neuigkeiten in der Bibliothek hinweisen, möglichst mehrsprachig und ständig aktualisiert vom Bibliotheksteam.

864.000 Euro fließen in den Raum Karlsruhe

Die Stadtbibliothek Rastatt ist nicht die einzige Bibliothek in der Region, die Geld aus dem Fördertopf erhält. Im Regierungsbezirk Karlsruhe erhalten 53 Büchereien zusammen 864.000 Euro. Ein „Entwicklungsschub für zeitgemäße Bibliotheksangebote“, findet Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder. Die Fördergelder „unterstreichen in den Pandemiezeiten auch die wichtige Unterstützungsfunktion der öffentlichen Bibliotheken für Bildung und Gesellschaft“, sagt sie.

Auch „echte“ Bücher gibt es noch

Was trotzdem bleibt: Selbstverständlich kann man in der Stadtbibliothek Rastatt auch weiterhin ein ganz analoges Buch in die Hand nehmen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

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Erstellt:
18. Februar 2022, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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