Rohbau des SWR-Medienzentrums fast fertig

Baden-Baden (nof) – Neues Herzstück auf der Funkhöhe: Der Rohbau des neuen SWR-Medienzentrums ist fast fertig. Eine Eröffnung ist nach derzeitigem Stand für Ende 2022 geplant.

Großbaustelle auf der Funkhöhe: Das neue Medienzentrum (Mitte) des SWR nimmt sichtbar Gestalt an. Foto: Rese-Video

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Großbaustelle auf der Funkhöhe: Das neue Medienzentrum (Mitte) des SWR nimmt sichtbar Gestalt an. Foto: Rese-Video

Es dürfte das neue Herz und die Schaltzentrale des SWR auf der Funkhöhe werden: das Medienzentrum. 2018 wurde mit den Bau begonnen – nun nimmt das architektonisch anspruchsvolle Gebäude sichtbar Gestalt an. Ende März soll der Rohbau fertiggestellt sein, mit dem Innenausbau ist bereits Anfang des Jahres parallel begonnen worden.

SWR-Projektleiter Marcus Menzel ist zufrieden mit dem bisherigen Bauablauf: „Wir liegen voll im Zeitplan.“ Dabei sei es auch gelungen, einen Verzug wieder aufzuholen, der während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr entstanden sei: „Wegen der Grenzschließungen fehlten die Kräfte aus dem Elsass. Deshalb mussten wir die Baustelle zehn Tage ruhen lassen.“

Ende für 2022 geplant

Menzel sieht das Großprojekt auf der Zeitachse gut unterwegs. Ende 2022 soll der Bau fertig sein. Ob dann auch direkt die ersten Mitarbeiter dort tätig werden können, sei noch unklar: „Hunderte Umzüge müssen geplant werden. Da kann es auch Anfang 2023 werden.“ Rund 330 Arbeitsplätze sollen in den vier höhengestaffelten Pavillons entstehen. „Dort werden wir sicher auch neue, moderne Arbeitsformen ausprobieren.“ Die Offenheit gegenüber solchen „New Work-Konzepten“ dürfte nach Monaten des Homeoffices auch bei der Belegschaft groß sein. Doch das sei noch Zukunftsmusik. Nun gehe es erstmal an die Fertigstellung des Rohbaus, ein Großteil der Fenster sei bereits eingebaut, eine Decke müsse noch betoniert werden, dann könne es innen weitergehen.

Im Untergeschoss werde derzeit schon an der Heizung-, Klima- und Brandschutztechnik gearbeitet. „Dieses Parallel-Verfahren wollen wir fortsetzen.“ Noch drehen sich drei Kräne über der Baustelle, aber diese werden bald ausgedient haben. Einer wird wohl schon Ende des Monats abgebaut, sagt Menzel, die beiden anderen folgen nach.

Problemlose Arbeiten

Nicht alltäglich sei die Baustelle, vor allem mit Blick auf die notwendigen Sprengarbeiten. „Da hatten viele Bedenken – die Nachbarschaft, aber auch die eigenen Mitarbeiter“, weiß Menzel. „Und da kann ich die Sorgen auch gut verstehen. So etwas haben wir noch nie gemacht.“ Umso zufriedener ist er, dass die Fels-Sprengungen zur Schaffung der Baugrube reibungslos über die Bühne gegangen seien. „Wir hatten da eine tolle Firma. Es gab keinerlei Beschädigungen, obwohl manche eigene Gebäude nur knapp fünf Meter vom Geschehen entfernt standen“, zieht der Projektleiter eine positive Bilanz: „42.000 Kubikmeter Gestein mussten entfernt werden. Das waren rund 1.800 Lkw-Ladungen.“ Im Rückblick sei er froh, „dass wird den Weg so beschritten haben“.

Die Kräne am Medienzentrum sollen bald schon abgebaut werden. Foto: Nico Fricke

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Die Kräne am Medienzentrum sollen bald schon abgebaut werden. Foto: Nico Fricke

Nicht nur den Zeitplan sieht Menzel gut eingehalten, „auch bei der Kostensituation bin ich entspannt. Wir haben genügend Puffer eingebaut.“ Rund 50 Millionen Euro investiert der SWR in das Neubauprojekt, das aus dem Verkauf aufgegebener Liegenschaften des Rundfunksenders entlang der Hans-Bredow-Straße finanziert wird. „Nach und nach übergeben wir die Baufelder an den neuen Besitzer“, sagt Menzel.

Coronabedingt keine Baustellenbesichtigung

Die Bauherrin, die Firma Epple aus Heidelberg, will unter dem Titel „Am Tannenhof“ nach und nach 375 Wohneinheiten auf dem dann ehemaligen SWR-Areal errichten – das größte Wohnbauprojekt in der Stadt. Auch dort sind die Arbeiten bereits in vollem Gange.

SWR-Projektleiter Marcus Menzel hofft nun darauf, seine Baustelle ohne coronabedingte Unterbrechungen fortführen zu können. „Wir haben natürlich entsprechende Hygiene- und Sicherheitsregeln für die Arbeiter ausgegeben.“ In Spitzenzeiten seien bis zu 45 gleichzeitig auf der Baustelle tätig. „Aber schon Probleme in einer Lieferkette könnten schnell Auswirkungen haben“, weiß Menzel. Coronabedingt dürfen auch keine Besucher die Baustelle in Augenschein nehmen, erklärt die SWR-Pressestelle. Fotoaufnahmen seien daher nur von außen möglich.

Wie der Neubau kommendes Jahr eröffnet werden kann, „also mit welchen Festivitäten“, diese Frage muss Menzel mit Blick auf die Pandemie noch offenlassen. Das Projekt des größten Arbeitgebers in der Stadt beinhaltet den Bau eines neuen Sendezentrums, von Redaktionsräumen und einer zentralen Kantine. Der SWR will sich damit für die multimediale Arbeitsweise aufstellen. „Das neue Medienzentrum ist die Verbindung von Fernsehen, Hörfunk und Online – all das, was wir in der digitalen Welt auch vereinen wollen“, hatte der damalige SWR-Intendant Peter Boudgoust 2018 in einem BT-Interview gesagt: „Die Kollegen rücken zusammen. Damit wird es viel leichter werden, gemeinsam Themen zu planen und umzusetzen. Das ist ja eigentlich der Kern des Ganzen.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
7. Februar 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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