Rolf Pilarski stellt OB-Wahlprogramm vor

Baden-Baden (nof) – Rolf Pilarski will Baden-Badens Oberbürgermeister werden und dabei eine neue Richtung einschlagen. Nun hat der OB-Kandidat der FDP sein Wahlprogramm vorgestellt.

Bewirbt sich noch einmal für den OB-Posten: FDP-Fraktions-Chef Rolf Pilarski. Foto: Nico Fricke

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Bewirbt sich noch einmal für den OB-Posten: FDP-Fraktions-Chef Rolf Pilarski. Foto: Nico Fricke

Er präsentiert sich als ein Mann der Zahlen und der mathematischen Kurven. Und er macht gleich klar: Die Sanierung des maroden städtischen Haushalts wird einer seiner Schwerpunkte sein, wenn er von den Bürgern zum Oberbürgermeister der Stadt Baden-Baden gewählt wird. Am Dienstagabend hat Rolf Pilarski, der Kandidat der FDP, sein Wahlprogramm vorgestellt.

Coronabedingt zunächst nur für einen geladenen kleinen Kreis vor Ort. Aber Sohn Alexander, der auch bei der Programmierung der Homepage geholfen hatte, sorgt mit einem Livestream dafür, dass auch andere Interessierte den Ausführungen des OB-Aspiranten folgen können, der sich nach 2014 zum zweiten Mal um den Chefsessel im Rathaus der Kurstadt bemüht.

„Ich möchte eine andere Richtung einschlagen“

Warum er mit 66 Jahren nochmals in einen anstrengenden Wahlkampf starte, erklärt Pilarski gleich zu Beginn: Unter der jetzigen OB entwickle sich die Stadt in eine Richtung, „die vielen Bürgern nicht passt. Ich möchte eine andere Richtung einschlagen“, sagt Pilarski, der seit 2014 für die FDP im Gemeinderat aktiv ist. Er wolle „kein Schönreden“, die Wahrheiten, vor allem die schmerzlichen, müssten auf den Tisch. Haushalt und Finanzen seien für ihn der „zentrale Antrieb“. Und schon zeigt er an einem Schaubild die Schuldenentwicklung der Stadt Baden-Baden auf. „108 Millionen Euro im Kernhaushalt“, sagt Pilarski: „Die Ausgabenkurve abflachen ist das wichtigste Ziel. Denn das sind Schulden, für die alle Bürger gerade stehen müssen.“

Mit ihm als OB werde es eine „sparsame Haushaltsführung“ geben und eine andere Priorisierung der Investitionen, deutet er mit Blick auf zahlreiche Gemeindestraßen „in katastrophalem Zustand“ an.

Eine Erhöhung von Steuern und Gebühren – zum Beispiel beim Anwohnerparken – schließt Pilarski aus. „Wir müssen organisch wachsen“, sagt er: „Wir müssen weitere Unternehmen nach Baden-Baden locken, die hier Gewerbesteuern zahlen.“

Dann startet Pilarski zu einem Streifzug durch seine wichtigsten Wahlkampfziele. Er wolle sich dafür einsetzen, dass das neue Zentralklinikum am Standort Balg entstehe, gesteht aber auch ein, dass es wohl nur sehr schwer zu verwirklichen sein werde, „günstigen Wohnraum in der Innenstadt zu schaffen“. Beim Ausbau von Kinderbetreuung und Schulen sagt er sein ganzes Engagement zu, für die Verwaltung findet er klare Worte: „Die Digitalisierung ist das einzige kurzfristig vorhandene Mittel, um die ausufernde Steigerung der Personalkosten zu begrenzen.“ Das dortige Betriebsklima müsse „wieder gut werden“. Und noch etwas macht Pilarski deutlich: „Das Genderdeutsch lehne ich ab. Die deutliche Mehrheit in der Bevölkerung spricht sich dagegen aus. Das spaltet die Gesellschaft.“

Verteidiger der Freiheit

In Sachen Umweltschutz setze er auf Sonnenenergie und den Ausbau des Radverkehrs, Windkraftanlagen auf Baden-Badener Gemarkung werde es mit ihm nicht geben. Übrigens auch keine imprägnierten Wahlplakate, zu deren Verzicht er auch seine Mitbewerber aufruft. Zwei weitere Themen brennen Pilarski auf den Nägeln: „Die Bereitstellung kostenfreier öffentlicher Toiletten ist für eine Welterbestadt unzureichend und muss dringend verbessert werden“, sagt er. „Das ist ein Grundbedürfnis.“ Und der kurstädtische Werbespruch „The good-good life“ ist ihm ein Dorn im Auge. Da soll etwas Treffenderes her, mit dem sich auch die Baden-Badener identifizieren könnten.

Mit der Unterstützung des FDP-Kreisverbands Baden-Baden/Rastatt startet Pilarski nun in den Wahlkampf. „Breiten und tiefen Sachverstand“ sowie Bürgernähe attestiert ihm Bernd Gussmann vom FDP-Kreisvorstand. „Als OB wird Rolf Pilarski Gräben zuschütten und die Verwaltungsmitarbeiter neu motivieren müssen.“ Er sei „ein Liberaler durch und durch“ und habe die Persönlichkeit, um Menschen zu gewinnen. Das unterstreicht auch Analena Mahler (Junge Liberale) in ihrem Plädoyer: Pilarski sei ein Verteidiger der Freiheit und stehe für Generationengerechtigkeit.

Rolf Pilarski will den Wahlkampf mit doch „manchmal trockenen kommunalpolitischen Themen musikalisch auflockern“. Neben Bürgergesprächen lädt er in den kommenden Wochen auch zu „Gitarre & Politik“, also zu mehreren politischen Liederabenden ein, bei denen dem Kandidaten auch Fragen gestellt werden können.

Zur Person

Rolf Pilarski wurde 1955 in Moers geboren, verheiratet mit seiner Frau Carmen ist er seit 1975. Das Paar hat zwei erwachsene Söhne. Nach Baden-Baden ist die Familie 1999 gezogen. Nach der Mittleren Reife und einer Ausbildung zum Industriekaufmann war Pilarski zwölf Jahre als Zeitsoldat bei der Bundeswehr, unter anderem stationiert in München. Dann studierte er Betriebswirtschaft. 13 Jahre lang war er Vertriebsdirektor eines Großkonzerns in der Papierindustrie und war in führenden Positionen auch in Frankreich und Polen tätig. Zuletzt leitete er ein Versicherungsbüro. 2014 hat er sich schon einmal für den OB-Posten in Baden-Baden beworben und landete damals auf Platz drei. Seit 2014 sitzt er für die FDP im Baden-Badener Gemeinderat, deren Fraktions-Chef er ist.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
2. Februar 2022, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 20sec

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