Rollenstreichler mit Filigrantechnik

Baden-Baden (moe) – Dank Jérôme Boateng, Leroy Sané, Franck Ribéry und anderer Fußballstars haben es Klopapierrollen im Internet zu einiger Berühmtheit gebracht. Mit einem Video ist auch der SV Leiberstung auf dem besten Weg dahin.

Beweisen nicht nur am Ball, sonder auch an der Rolle ihr Talent: Die Fußballer des SV Leiberstung. Foto: Hinte

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Beweisen nicht nur am Ball, sonder auch an der Rolle ihr Talent: Die Fußballer des SV Leiberstung. Foto: Hinte

Weltmeister Jérôme Boateng hat es getan, ebenso Nationalspieler Leroy Sané, Barca-Abräumer Arturo Vidal, Real-Ballstreichler James Rodriguez, Kultdribbler Franck Ribéry – und die Fußballer des SV Leiberstung. Die Rede ist, Netzexperten ahnen es bereits, vom Jonglieren mit einer Rolle Klopapier – in diesen Zeiten ein Objekt von zweifelhaftem Ruhm, dessen Marktwert bisweilen mit dem der eingangs erwähnten Starfußballer heranzureichen scheint.

Rolle von zweifelhafter Berühmtheit

Seit die Corona-Krise das kickende Volk im eigenen Wohnzimmer in engste Manndeckung nimmt, ist das Internet voll von Videos, in denen Profi- und Hobbysportler alternative Trainingsmethoden zum Besten geben. Die mit Zellstoff ummantelte kleine Papprolle hat es diesbezüglich zu einiger Berühmtheit gebracht – und auch die Jungs des SVL sind auf dem besten Weg dazu. Denn während viele Großkopferte – und auch zahlreiche Filigrantechniker aus Mittelbaden – vor der Kamera als Solokünstler aktiv waren, hatte Kevin Huck eine zündende Idee: Ein gemeinsames Video, in dem die Kreisligakicker sich den Ball – Pardon: die Rolle – gegenseitig zuspielen. In Zeiten, in denen das Training, Vorstandssitzungen und auch private Treffen ausfallen, war Huck, Jugendleiter und aktiver Spieler beim SVL, wichtig, „dass der Teamgedanke zählt“.

Nach einem Steilpass via WhatsApp produzierten die Teamkameraden jeweils kurze Einspieler mit ihrer Jongliereinlage. Die einzige dramaturgische Vorgabe: Die Rolle muss von links ins Bild kommen und nach rechts aus diesem verschwinden. Vincenz Hinte, der zusammen mit Huck und Sören Weber das magische Social-Media-Dreieck des SVL bildet, hat ein etwas mehr als zwei Minuten langes Video zusammengeschnitten, dass der Club auf Facebook und Instagram gepostet hat.

Video tausendfach geklickt

„Das kam sehr gut an“, berichtet Huck, auch mit der Reichweite waren die Macher bisher „sehr zufrieden“. Kein Wunder, schließlich wurde der Beitrag dutzende Male geteilt und tausendfach angeklickt.

Dabei haben sich die Leiberstunger von Boateng und Co. nicht nur inhaltlich inspirieren lassen: Wie bei den Weltstars hat auch die Aktion der Mittelbadener einen ernsten Hintergrund: Neben den durchaus humoristischen Einlagen erinnert das Video die Zuseher daran, angesichts der Infektionsgefahr zu Hause zu bleiben. Dem allseits bekannten Hashtag „stayathome“ hat der SVL aber einen typisch badischen Zungenschlag verpasst: „#nednausgehe“ lautet die Botschaft.

Keine animierten Klopapierrollen

25 Darsteller haben beim kleinen Quarantäne-Kunstwerk mitgewirkt. Die Klopapierrolle wird dabei fleißig jongliert: mal rechts, mal links, mit der Hacke, wahlweise mit dem Nacken gestoppt. Ganz unfallfrei ging das nicht vonstatten, verrät Huck Produktionsdetails, die dem Schnitt zum Opfer gefallen sind: „Einmal ist die Rolle beim Nachbarn im Garten gelandet.“ Letztlich war die Stafette aber erfolgreich: Am Ende freut sich Jannik Sydow, wartend auf der Toilette sitzend, über frisches Toilettenpapier.

Augenzwinkernd verbreitete Gerüchte, die Rolle müsse angesichts der nicht für möglich gehaltenen technischen Fähigkeiten des Kreisliga-Personals um Kevin Steimel und Co. im ein oder anderen Fall animiert sein, widerspricht Huck: „Das täuscht, alles war real!“ Er gibt allerdings zu: „Nicht immer war das Video beim ersten Versuch im Kasten.“ Das wiederum gilt mit ziemlich großer Sicherheit auch für die Profis.

Hier geht es zum Facebook-Video.

Hier geht es zum Instagram-Video.

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Erstellt:
31. März 2020, 23:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

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