Roonstraße: Es wird aufgeräumt

Rastatt (ema) – Vertreter der Stadt und des Landratsamts sind mit der Polizei in der Roonstraße angerückt. Dort herrschen unhaltbare Zustände.

Müll ohne Ende: Eine Aufnahme vom 11. April bei dem Mehrfamilienhaus in der Roonstraße. Foto: pr

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Müll ohne Ende: Eine Aufnahme vom 11. April bei dem Mehrfamilienhaus in der Roonstraße. Foto: pr

Die Anwohner in der Roonstraße erheben offenbar mit ihrer Kritik an unhaltbaren Zuständen rund um ein Mehrfamilienhaus berechtigte Vorwürfe. Mitarbeiter der Rastatter Stadtverwaltung sind am Dienstag mit Unterstützung der Polizei angerückt, um nach dem Rechten zu sehen. Ergebnis: So, wie es vor Ort zugeht, kann es nicht bleiben.

Die Bürgerinitiative „Lebenswerte Roonstraße“ hatte gefordert, dass die Stadt nicht mehr länger das Entstehen von Müllbergen toleriert und für eine geordnete Müllentsorgung sorgt, gegen die wachsende Rattenpopulation aktiv wird, eine aus Sicht der Beschwerdeführer illegale Überbelegung des Mehrfamilienhauses überprüft „und für eine menschenwürdige Unterbringung der betroffenen Menschen sorgt“ sowie die Beschwerden der Anlieger über nächtlichen Lärm, meist wegen zu lauter Musik, ernst nimmt und Abhilfe schafft.

Nachdem der von 27 Personen unterzeichnete Beschwerdebrief im Rathaus eingegangen war, hatte der Fachbereich Sicherheit und Ordnung zunächst in einem Antwortschreiben erklärt, dass man keine Grundlage sehe, in diesen Fällen einzuschreiten. Doch inzwischen muss es im Rathaus zu einem Sinneswandel gekommen sein – möglicherweise auch deshalb, weil die Betroffenen sich mit den Problemen an Mitglieder des Gemeinderats gewandt hatten.

„Massive Kritik“ der Anwohner

Rathaus-Pressesprecherin Heike Dießelberg begründete die Aktion nun mit der „massiven Kritik“ der Anwohner. An der Kontrolle, über die der Hauseigentümer zuvor informiert worden sei, waren neben der Baurechtsbehörde noch die Feuerwehr sowie der Abfallwirtschaftsbetrieb und das Umweltamt der Landkreisverwaltung beteiligt.

Bei dem Vor-Ort-Termin wurden laut Dießelberg erste Sanktionen ausgesprochen. Demnach untersagten die Behördenvertreter umgehend eine Untervermietung im Keller aus Gründen des Brandschutzes, weil kein Fluchtweg besteht.

Im Haus gibt es acht Wohnungen; die Anwohner hatten kritisiert, dass in dem Gebäude „menschenunwürdige Zustände“ herrschen – erkennbar allein schon an 39 Briefkästen. Laut Stadtverwaltung wird man nun die Wohnraumnutzung noch genauer unter die Lupe nehmen.

Der Hauseigentümer wurde außerdem aufgefordert, den Sperrmüll vor dem Haus umgehend zu entsorgen und sicherzustellen, dass künftig der Abfall geordnet zur Abholung bereitsteht. Nach BT-Informationen hat der Eigentümer offenbar in der Vergangenheit die Rechnungen des Abfallwirtschaftsbetriebs nur unregelmäßig bezahlt, was offenbar die chaotische Situation befördert hat.

Begleiteffekt der Aktion: Die Polizei, die von der Stadt zur Unterstützung angefordert worden war, stieß auf einen Bewohner, gegen den ein Vorführungsbefehl wegen ignorierter Zahlungsaufforderungen des Staates vorlag. Der Mann wurde laut Polizei zur weiteren Klärung mitgenommen.


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