Rope-Skipper-Duo für Online-WM qualifiziert

Ottersweier (rap) – Lukas Rohfleisch und Liv Grete Schupp sind in der Weltspitze angekommen: Die beiden Talente der Burning Ropes aus Ottersweier haben sich die Teilnahme an der Online-WM gesichert.

Strahlende Gesichter: Die Rope-Skipping-Talente Lukas Rohfleisch (links) und Liv Grete Schupp mit ihrem Trainer Marcel Velte. Foto: Burning Ropes

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Strahlende Gesichter: Die Rope-Skipping-Talente Lukas Rohfleisch (links) und Liv Grete Schupp mit ihrem Trainer Marcel Velte. Foto: Burning Ropes

„Wenn man so will, ist Lukas tatsächlich der Übeltäter“, sagt Liv Grete Schupp und lacht. Lukas, das ist ihr Teamkollege Lukas Rohfleisch, seines Zeichens nicht nur das Aushängeschild der Burning Ropes aus Ottersweier, sondern obendrein auch einer der talentiertesten Seilspringer in der Republik. Wie kaum ein anderer beherrscht der dreifache deutsche Meister das dünne Drahtseil.

Und bei eben jener Veranstaltung vor zwei Jahren in Hanau saß auch die 13-Jährige aus Lauf auf der Tribüne und fieberte mit, als Rohfleisch um die Medaillen sprang und seine akrobatische Kür in der Disziplin Freestyle zeigte. Hinterher stand für sie schließlich der Perspektivwechsel unumstößlich fest: weg vom Zuschauerplatz, hinein ins Rampenlicht. „Als ich das auf der Tribüne erlebt habe, wollte ich das auch unbedingt mal erreichen. In den vergangenen Jahren habe ich mich kontinuierlich gesteigert“, sagt Schupp, die mit neun Jahren bei den Burning Ropes anfing.

Viele Wettkämpfe coronabedingt abgesagt

Nun ja, auf das Rampenlicht und die große Bühne muss die Teenagerin vorerst noch warten. Zwangsläufig. Natürlich ist daran das Coronavirus schuld. Auch die Seilspringer um Schupp und Rohfleisch wurden von der Pandemie hart getroffen: Showkämpfe, Gaumeisterschaften und Titelkämpfe fielen im vergangenen Jahr Covid-19 zum Opfer – darunter auch das Highlight, die Weltmeisterschaft im kanadischen Ottawa, bei der sich Rohfleisch erstmals mit der globalen Elite messen wollte.

Doch das Duo nutzte die wettkampffreie Zeit, tüftelte an den Fertigkeiten mit dem Seil, studierte neue Choreografien ein – mit Erfolg: Sowohl der 15-jährige Rohfleisch als auch Schupp haben sich für die Online-WM in diesem Jahr qualifiziert. Und zwar in allen drei Disziplinen: 30-Sekunden-Speed, Drei-Minuten-Speed und Freestyle. Bei den Speed-Disziplinen geht es darum, so viele Seildurchschläge wie möglich in der vorgegebenen Zeit zu erreichen. Beim Freestyle wird zu einem Lied eine Choreografie mit verschiedenen Elementen und Sprüngen einstudiert. „Ich freue mich total, dass sich gleich zwei Schützlinge qualifiziert haben“, sagt Marcel Velte, Trainer der Burning Ropes und seit vier Jahren auch Abteilungsleiter.

Mit QR-Code gegen Fälschung

Da aufgrund der Pandemie auch in diesem Jahr keine Qualifikationskämpfe vor Ort stattfinden konnten, rief der Weltverband, die International Rope Skipping Federation, eine Online-WM ins Leben. Um sich für die virtuellen Titelkämpfe zu qualifizieren, musste man bis zum 23. April Videos von den einzelnen Disziplinen einschicken. „Damit man die Videos nicht fälschen konnte, musste man sich mit einem QR-Code einloggen“, erklärt Velte das Prozedere. Danach überprüfte die Jury die erreichten Durchschläge und bewertete die Freestyle-Kür.

Am vergangenen Wochenende wurden schließlich die Ergebnisse verkündet. Und das mittelbadische Duo überzeugte in der Altersklasse 3 auf ganzer Linie. Rohfleisch sicherte sich den Spitzenplatz beim Drei-Minuten-Speed und im Freestyle, beim 30-Sekunden-Speed durfte er sich über den zweiten Rang freuen. Damit qualifizierte sich der Bühler in allen drei Disziplinen für die Jugend-WM. „Ich bin froh, dass es so gut geklappt hat. Natürlich hat das Wettkampffeeling gefehlt, aber wir haben uns gegenseitig motiviert und gepusht“, sagt Rohfleisch, der die Videos in der Ottersweierer Trainingshalle aufnehmen durfte. „Es gibt drei Abstufungen: Die normale WM ab 16 Jahren, die Jugend-WM sowie die offene WM, die im Vergleich dazu etwas abgestufter ist“, bringt Velte Licht ins WM-Prozedere.

Edelmetall im Blick

„Super zufrieden“ ist auch Schupp, die sich beim Drei-Minuten-Speed gegen zwölf Teilnehmerinnen durchsetzte und mit der besten Leistung das virtuelle Ticket für die Jugend-WM löste. In den beiden anderen Wettbewerben (30-Sekunden-Speed/Rang zwei und Freestyle/Platz sechs) reichte es für die offene WM. „Das Augenmerk bei der Vorbereitung lag auf den Speed-Disziplinen“, sagt Schupp, die sich total auf ihre erste WM – wenn auch nur online – freut. Schließlich war sie zwei Jahre zuvor noch Zuschauerin und Fan. „Ich wäre super froh, wenn es fürs Treppchen reichen würde. Aber die Konkurrenz ist groß und schläft nicht“, sagt Schupp. Und Rohfleisch? „Es ist meine erste WM, ich will so gut abschneiden wie nur möglich. In den Speed-Disziplinen peile ich die Top Ten an. In meiner Lieblingsdisziplin Freestyle darf es auch mehr sein, im Idealfall sogar das Podest.“ Coach Velte jedenfalls hält Edelmetall für das Duo durchaus in Reichweite. Bis Mitte August müssen die Videos beim Weltverband eingereicht werden.

„Natürlich ist es schade, dass die WM nur virtuell stattfinden kann, aber vielleicht klappt es im nächsten Jahr mit einem richtigen Wettkampf“, sagt Rohfleisch, der dann wieder in einer vollen Halle im Rampenlicht stehen möchte – gemeinsam mit Liv Grete Schupp.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
17. Mai 2021, 23:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 19sec

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