Rückgang der Stechmücken erwartet

Au am Rhein – Die Schnakenjäger der KABS rechnen mit einem Saisonende im September. Der Landkreis Rastatt war unter anderem in diesem Jahr stark von den kleinen Plagegeistern betroffen.

Ein Mitarbeiter der KABS steht im Federbach, der in diesem Sommer überflutet war. Foto: Marijan Murat/dpa

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Ein Mitarbeiter der KABS steht im Federbach, der in diesem Sommer überflutet war. Foto: Marijan Murat/dpa

Für die Mitarbeiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage (KABS) war es kein einfaches Jahr. Hochwasser, Druckwassergebiete und überflutete Wälder erschwerten die Bekämpfung der Larven enorm. Doch jetzt ist Besserung in Sicht: Bereits Ende August könnte der Spuk vorüber sein.

„Die Pegel sinken permanent, das heißt, es wird bald keine neuen Eier mehr geben“, sagt KABS-Pressesprecherin Xenia Augsten. „Wenn es wettertechnisch so weitergeht, könnte bis Ende des Monats das langjährige Mittel des Rheinpegels erreicht sein,“ führt sie aus. Wenn dieser Stand erreicht sei und keine Flächen mehr überflutet seien, dann können auch keine neuen Stechmückenlarven mehr schlüpfen, erklärt Augsten. „Es werden jeden Tag weniger, bis Ende August sollte es spürbar besser werden“, fasst die Sprecherin zusammen.

Auch in Mittelbaden stehen die Zeichen gut. „Die Belästigung wird jetzt langsam abnehmen“, bestätigt Artur Jöst, Diplom-Biologe und Distriktleiter der KABS. Er ist unter anderem für die Brutstätten in Durmersheim, Au am Rhein und Rheinstetten zuständig. Bis spätestens Anfang September werde sich die Lage deutlich verbessern, schätzt Jöst. Da es momentan wenig regne und der Rheinpegel permanent sinke, rechnet der Biologe ebenfalls damit, dass die diesjährige Plage bald überwunden sein wird.

Schlechtes Jahr für Mückenbekämpfung

Doch für die Bekämpfung der Stechmücken sei die Saison denkbar schlecht verlaufen, so Augsten. Eine Hochwasserwelle folgte der nächsten. Gebiete, die sonst nie überflutet werden, standen unter Wasser. Hier schlummerten alte Schnakeneier im Boden, die schlüpften und die Stechmückenbelastung zusätzlich erhöhten. „Es war überall nass, selbst die Wälder waren gesättigt mit Wasser“, schildert die KABS-Sprecherin.

In den vergangenen Wochen waren auch Gebiete abseits des Rheins stärker von der Plage betroffen als üblich. Beispielsweise boten die sumpfigen Erlenwälder im Raum Rastatt in diesem Sommer eine ideale Brutstätte, sagt Jöst. Auch Bühl und die Region südlich von Sinzheim weisen große Sumpfareale auf, die einen Nährboden für Stechmücken bieten, informiert der Biologe. Dort habe es ebenfalls ein erhöhtes Aufkommen an Stechmücken gegeben. Selbst Bereiche, die fünf bis zehn Kilometer vom Rhein entfernt liegen, wurden von unzähligen Mücken geplagt. Zudem führten die Murg und der Federbach durch die extremen Regenfälle sehr viel Wasser.

Zeitweise seien die Flächen, die direkt am Rhein liegen so stark überflutet gewesen, dass die KABS-Mitarbeiter dort keine Proben mehr nehmen konnten, um zu überprüfen, wie viele Larven sich im Wasser befinden, schildert Jöst. Insbesondere „Gemeinden, die am Hochgestade liegen“ sowie Au am Rhein, Rheinstetten, die Stadt Rastatt und Durmersheim bekamen die Auswirkungen der Unwetter und die damit verbundene Stechmückenbelastung zu spüren. „Die Saison dauert noch bis Mitte oder Ende September.“ Sollte es vorher erneut zu Überflutungen der Rheinauen kommen, könnten möglicherweise neue Larven schlüpfen. In diesem Fall, „müssen wir noch mal eingreifen“, so Jöst.

Ihr Autor

BT-Volontärin Anna Strobel

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Erstellt:
21. August 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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