Run auf Stationen: Ein Test, ein Langos

Rastatt (fuv) – Mit verschärften Hygienemaßnahmen im Kampf gegen Covid 19, die letzte Woche in der 2G-plus-Regel gipfelten, sind die Schnelltests wieder sehr gefragt.

Zu den am meisten genutzten Schnelltestzentren in Rastatt gehört das auf dem Paradeplatz. Dort kann man sich sogar bis 23 Uhr testen lassen. Foto: Frank Vetter

© fuv

Zu den am meisten genutzten Schnelltestzentren in Rastatt gehört das auf dem Paradeplatz. Dort kann man sich sogar bis 23 Uhr testen lassen. Foto: Frank Vetter

Mehrere Teststationen sind über das Stadtgebiet verteilt. Besonders beliebt sind der Container auf dem Paradeplatz und die Teststation in der Gutenbergstraße am Eingang zum Gewerbegebiet Oberwald.

Das Rastatter Unternehmen NEA Concept betreibt in der Barockstadt und der Umgebung insgesamt 13 Teststationen und setzt dort die Antigen-Schnelltests von Lisa-Test ein. NEA-Geschäftsführer Maik Albrecht-Markovic nennt als Gründe für den Ansturm auf die beiden genannten Standorte deren Umfeld. „Viele Rieder, die in Rastatt arbeiten, kommen morgens in die Gutenbergstraße. Hinzu kommen die Mercedes-Mitarbeiter zu den verschiedenen Schichtwechseln, und natürlich die Leute, die hier im Gewerbegebiet tätig sind.“ Morgens zwischen 7 und 9 Uhr sei der Zulauf in der Rheinau am größten, sagte er. Und dann wieder ab 17 Uhr.

Am Mittwoch um 8.30 Uhr ist der Andrang überschaubar, aber stetig. Immer wieder hält ein Auto, und der Fahrer oder die Fahrerin gehen zielstrebig Richtung Fenster im Container, hinter dem ein „guter Testgeist“ in Schutzkleidung wartet. Handy zücken und den Test-QR-Code präsentieren, Kopf nach hinten, den Abstrich über sich ergehen lassen, und schon sind die meisten wieder weg. Wer kein Smartphone oder Datenschutzbedenken hat, kann warten und erhält das Testergebnis auf Papier ausgedruckt. Der Arbeitgeber wolle einmal wöchentlich einen Test sehen, sagt eine junge Frau; sie sei geimpft aber der Chef wolle es halt. Für sie selbst sei es auch ein Sicherheitsgefühl, sich testen zu lassen.

Sogar bis 23 Uhr geöffnet

Yvonne Schindler möchte am letzten Tag des Rastatter Weihnachtsmarkts eventuell noch mal mit ihrer Tochter den Budenzauber erleben. Daher steht sie in der Gutenbergstraße vor dem Testfenster. Ein Mann im Arbeitsanzug stellt etwas mürrisch fest: „Jeden Tag testen lassen ist jedenfalls besser als impfen.“

Die Boomzeiten sind auf dem Paradeplatz ähnlich. Die Teststation hinter dem Rathaus hat als einzige in Rastatt von morgens bis am späten Abend um 23 Uhr geöffnet. Ja, ab 22 Uhr am Abend sei oft noch mal richtig viel los, bestätigt eine Mitarbeiterin. Den größten Andrang bei seinen Teststationen habe es am vorvergangenen Mittwoch mit Inkrafttreten der 2G-plus-Regel gegeben, erzählt Maik Albrecht-Markovic. „Ich habe mit einem großen Andrang gerechnet, aber doch nicht mit so vielen Menschen, die sich testen lassen wollten. Am Abend ist dann unser System kurzzeitig überlastet gewesen“, blickt er zurück.

Die Menschen gehen unterschiedlich mit der Testpflicht für bestimmte Lebensbereiche um. Ein Mann auf dem Paradeplatz sagt, er komme hierher, weil er in der Nähe wohne. Er benötige erst den zweiten Tag einen Test. Einerseits sei die Nähe für ihn praktisch, andererseits empfinde er den nun täglichen Umweg doch als lästig.

Ein geschäftiger Mann im Anzug versucht auf seinem Tablet, die Lisa-Test-Seite aufzurufen, was erst nicht so recht klappen will, dann aber funktioniert. Er habe beruflich in Rastatt zu tun und wolle außerdem auf dem Weihnachtsmarkt eine Wollmütze kaufen, berichtet er, weshalb er einen Test benötigt. Eilig steckt eine junge Frau ihr Mobiltelefon nach erfolgtem Abstrich in die Handtasche und verkündet im Weggehen mit Blick auf den letzten Tag des Weihnachtsmarkts lachend: „Ein Test, ein Langos.“


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.