Rund 1.400 Grabsteine überprüft

Gernsbach (vgk) – Die Standsicherheitsprüfung von Grabmälern ist für Kommunen eine jährliche Verpflichtung. Auf den sieben Gernsbacher Friedhöfen sind jetzt rund 1.400 Grabsteine überprüft worden.

Steinmetz Hans-Peter Thoma überprüft die Grabsteine auf dem katholischen Friedhof in Gernsbach. Foto: Gareus-Kugel/

© vgk

Steinmetz Hans-Peter Thoma überprüft die Grabsteine auf dem katholischen Friedhof in Gernsbach. Foto: Gareus-Kugel/

Grabsteine sind Wind, Regen und Sonnenschein ausgesetzt, was deren Standfestigkeit beeinträchtigen kann. Die Standsicherheitsprüfung von Grabmälern auf Friedhöfen ist deshalb für Kommunen jährliche Verpflichtung. Trägerin der Maßnahme ist die Berufsgenossenschaft Gartenbau und Forst. Die Stadt Gernsbach ist der Auftraggeber.

Steinmetz Hans-Peter Thoma von der Firma GSP Thoma aus Lenzkirch machte sich am Freitag auf den Weg, die Grabsteine auf den sieben städtischen Friedhöfen zu überprüfen. Im BT-Gespräch tritt Thoma entschieden der landläufigen Vorstellung entgegen, für ein Ergebnis an den Grabsteinen zu rütteln. „Wir schütteln und rütteln nicht“, so Thoma.

Die Überprüfung geschieht ganz unauffällig. Zunächst, erzählt der Steinmetz, werden die Daten aufgenommen, Namen sowie Geburts- und Sterbedaten dokumentiert, damit die Stadtverwaltung den jeweiligen Prüfbericht zuordnen kann. Danach erfolgt die Druckprobe. Auch dabei ist keine Manneskraft erforderlich. Zum Einsatz kommt ein Messgerät, das mit 300 Newtonmeter (Nm), das entspricht 30 Kilogramm, für fünf Sekunden Druck auf den Stein ausübt.

Jedes Grabdenkmal hat 300 Newtonmeter auszuhalten

Erweist sich in diesem Rahmen ein Grabmal als locker, bekommt der Besitzer der Grabstätte von der zuständigen Stelle den Hinweis, den Stein wieder fachgerecht befestigen zu lassen.

An die 1.400 Grabsteine hatte der Steinmetz am vergangenen Freitag zu überprüfen. Hin und wieder kam ein Friedhofsgänger vorbei, um sich die Arbeit erklären zu lassen. Seit 2019 unterliegen Grabsteine dem Regelwerk der Berufsgenossenschaft. Diese besagt, dass jedes Grabdenkmal, egal wie groß es ist, 300 Nm auszuhalten hat. Denn die Sicherheit der Friedhofsbesucher steht an erster Stelle. So erwiesen sich zum Beispiel auf dem katholischen Friedhof in Gernsbach von überprüften 300 Grabsteinen fünf als nicht mehr standfest.

Dort war Steinmetz Hans-Peter Thoma am Freitag zuerst zu Gange; es folgten der evangelische Friedhof in der Kernstadt sowie die Gottesäcker in Staufenberg, Lautenbach, Obertsrot, Hilpertsau und Reichental.

Zum Artikel

Erstellt:
16. August 2020, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 56sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.