Rund um Muggensturmer Bahnhof soll’s attraktiver werden

Muggensturm (sl) – Lange diskutierte man im Muggensturmer Gemeinderat, wie man die Gegend rund um den Bahnhof optimieren soll. Nun haben die Arbeiten im Rahmen des Landessanierungsprogramms begonnen.

Ulrich Haderer, der Bauleiter vor Ort, zeigt Bürgermeister Dietmar Späth, wie der Verkehr in der Straße Bahnhofsplatz bis Oktober geregelt wird.Foto: Sebastian Linkenheil

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Ulrich Haderer, der Bauleiter vor Ort, zeigt Bürgermeister Dietmar Späth, wie der Verkehr in der Straße Bahnhofsplatz bis Oktober geregelt wird.Foto: Sebastian Linkenheil

Die Erleichterung war Bürgermeister Dietmar Späth gestern beim Pressetermin anzumerken: Endlich haben die seit vielen Jahren diskutierten Arbeiten im Rahmen des Landessanierungsprogramms „Am Bahnhof“ in Muggensturm begonnen. Auch Corona hatte zuletzt als Dämpfer gewirkt. Los geht es mit dem Abschnitt zwischen Beethovenstraße und Hohenrain, wo auf dem bisherigen Grünstreifen entlang der Bahnlinie 32 neue Parkplätze entstehen.

Mehr Parkplätze und mehr Grün entstehen

Es handelt sich um relativ großzügig angelegte Senkrechtparkplätze. Die Stellflächen am Rand sollen 2,80 Meter breit werden, die mittleren messen 2,60 Meter. Die parkenden Autos werden von insgesamt neun Bäumen beschattet, die jeweils im Abstand von vier Parkplätzen gepflanzt werden. Sie sollen auch gut fürs Mikroklima sein. Die drei Meter breiten Baumbeete werden mit Rasen oder Unterpflanzen gestaltet, also nicht versiegelt, da die versiegelten Flächen in die Baumbeete entwässern sollen. Die Fahrbahn erhält eine neue Bitumendecke, die Stellplätze werden gepflastert, jeweils rund 800 Quadratmeter, wie der Bauleiter vor Ort, Ulrich Haderer vom Büro Wald und Corbe, vorrechnete.

Dieser erste Bauabschnitt ist mit einer halbseitigen Sperrung der Fahrbahn verbunden. In den nächsten Tagen soll eine provisorische Ampelanlage eingerichtet werden, kündigt Bürgermeister Späth an. Die reinen Baukosten beziffert er mit rund 370.000 Euro, zuzüglich Nebenkosten könnten es 450.000 Euro werden. Das ist aber immer noch weniger als die über 600.000 Euro, von denen man noch im vergangenen Jahr ausgegangen war. „Eine Baufirma hat ein günstiges Angebot gemacht“, so Haderer.

Die Kosten muss die Gemeinde nicht allein stemmen. 60 Prozent beträgt die Förderung aus dem Landessanierungsprogramm. Da hierbei Fristen einzuhalten sind, will Bürgermeister Späth Verlängerung beantragen: „Wir gehen fest davon aus, dass das auch genehmigt wird.“ Verbunden ist die Maßnahme zudem mit einer Sanierung der Hausanschlüsse sowie der Versorgungsleitungen für Wasser, Gas und Strom sowie einer Trafostation durch die Eneregio für etwa 170.000 Euro.

Erster Bauabschnitt soll im Oktober fertig sein

Beim ersten Bauabschnitt, der bis Oktober über die Bühne gehen soll, wird es nicht bleiben. Als nächstes soll der Bereich zwischen Bahnhofstraße und Beethovenstraße drankommen, möglicherweise im kommenden Jahr. Der genaue Zeitplan hänge von der Haushaltslage ab, so der Bürgermeister. In Corona-Zeiten eine nicht ganz leicht wägbare Größe.

Weitergehen soll es dann mit der Kreuzung Vogesen-/Beethovenstraße und dem Bereich um die evangelische Kirche, mit der Beethovenstraße zwischen Bahnhofsplatz und Vogesenstraße und der Bahnhofstraße zwischen Bahnhofsplatz und Vogesenstraße. Die Gemeinde rechnet für diese weiteren Bauabschnitte mit ebenfalls geförderten Kosten von 2,9 Millionen Euro.

Tunnelhavarie hemmt Entwicklung des Bahnhofs

Ziele sind laut Späth neben der erforderlichen Erneuerung der Infrastruktur und einer Reduzierung des Parkdrucks eine Steigerung der Attraktivität des Bahnhofsumfelds und Muggensturms insgesamt. Für das Bahnhofsgebäude selbst, inzwischen im Besitz der Gemeinde, kann sich der Bürgermeister kreative Nutzungen vorstellen, eventuell kombiniert mit Gastronomie. Bis zur Fertigstellung der Rheintaltrasse durch die Bahn werde aber noch das Stellwerk im Muggensturmer Bahnhof benötigt, sodass das Gebäude blockiert ist. Ohne die Tunnelhavarie in Rastatt könnte man hier schon weiter sein.

Ihr Autor

BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

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Erstellt:
23. April 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

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