S-Bahn von Rastatt ins Ettlinger Zentrum?

Karlsruhe/Ettlingen/Rastatt (fk) – Machbarkeitsstudie zur Streckenreaktivierung Ettlingen West – Ettlingen Erbprinz: Möglich ist eine Stadtbahnverbindung von Rastatt ins Ettlinger Zentrum.

Die Fahrzeit auf der Achse Rastatt – Ettlingen Stadt würde sich deutlich verkürzen, wovon auch Schüler profitieren würden. Grafik: Jasmin Vogt

Die Fahrzeit auf der Achse Rastatt – Ettlingen Stadt würde sich deutlich verkürzen, wovon auch Schüler profitieren würden. Grafik: Jasmin Vogt

Die Innenstädte sollen vom Verkehr entlastet werden, die Menschen, nicht zuletzt des Umweltschutzes wegen, weg von der Straße und dem Kfz hin zum Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV). Deshalb prüft das Land seit Längerem die Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken. Eine Mögliche davon wäre der Abschnitt Ettlingen West – Ettlingen Erbprinz. Sollte dies Realität werden, würde damit wohl auch eine neue Stadtbahnverbindung von Rastatt ins Ettlinger Zentrum einhergehen.
Das zumindest schlägt eine vom Landkreis Karlsruhe und der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie vor. Nicht ohne Grund: Die Fahrzeit auf der Achse Rastatt gen Ettlingen Stadt würde sich demnach deutlich verkürzen, wovon auch Schüler profitieren würden. Konkrete Zahlen werden allerdings noch nicht genannt.

„Darüber hinaus könnten rund 200 neue Fahrgäste gewonnen und die Busverkehre in Ettlingen zu Schulverkehrszeit deutlich reduziert werden“, heißt es mit Bezug auf die Studie in der Sitzungsvorlage des Karlsruher Kreistags. Weiter wird vorgerechnet, dass der sogenannte Kosten-Nutzen-Quotient über 1,0 liege, auch weil ein neuer Haltepunkt Ettlingen Realschule entstehen würde. Bei dieser Analyseform werden Kosten und positive Aspekte gegeneinander aufgerechnet, je höher der Quotient, umso besser. Liegt er über 1,0, überwiegen die Vorteile.

Die Kosten für diese Planvariante werden lediglich mit 500000 Euro beziffert. Allerdings gibt es auch noch eine knapp 8,5 Millionen Euro teure Untervariante dieser Idee, die den Bau einer „Verbindungskurve“ kurz vor Ettlingen West in Richtung der möglichen neuen Strecke vorsieht. Dies hätte, wie es in den Unterlagen des Kreistags heißt, allerdings zur Folge, dass der Haltepunkt Ettlingen West von der neu entstehenden Linie nicht mehr angefahren werden könnte. Dafür würde aber „die Fahrt aus Süden kommend“ – sprich aus Richtung Rastatt – „schneller und komfortabler“ erfolgen.

Drei mögliche Planspiele

Die Planer sehen auch noch zwei weitere Varianten vor. Zum einen eine Direktverbindung von Karlsruhe Hauptbahnhof (Hbf) über Ettlingen West nach Ittersbach. Sie hätte kaum Investitions-, aber erhöhte Betriebskosten und wäre zugverlaufplanerisch mit der skizzierten Variante der neuen Stadtbahnlinie nach Rastatt kombinierbar.

Ein drittes Planspiel sieht eine neue Stadtbahnlinie von Karlsruhe Hbf über Ettlingen West und Ettlingen Erbprinz nach Rastatt vor. Sie erscheint jedoch als unwahrscheinlich, da sie mit Investitionskosten von 54 Millionen Euro einhergehen würde, da dafür eine Neubaustrecke zwischen Ettlingenweier und Ettlingen nötig wäre.

Die AVG würde die möglichen Ausbaumaßnahmen begrüßen – sowohl aus ökologischer als auch aus betrieblicher Sicht, wie AVG-Pressesprecher Michael Krauth gegenüber dem Badischen Tagblatt sagte. Allerdings verweist das Verkehrsunternehmen darauf, dass die Kosten-Nutzen-Analyse zunächst einer Überprüfung standhalten müsse. Die AVG gibt sich daher noch abwartend.

Auch der Karlsruher Kreistag begrüßt grundsätzlich die Planungen zur Reaktivierung der Strecke Ettlingen West – Ettlingen Erbprinz und bittet – so der Beschluss des Gremiums – das Verkehrsministerium Baden-Württemberg, die in der Studie dargestellten Potenziale bei den weiteren Überlegungen mit einzubeziehen.


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