SBFV-Pokal: Spvgg Ottenau will überraschen

Gaggenau (rap) – Am Wochenende steht die erste Runde im südbadischen Pokalwettbewerb an: Während Verbandsligist SV 08 Kuppenheim in Sinzheim klar favorisiert ist, muss Bühlertal beim Kehler FV ran.

Während Bühlertals Marcel Heller (links) den Hit beim Ligakonkurrenten Kehler FV verpasst, will Andreas Weisgerber mit dem SV 08 Kuppenheim beim SV Sinzheim gewinnen und in die zweite Pokalrunde einziehen. Foto: Frank Seiter

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Während Bühlertals Marcel Heller (links) den Hit beim Ligakonkurrenten Kehler FV verpasst, will Andreas Weisgerber mit dem SV 08 Kuppenheim beim SV Sinzheim gewinnen und in die zweite Pokalrunde einziehen. Foto: Frank Seiter

Die Fußballsaison ist noch jung, dennoch kommt Alexander Merkel kaum aus dem Feiern raus. Erst der souveräne 5:1-Sieg im Bezirkspokal gegen den FV Baden-Oos, eine Woche später verfolgte der Ottenauer Spielertrainer dann an der Seitenlinie den Gewinn der Gaggenauer Stadtmeisterschaft. Am Samstag gehen die Highlightwochen für die Spvgg weiter, in der ersten Runde des südbadischen Pokalwettbewerbs treffen die Murgtäler auf den Landesligisten VfB Bühl. Gehen die Festwochen dann weiter?

„Schaun‘ mer mal“, sagt Merkel in bester Kaiser-Franz-Manier und lacht. „Natürlich hoffe ich es, aber für uns ist es ein Bonusspiel. Es ist toll, dass wir uns mit einer Landesliga-Mannschaft messen können. Wir wollen den VfB ein bissl ärgern.“ Die Zwetschgenstädter habe er die vergangenen Jahre „nicht wirklich beobachtet“, erklärt der 31-jährige Spielertrainer, aber wenn man den Kader durchgehe, seien „einige Namen bekannt“. Ohnehin lege er bei der Spielvorbereitung den Fokus auf die eigenen Stärken, die „wir am Samstag unter Beweis stellen wollen“. Dabei ist Merkel als Improvisationskünstler gefragt – gerade in der Offensive. Vier Spieler der Abteilung Attacke fehlen (Ebler, Schneider, Skubatz und Cuttica) sowie Kapitän Steffen Weiler. „Dennoch werden wir eine schlagkräftige Truppe auf den Platz bringen“, kündigt Merkel an. „Wir wollen gewinnen.“

Hurle: „Können befreit aufspielen“

Ein Schützenfest feierte vergangenes Wochenende Verbandsligist SV Bühlertal beim Bezirksligisten FC Lichtental. Beim 8:0-Kantersieg spielte vor allem die Abteilung „Jugend forscht“ um Maxi Weiß groß auf. Am Samstag wartet nun ein ganz anderes Kaliber auf die Truppe von Johannes Hurle – der Ligakonkurrent Kehler FV. „Das ist ein erster Gradmesser dieser Saison“, sagt der SVB-Coach, „das Spiel reizt extrem, da kommt ein Brocken auf uns zu.“ Die Ortenauer spielten bislang eine starke Vorbereitung, dürften leicht favorisiert ins Duell gehen, wenngleich Hurle aufs Weiterkommen schielt, auch wenn er auf die Stützen Heller, Avdimetaj sowie Niclas und Lucas Scharer verzichten muss. „Wir können befreit aufspielen. Mit einer guten Tagesleistung ist einiges möglich“, findet Hurle: „Neben einer guten Leistung haben wir auch das Weiterkommen im Fokus.“

Knifflig dürfte auch die Aufgabe für den Ligamitstreiter SV 08 Kuppenheim werden. Die Wörtelkicker starten in die Pflichtspielsaison am Samstag beim Landesligisten SV Sinzheim. „Den SVS schlägt man nicht gerade mal so im Vorbeigehen“, sagt 08-Coach Lucca Strolz. Vor allem der 6:2-Testspielsieg gegen den VFB Gaggenau hinterließ beim Kuppenheimer zumindest ein kleinwenig Eindruck. „Dennoch werden wir nicht mit Sechserkette spielen“, sagt Strolz und lacht. „Wir wollen selbst aktiv sein, den Gegner früh unter Druck setzen“, gibt der 08-Trainer die Marschroute aus, der aber auf Neuzugang Perica Miskovic (privat verhindert) sowie Alex Tran, Marek Balzer und Yannis Otto verzichten muss. „Wir sind sicherlich gewarnt, es kann ein enges Spiel werden, aber wir freuen uns drauf“, sagt Strolz, der klar betont: „Wenn wir ein gutes Spiel machen, werden wir gewinnen. Wenn wir eine schlechte Leistung abliefern, kann der SVS gewinnen. Es liegt also ganz bei uns.“

SVS will für Überraschung sorgen

Michael Santoro konnte sich derweil von den Kuppenheimer Stärken via Bewegtbild einen Eindruck verschaffen. „Ich habe mir Videomaterial beschafft und den SV 08 analysiert. Sie sind sicherlich stärker als letzte Saison, gerade mit den Neuzugängen in der Offensive“, sagt der Sinzheimer Coach, der sich zwar auf das Derby gegen den klassenhöheren Gegner freut, den Zeitpunkt für das Kräftemessen aber etwas bedauert. „Uns fehlt noch etwas die Spielpraxis, leider sind einige Testspiele ausgefallen. In zwei, drei Wochen wäre mir das Spiel besser gelegen“, erklärt der SVS-Trainer, der auf zahlreiche Zuschauer hofft. Personell kann Santoro nicht ganz aus dem Vollen schöpfen. Routinier Frank Wöber fehlt, zudem muss der Neucoach auf einige Urlauber verzichten. „Natürlich wollen wir für eine Überraschung sorgen. Bleibt die aus, geht die Welt für uns auch nicht unter.“

Für den SV Oberachern wäre ein frühes Pokalaus dagegen ein erster Dämpfer vor einer wohl schwierigen Saison – zumal der Oberligist beim zwei Klassen tieferen FV Schutterwald klar favorisiert ist. Ein Weiterkommen ist da fest eingeplant. Doch die Vorbereitung lief bisher etwas holprig, SVO-Coach Mark Lerandy muss den Abgang von einigen Leistungsträgern verkraften und kompensieren, zumindest Mohammed Ambri ist Anfang der Woche an den Waldsee zurückgekehrt und dürfte eine Schlüsselrolle einnehmen. Trotz aller noch vorhandenen Baustellen kann sich die Lerandy-Truppe in Schutterwald nur selbst schlagen. „Wir wollen natürlich eine Runde weiterkommen. Uns ist aber bewusst, welch großer Aufwand dafür betrieben werden muss. Wir waren die letzten zwei Jahre im Endspiel und im Halbfinale. Da wollen wir, wenn möglich, auch wieder hin“, betont Lerandy.

Duell auf Augenhöhe in Ulm

Ein Duell auf Augenhöhe findet dagegen in Ulm statt, wenn die Ernst-Elf den Ligamitstreiter FV Würmersheim empfängt. Beide Teams hatten beim Pflichtspielauftakt so ihre Problemchen. Der SVU verschlief gegen Ottersweier die ersten 60 Minuten, biss sich dann in die Partie und gewann sie letztlich noch verdient (wenn auch erst in der Nachspielzeit) mit 3:1. Mit dem gleichen Ergebnis zog auch der FVW in die erste Runde ein, tat sich beim Bezirksligisten FV Baden-Oos aber schwerer als erwartet. Beim Vergleich der Landesligisten dürften die oft zitierten Kleinigkeiten entscheiden.

Ebenfalls zu einem ligainternen Duell kommt es in Oberwolfach, denn dorthin muss Rot-Weiß Elchesheim reisen, der in der Qualifikationsrunde souverän 3:0 gegen den 1. SV Mörsch gewann. „Das war ein guter Auftakt“, sagt Raimund Schmalbach. Der RWE-Sportleiter hofft, dass sich die Rohde-Truppe von allen Nebenkriegsschauplätzen – Stichwort Nutzungsunterlassung – nicht aus der Spur bringen lässt. „Die Jungs sind ein verschworener Haufen, der zusammenhält. In Oberwolfach ist es nicht einfach zu bestehen, aber wir wollen unbedingt eine Runde weiterkommen.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
29. Juli 2021, 22:30 Uhr
Lesedauer:
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