SBFV-Verbandstag: Klausel sorgt für Ärger

Freiburg (moe) – Der außerordentliche Verbandstag sorgt im Nachgang für Ärger. Eine Klausel, die vorsieht, dass ein zweitplatziertes Team in die Fußball-Oberliga aufsteigt, sorgt für Unverständnis.

Verteidigt den Oberliga-Vertrag: SBFV-Präsident Thomas Schmidt. Foto: SBFV

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Verteidigt den Oberliga-Vertrag: SBFV-Präsident Thomas Schmidt. Foto: SBFV

Sebastian Scholl ist als Funktionär weiß Gott kein Heißsporn. Die Nachwehen des Verbandstags der südbadischen Fußballer vor einer Woche haben aber durchaus das Potenzial, dass auch der Vorsitzende des FC Neuweier „aus dem Sattel geht“. Ähnlich sieht das Matthias Dorsner: Der Sportvorstand des Bezirksligisten Rastatter SC/DJK fühlt sich angesichts der jüngsten Entwicklungen „veräppelt“. Der Grund für die Verärgerung der beiden Vereinsvertreter ist eine Meldung, die Anfang der Woche publik wurde: Der 1. FC Bruchsal darf als Zweitplatzierter der Verbandsliga Baden mit dem besten Quotienten der drei baden-württembergischen Verbandsligavizemeister in die Oberliga aufsteigen. Dorsner empfindet das als „sehr befremdlich“, wurde doch beim Verbandstag entschieden, dass zweitplatzierte Teams in allen Ligen innerhalb des SBFV – auch der Verbandsliga – nicht aufsteigen dürfen. Ein inzwischen abgelehnter Antrag, der dies hätte ändern sollen, wurde vom RSC/DJK mit initiiert, der FCN-Boss übernahm gar die Position des Wortführers. Dass nun mit Bruchsal doch ein zweitplatzierter Club aufsteigen wird, stößt vielerorts auf Unverständnis.

Der Aufstieg des FCB liegt laut SBFV-Präsident Thomas Schmidt im bestehenden Oberliga-Vertrag der drei Landesverbände im Südwesten begründet. Dieser besagt, dass ein Zweitplatzierter aufsteigen „muss“, was vor Corona in Form einer Aufstiegsrunde geregelt wurde. Im Gegensatz dazu enthalten die Satzungen der anderen Ligen nur eine „Aufstiegschance“ durch Relegationsspiele, so Schmidt: „Das ist der Knackpunkt“, sagte der SBFV-Präsident jüngst dem „Südkurier“ und sieht dabei keinen Widerspruch, weshalb am Beschluss des Verbandstags auch nicht gerüttelt werden soll. Aus juristischer Sicht mag dies richtig sein, gerecht ist die Herangehensweise für Scholl nicht: „Die Argumentation ist an den Haaren herbeigezogen.“

Der FCN-Vorsitzende und Dorsner, dessen Club bei einer flächendeckenden Anwendung der Oberliga-Regelung theoretisch in die Landesliga hätte aufsteigen dürfen, sind vor allem deshalb erbost, weil die Thematik im Vorfeld des Verbandstags offenbar nie konkret kommuniziert worden ist. Wäre die Regelung früher bekannt gewesen, so die Funktionäre, hätte dies die Voraussetzungen bei der Abstimmung über den Antrag durchaus verändert.

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26. Juni 2020, 16:30 Uhr
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