SBFV verkündet weiteren Fahrplan

Baden-Baden (rap) – Wie geht es mit der Fußball-Saison 2019/20 weiter? Eine Frage, die die Amateurkicker in Mittelbaden umtreibt. Am Dienstag wird der Südbadische Fußballverband über den weiteren Fahrplan informieren.

Ob der Ball auf den Sportplätzen in Mittelbaden bald wieder rollt, steht heute auf der SBFV-Agenda. Foto: Wolf/dpa

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Ob der Ball auf den Sportplätzen in Mittelbaden bald wieder rollt, steht heute auf der SBFV-Agenda. Foto: Wolf/dpa

Eine Fragestellung beschäftigt die Fußballer der Region. Von Oberachern über Bühl bis nach Mörsch. Wie geht es mit der derzeit im Dornröschenschlaf befindlichen Saison 2019/20 weiter? Am Montagabend tagte das Präsidium des Südbadischen Fußballverbands gemeinsam mit den sechs Bezirksvorsitzenden. Am Dienstag nun informiert der SBFV zusammen mit dem Württembergischen Verband (WFV) und Badischen Verband (BFV) über den weiteren Fahrplan der Saison. Vor einer vermeintlichen Entscheidung präsentieren wir den Stand der Dinge und wagen einen Blick in Glaskugel.

Wie ist der Status quo?

Seit 12. März ruht der Ball aufgrund der Corona-Pandemie auf Amateurebene. Zunächst war vonseiten des SBFV eine Spielpause bis zum 19. April vorgesehen. Ende März wurde die Pause „bis auf Weiteres“ verlängert. Dieses Prozedere bestätigte SBFV-Präsident Thomas Schmidt bei einer Online-Pressekonferenz am 20. April. Auch der BFV und WFV setzten die Runde „bis auf Weiteres“ aus.

Wie sieht es in den anderen Landesverbänden aus?

Der SBFV hätte eine bundeseinheitliche Lösung für wünschenswert erachtet, da jedoch bereits Mitte April erste Landesverbände vorpreschten, wurde das favorisierte Szenario schnell ad acta gelegt. Ein Blick auf die anderen Fußballverbände:

Bayerischer Fußball-Verband: In Bayern strebt der Verband an, die laufende Saison ab dem 1. September wieder aufzunehmen – falls die Behörden grünes Licht geben. 63 Prozent der bayerischen Klubs stimmten für den Vorschlag des Verbands.

Berliner Fußball-Verband: Eine Entscheidung steht noch aus. Eine juristische Einschätzung des Verbands ergab, dass eine so weitreichende Entscheidung nur ein außerordentlicher Verbandstag treffen dürfe.

Bremer Fußball-Verband: In Bremen ist der Spielbetrieb „bis auf Weiteres“ ausgesetzt.

Fußball-Landesverband Brandenburg: Der Spielbetrieb wird nicht über den 30. Juni verlängert. Der Verband will also das Saisonende nicht überschreiten. Ein Abbruch rückt damit näher.

Hamburger Fußball-Verband: Bis auf Weiteres ruht auch im hohen Norden der Ball. Nach der Ministerkonferenz mit Vertretern der Bundesregierung will der Verband nun zeitnah entscheiden.

Hessischer Fußball-Verband: Auch dort ist der Spielbetrieb noch ausgesetzt. Für den 16. Mai ist eine Videokonferenz des HFV-Vorstands angesetzt.

Landesfußball-Verband Mecklenburg-Vorpommern: Nach einem klaren Votum der Vereine hat der LVF entschieden, die Saison abzubrechen. Annulliert wird die Runde aber nicht. Die Auf- und Absteigerfrage soll am 27. Mai entschieden werden.

Fußball-Verband Mittelrhein: Der Verband plädiert für eine Fortsetzung, nachdem sich die Vereine nach einer Umfrage denkbar knapp dafür entschieden haben. Das weitere Vorgehen ist noch offen.

Fußball-Verband Niederrhein: Der FVN holt sich derzeit bei den Vereinen ein Meinungsbild ein.

Niedersächsischer Fußball-Verband: Der Verband sprach sich für eine Fortsetzung aus, die Vereine votieren klar für einen Abbruch. Eine Entscheidung wird für Mitte Mai erwartet.

Fußball-Verband Rheinland: Die Saison wurde abgebrochen, eine mögliche Wertung ist noch unklar.

Saarländischer Fußball-Verband: Die Mehrheit (70 Prozent) der Vereine sprach sich für einen Abbruch aus. Auf einem außerordentlichen Verbandstag soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Fußball-Verband Sachsen-Anhalt: Eine Entscheidung steht noch aus. Der FSA befragt derzeit die Vereine.

Sächsischer Fußball-Verband: Der SFV hat – zumindest auf Landesebene – die Saison für beendet erklärt.

Schleswig-Holsteiner Fußball-Verband: In Schleswig-Holstein wird die Saison nicht über den 30. Juni hinaus verlängert, die Frage nach der Wertung steht noch aus.

Südwestdeutscher Fußball-Verband: Der Verband hat die Saison abgebrochen. Für den Juni wurde ein außerordentlicher Verbandstag einberufen.

Thüringer Fußball-Verband: Die Saison soll – wie in Bayern – ab dem 1. September fortgesetzt werden, sofern es die Behörden erlauben.

Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen: Die Mitglieder haben für einen Abbruch der Saison gestimmt.

Der SBFV hat bei Juristen ein Gutachten in Auftrag gegeben. Wie lautet der Inhalt?

Darüber kann nur spekuliert werden. Der SBFV will sich mit dem Gutachten, das der Verband Mitte April in Auftrag gegeben hatte, die Meinungen von Rechtsexperten einholen, was bei den diversen Szenarien – Fortsetzung, Abbruch, Annullierung – dem Verband juristisch drohen würde. Ein Blick nach Westfalen lohnt sich: Dort hat der Verband ebenfalls ein Gutachten erstellen lassen. Dessen Inhalt ist durchaus interessant. „Die zuständigen Rechtsexperten haben ganz klar formuliert, dass ein Saisonabbruch – auch bei höherer Gewalt wie der Corona-Pandemie – nicht zum Nachteil der Vereine gewertet werden soll“, erklärte Vizepräsident Manfred Schmieders. Deswegen sei eine komplette Annullierung der aktuellen Spielzeit nicht möglich. Eine Wertung mit Auf- aber ohne Absteiger ist daher das nun wahrscheinlichste Modell. Genauer soll in Westfalen sowohl der Hinrunden-Meister als auch der aktuelle Tabellenführer aufsteigen.

Wieso streben der SBFV, WFV und BFV einen gemeinsamen Weg an?

Dies liegt vor allem an der Oberliga Baden-Württemberg, da dort Mannschaften von allen drei Verbänden vertreten sind. Unterschiedliche Entscheidungen könnten ein Wirrwarr für die jeweiligen Verbandsligen bedeuten. Daher verständigten sich die drei Verbände frühzeitig auf einen gemeinsamen Weg.

Ist denn eine Tendenz erkennbar, für welchen Weg sich die drei Verbände entscheiden könnten?

Nicht wirklich. SBFV-Präsident Schmidt erklärte am 20. April lediglich, dass sich der Verband „mit einem Abbruch schwer“ tue. Vizepräsident Christian Dusch meinte damals: „Dieses Szenario beinhaltet höchste Haftungsrisiken für den Verband.“ Der SBFV könnte bei einem Abbruch eine Klagewelle von Vereinen befürchten. Ein Indiz für eine Fortführung der Saison ist dies zwar nicht, aber der Verband betonte stets, dass er bei seiner Entscheidung die Entwicklung der Corona-Pandemie als auch die Anordnungen der Behörden miteinfließen lassen werde. Seit Wochen sinkt die Ansteckungsrate, die Politik lockerte erste Maßnahmen. So ist etwa wieder Fußballtraining erlaubt, jedoch nur Zirkel- und Torschusstraining mit maximal fünf Personen – und mit dem Abstand von 1,5 Metern. Ein Argument für eine Fortsetzung der Saison? Gut möglich, aber doch nur reine Spekulation.

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Erstellt:
11. Mai 2020, 18:00 Uhr
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