SC Freiburg: Nachschub aus der Sterne-Akademie

Freiburg (mi) – Weiter ungeschlagen bleibt der SC Freiburg dank der eigenen Jungstars: Seit Samstag sind die SCF-Nachwuchskicker Noah Weißhaupt und Kevin Schade fest in den Köpfen der Fans verankert.

Das letzte Ass von SC-Trainer Christian Streich gegen den 1. FC Köln: Noah Weißhaupt. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

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Das letzte Ass von SC-Trainer Christian Streich gegen den 1. FC Köln: Noah Weißhaupt. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Wer vor Saisonbeginn auf das Mannschaftsfoto des SC Freiburg geblickt hat, stutzte bei dem einen oder anderen Gesicht und musste sich namenstechnisch erst mal schlaumachen. Gleich sechs neue, frische Gesichter tauchten bei der offiziellen Mannschaftsvorstellung auf. Seit Samstag sind mindestens zwei Konterfeis in den Köpfen der Fans fest verankert. Es sprach am Samstag um 17 Uhr nicht mehr viel dafür, dass die ungeschlagene Serie der Südbadener gegen den 1. FC Köln halten würde. Dann kamen in der 72. Minute Kevin Schade und drei Minuten vor Schluss Noah Weißhaupt in das fast schon verloren geglaubte Bundesliga-Spiel. Schade drehte mit seiner Unbekümmertheit, Dribbelstärke und Antrittsschnelligkeit gleich mächtig auf. Sieben Minuten nach seiner Einwechslung fehlten bei seinem platzierten Flachschuss nur ein paar Zentimeter zum Ausgleich.

Noah Weißhaupt beinahe zum Matchwinner gekürt

Noch mehr Unruhe herrschte im Kölner Strafraum, als Trainer Christian Streich sein letztes Ass zog. Noah Weißhaupt kam, sah das plötzliche Notstandsgebiet vor dem starken FC-Torwart Timo Horn, foppte Ex-Nationalspieler Jonas Hector mit einer Körpertäuschung, flankte flach in die Mitte und beobachtete kurz danach ungläubig, welche Emotionen ein klassisches Eigentor auslösen kann. Pechvogel Rafael Czichos sank zu Boden, während der glückliche Vorlagengeber von den eigenen Kollegen schier erdrückt wurde. Es hätte nicht viel gefehlt, und Weißhaupt wäre auch noch zum Matchwinner geworden, denn in der dritten Minute der Nachspielzeit setzte er nochmals beherzt zum Dribbling an, legte den Ball Janik Haberer auf. Topjoker Nils Petersen jagte das Leder nach dessen Flanke über den Querbalken.

Keine Ballack-Typen in Freiburg

Weißhaupt, dessen Vater Marco von 1997 bis 2001 in Freiburg in 112 Spielen 25 Tore erzielte, und Schade sind 19 Jahre alt. Sie entstammen wie der 21-jährige zentrale Mittelfeldspieler Yannik Keitel der eigenen Nachwuchsschule. Die Akademie mit Sternchen beliefert Streich stets mit Talenten, die nicht auf der Bank versauern, sondern dann ihre Feuertaufe erleben, wenn es ihre Entwicklung zulässt. Im Drittliga-Team startete das Duo und wurde nun hochgezogen, „Es ist toll, dass die jungen Spieler da Alarm gemacht haben. Noah hat gute Haken, das wissen wir ja aus dem Training“, wusste Streich, dass er sich auf seine jungen Wilden aus der zweiten Reihe verlassen kann. Er lobte als Teamplayer die Kollegen, die ihm das talentierteste Duo des Sextetts bundesligatauglich übergeben haben: „Das ist doch toll, dass die Fußballschule drüben so überragend gearbeitet hat.“ Da die Sozialkompetenz im SC-Kader hohe Bedeutung hat, erkennt Streich auch keine Anpassungsschwierigkeiten: „Die Jungen haben schon ein gutes Selbstvertrauen und werden nicht mehr so unterdrückt von den Älteren.“ Dabei denkt der Kulttrainer wohl an seine eigenen früheren Profizeiten, als Platzhirsche den Ton angaben. In Freiburg gibt es keine Ballack-Typen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Michael Ihringer

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Erstellt:
13. September 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

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